Die Seele des Steins
Alexandr Piatkov
Wenn ein Mensch, der ueber einen Stein stolpert, sich bei ihm entschuldigt, weil
er glaubt, dass auch der Stein eine Seele hat, so ist dies eine Manifestation des
subjektiven Idealismus. Der Mensch entschuldigt sich in diesem Fall vor der
Projektion des Steins in seinem eigenen Bewusstsein und sorgt sich dabei nicht um
die Seele des Steins, sondern um seine eigene Seele. Folglich ist die Seele des
Menschen analog dazu nichts anderes als seine eigene Projektion auf sein eigenes
Bewusstsein, und sie kann nicht ewig sein – diese Projektion wird zusammen mit
dem Bewusstsein verschwinden. Aber diese Projektion spiegelt sich auch im
Bewusstsein anderer Menschen wider, was bedeutet, dass sie auch nach dem
Verschwinden des eigenen Bewusstseins fortbestehen kann. Die Institution, die die
Projektionen einiger Menschen im Bewusstsein anderer unbegrenzt lange
aufrechterhalten kann, nennt sich Kirche. In ihr gibt es das Sakrament der
Heiligsprechung, wenn ein von einem Menschen vollbrachtes Wunder in der
kirchlichen Ueberlieferung widerhallt und auf diese Weise im Bewusstsein der
Menschen reflektiert wird, solange die Kirche existiert. Auch ein Stein kann sich
unbegrenzt lange im Bewusstsein der Menschen widerspiegeln, doch ausserhalb der
kirchlichen Ueberlieferung gehen diese Spiegelungen im Laufe der Jahrhunderte
verloren und finden keine richtige Deutung, wie zum Beispiel skurril geformte
Felsen, Megalithen oder Bauwerke mit polygonalem Mauerwerk. Die Frage ist nur,
was als Wunder zu betrachten ist und wie man es vollbringt, ohne den Rahmen der
kirchlichen, beispielsweise der orthodoxen Ethik zu sprengen? Im Uebrigen ist das
Verfahren der Integration in die Kirche und der weiteren asketischen Hingabe in
den letzten zweitausend Jahren bis ins kleinste Detail ausgearbeitet worden, und
dem Menschen bleibt nur, den Weg zu gehen, der heute buchstaeblich Tag fuer Tag
reproduziert wird und mit der Auferstehung endet – der frohen Auferstehung
Christi, dem Osterfest.
Den Originaltext finden Sie hier:
http://proza.ru/2016/04/13/1906
Uebersetzung des Textes ins Englische:
http://proza.ru/2026/10/29/428
Uebersetzung: KI-Modell (basierend auf der ChatGPT-Architektur, Stand Oktober 2026)
Publikationsdaten / Informationen zur Veroeffentlichung:
Autor: Alexandr Piatkov (Aleksandr Pjatkov)
Originaltitel: Duscha kamnja (Die Seele des Steins)
Literarische Gattung: Miniatur
Uebersetzung ins Deutsche: KI (Generative Transformation / Version 2026)
Plattform fuer die Erstveroeffentlichung: proza.ru/avtor/alexanderan
Russisches Original / Urheberrechtshinweis:
(c) Copyright: Alexandr Piatkov, 2016
Veroeffentlichungszertifikat Nr. 216041301906