3. 0. Heide und Moorkolonisation 1759-65

Von Reformidee zum Desaster :

 Zwischen 1750 bis 62 zog es ;ber 4.000 Menschen aus dem von Siebenj;hrigen Krieg (1756-63) verheerten S;ddeutschland in der Norden. Sie folgten dem Ruf und den Verspr;chen des d;nisches K;nig Friedrich V (1723/1746-66). Als Kolonisten sollten sie die ausgedehnte ;dlandfl;chen der Geest der cimbrischen Halbinsel "unter Kultur bringen". Doch statt eine Zukunft in Frieden und auf eigenen Land fanden die Menschen aus den wald- und Weinreichen S;den nur "schwarzes Brot zu essen und Gottes Erdboden zum brennen".

 Das gro;e Projekt endete in einem Desaster. Als es 1765 eingestellt wurde, blieben von der geplanten 4.000 Siedlungen nur 600. Das Vorhaben der Agrarreform war damit gescheitert. Es war nicht gelungen, die Heide und Moorfl;chen zu bev;lkern. Ziel das merkantilistischen Vorhaben war es, die Steuereinahmen zu erh;hen, um den teuren Hof und das stehende Heer des absolutistischen Herrschers zu finanzieren.

 W;ren die ;brigen Agrarreformen des 18. Jahrhunderts - wie das Ende Leibeigenschaft und der ;bergang von der gemeinschaftlichen  zu individuellen b;uerlichen Landwirtschaft durch die Verkoppelung - die soziale und wirtschaftliche Situation der Menschen auf dem Lande nachhaltig verbessert haben, scheiterte die Kolonisation gr;ndlich.

Landesausbau der "J;tl;ndischen Heiden" :

 Es war der vierte Versuch, der 1759 auf Betrieben von Au;enminister Johann Hartwig Ernst von Bernstorff (1712-72) und von allem durch Oberhofmarschall Adam von Moltke (1710-92)  gestartet wurde. Schon 1723, 1751 und 1753 waren Projekte der ;dlandkolonisation kl;glich gescheitert. Doch dieses Mahl sollte es in gro;en Stil gelingen.

 Der Impuls gab der Kameralist Johann Heinrich Gottlieb von Justi (1717-71) in seinem "Gutachten wegen Anbauung der j;tischen Heiden". Von Justi empfand die ;ber Jahrhunderte unbebauter ;dlandfl;chen auf den Mittelr;cken als ein Fanal des schlechten Zustand der d;nischen Landwirtschaft im Allgemein. Die zu beheben schienen werden von der Erbfolge unber;cksichtigte ("weichende") Bauerns;hne noch heimische Tagel;hner geeignet.

 Johann Frederick Moritz( Tod 1771), d;nische Gesandete in Frankfurt am Main, empfahl auf "versierte" Landwirte aus S;dwestdeutschland zu setzen. In "Oberdeutschland" seien nach den Verheerungen Siebenj;hrigen Krieg viele ausreisewillig. Das gerade gegr;ndete "Landwesenskollegium" in Kopenhagen nahm sich der Sachen an.

 Die Heidekolonisation sollte in J;tland beginnen. Moritz bekam den Auftrag, Kolonisten zu gewinnen. In Anzeigen warb er in der Pfalz, Baden, W;rttemberg und Hessen. Der d;nische Staat versprach jeder Siedlerfamilie eine Erbpachtstelle mit Haus, Vieh, Ackerger;t, 20 Jahre Steuerfreiheit, Tagegeld bis zur ersten ausreichenden Ernte und Reisegeld. Als erster v verdiente der Gesandte. Vier Reichstaler bekam er pro Angeworbenen. Deshalb war er nicht w;hlerisch. Er akzeptierte fast jeden - auch Schwachen und solche, die von Landwirtschaft nichts verstanden.












































 


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