2. 1. Deutsch-Balten

Die deutsche Minderheit in den St;dten:

 Auch wenn die eingewanderte deutsche Bev;lkerung mit einer Bev;lkerungszahl von 10 % immer eine deutschsprachige Minderheit war, bildete sie in den St;dten die gr;;te Bev;lkerungsgruppe, die zum gehobenen B;rgertum und zum gehobenen Adel geh;rte und dadurch gro;en Einfluss auf alle politischen Entscheidungen besa;.

 So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Deutsch-Balten eine sehr bedeutende Rolle in der russischen Geschichte spielten und zahlreiche Politiker und Gener;le dieser Bev;lkerungsgruppe entstammten.

Die deutschsprachige Oberschicht, die im Zuge der Reformation zum Gro;teil den lutherischen Glauben annahm, konnte trotz wechselnder Herrscher im Laufe der Jahrhunderte immer ihre Privilegien erhalten. Auch zu dem Zeitpunkt, als es im Zeitraum von 1772 bis 1795 zur polnischen Teilung kam und ganz Litauen zu Russland kam, konnte sich die deutschbaltische Ritterschaft den Gro;teil der Privilegien und Rechte erhalten.

R;ckkehr nach Deutschland:

 Das Ende des 19. Jahrhunderts lie; das Nationalgef;hl von Esten und Letten erwachen und damit auch die Gegenwehr gegen die deutschbaltische Oberschicht. Diese Gegenwehr dr;ngte die Deutsch-Balten immer weiter in die Position der Minderheit. Viele verlie;en in einer ersten Emigrationswelle das Baltikum und kehrten zur;ck nach Deutschland.

 Auch in den St;dten verlor die deutschbaltische Gruppe ihre seit Jahrhunderten bestehende Bev;lkerungsmehrheit und wurde durch den Zuzug der lettischen Landbev;lkerung immer weiter zur;ckgedr;ngt. Auch w;hrend des Zweiten Weltkriegs entsch;rfte sich die Situation der Deutsch-Balten nicht und immer mehr Menschen dieser Volksgruppe wanderten ab. Heute lebt nur mehr eine geringe Anzahl an deutschsprachigen Menschen in den baltischen L;ndern...

Neuzeit:

 Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es jedoch zu einer zunehmenden Russifizierung im Zarenreich (Russisch als Amtssprache im Baltikum und auch an der bisher deutschsprachigen Universit;t Dorpat), au;erdem kam es zu einem Erwachen des Nationalgef;hls der Esten und Letten, das auch stark gegen die dominierende deutschbaltische Oberschicht gerichtet war.
 
 Es kam zu ersten Emigrationswellen der Deutsch-Balten nach Deutschland, die ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend in eine Minderheitenposition gedr;ngt wurden. In den meisten gr;;eren St;dten, wie etwa in Riga, Dorpat oder Reval verloren die Deutschbalten in dieser Zeit ihre seit dem Mittelalter bestehende Bev;lkerungsmehrheit.

 So sank etwa in Riga, bedingt durch den best;ndigen Zuzug der lettischen Landbev;lkerung und auch die zunehmende Ansiedlung von Russen, der Anteil der deutschsprachigen Bev;lkerung von etwa 43 % im Jahr 1867 auf knapp 17 % im Jahr 1913, w;hrend der Anteil der Lettischsprachigen Einwohner von etwa 23 % auf fast 40 % stieg und der Anteil der Russen ann;hernd stabil blieb.

 W;hrend der Zeit der deutschen Besetzung des Baltikums im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 kamen Pl;ne auf, einen deutschbaltisch dominierten Staat (Vereinigtes Baltisches Herzogtum) unter dem Schutz des Deutschen Reichs zu errichten.

 Auf ehemals deutschem Grundbesitz, den der deutschbaltische Adel abzutreten bereit war, sollte eine gr;;ere Zahl von deutschen Siedlern angesiedelt werden. Nach der Niederlage des Deutschen Reichs fielen zahlreiche lutherische Geistliche und andere Deutschbalten im Dezember 1918 und in den ersten Monaten des Jahres 1919 der ersten Lettischen Sowjetrepublik zum Opfer...


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