Wir koennen einander nicht missen
in dieser Welt, so reich an Dingen;
selbst Welten voller Fuelle reichten nicht,
fehlt jenes Licht, das Wissen uns bringt –
fehlt der Traum, den der Geist erkennt,
wie im Blick sich das Wesen vereint,
das uns – wenn noetig – durch Dunkelheit fuehrt
und selbst aus der Tiefe zum Fluge befluegelt.
Wir koennen nicht lange zuernen
wegen eines versehentlich zerbrochenen Glases;
denn wichtiger ist: Es war nicht mit Blut gefuellt,
und Wasser ist ohnehin ueberall.
Wir brauchen das Spiegelbild eines Maerchens,
das Hoffnung schenkt, aus dem Glauben geboren,
und – wohl im Inneren – auch das Glueck,
weil die Liebe in uns lebt.
Der Uebergang der Zeiten ist verrostet,
das Gesetz der Gedanken durchbrochen...
Ach, alles erfuellt sich, doch die Zeit
hat den Grund der Wuensche nicht erfasst.
Eine raetselhafte Frische senkte sich
auf die regnerische Feuchte der Wege;
bald gewann sie den Mut eines Vogels –
als Gluecksvogel preist man ihre Macht.
Dennoch, seltsam: Ein Laecheln huschte vorbei,
das Lesen von den Fingern verstummte –
wie einst; vielleicht war es eingeschlafen
bei den Geschichten, die man sich zur Nacht erzaehlt.
Ich bin des Wiederlesens nicht muede,
doch jenes Bild ist irgendwohin entschwunden,
das alles in rosiges Licht getaucht hatte –
und jene suesse Botschaft, die uns band.
Doch wir koennen nicht ohne einander sein,
wir wollen einander den Fluegel reichen,
damit sich – vierfach leuchtend in der Welt –
das Rad des Schiffes ueber dem Wasser dreht...
Lass es leuchten; wir nehmen die Fuesse von den Pedalen,
damit die Geschwindigkeit gegen Null sinkt
und jener Augenblick, den wir erwarteten,
von selbst zum Stillstand kommt.
Er hielt inne... und wir waren ueberwaeltigt
von diesem goettlichen Wort: „Euer Schicksal
ist es, einander zu gehoeren...“ –
und wir wagen es, am Morgen die Augen des Geliebten zu sehen.
Die Konturen, einst noch schwankend,
schwanden ploetzlich wie ein feiner Faden
zwischen den Winden jahrelangen Leids –
ein Gluecksvogel, uns beiden gemeinsam.
Ein scharlachrotes Segel ueber den Wassern ... es glueht,
eine fliederfarbene Brigg, dem Auge so lieb –
da ist das Paar ... wie eine Schwanin reift sie heran
im lang ersehnten Nebel zur Stunde der hoechsten Spannung.
Ueber das fliederfarbene Segel gelegt –
wie ein Muster aus alter Zeit,
in weissem Hauch, traeumend dem Herbst entgegen,
vom Spinnwebfaden, im vertrauten Zittern
langer Nadeln, die eifrig strickten:
ein Orenburger Flaumtuch,
oder Spitzen – unendlich zart
wie die Tuellvorhaenge an unseren Fenstern;
und das Kleid – anlegen oder ablegen,
oder sich als Braut mit dem Schleier huellen,
und sei es nur im Geist, im Herzen erfassen:
„Pusteblume, dreh dich zum Walzertakt
ueber dem Heck – von beiden Schiffen,
Schiffen der unvergesslichen Liebe,
dem scharlachroten Segel der Maerchenmeere
und dem Flieder, fern vom arktischen Eis.“
Wie ein Echo – nein, zwei – kamen sie herbei,
zogen gleichauf, und in die Stille der Flut
schmolzen – wie Tau, von Schneeflocken sanft umhuellt –
Schiffe aus Traeumen, die zwei sich teilen...
Es ist ein Fest des Wissens um das Glueck,
das gewiss einst jene Gefuehle findet –
die von Geburt an dazu bestimmt sind,
die Lehre des guten Maerchens zu bejahen.
Uebersetzt aus dem russischen: Ïòèöà ñ÷àñòüÿ îäíà íà äâîèõ
http://proza.ru/2026/06/29/89