Гервинус. Из Автобиографии. В библиотеке
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Я вспоминаю, как из-за этой страсти к чтению я перетряхивал все свои и своих товарищей карманы, чтобы найти лишний крейцер на библиотеку. И поскольку я был не один такой, то дух соревнования гнал меня не отставать в своем читательской усердии от приятелей. И особенно от Ноднаделя, который на этом по возрасту, начитанности и знаниям намного превосходил меня.
Я проглатывал не только классиков, но и беллетристику. И не только исторические, рыцарские и разбойничьи романы Фуке, Вульпиуса, Крамера и др, которых я прочитывал от корки до корки, но и более элегантные творения В. Скотта, Гофмана, Вельдена. И читал даже журналы и карманные издания, так меня привлекал этот жанр.
А вскоре мне вскружила голову и драматическая литература. Мне было, наверное, 11 лет, когда родители меня впервые повели в театр на "Танкреда". Музыка для меня не существовала. Но действие захватило меня до такой степени, что дома я повторил представление с куклами вместо артистов. Несколько позднее я увидел "Орлеанскую деву". Я уже имел представление об ее авторе и национальном значении пьесы. Так я пристрастился еще и к театру.
Также мы играли эти пьесы в городском саду. Большая часть сцен в наших постановках принадлежала боям, при этом мы обходились без женских ролей. Часто мы заучивали понравившиеся сцены наизусть и разыгрывали их, смешивая из разных пьес. Кернер, Лессинг, шиллеровкие разбойники и поединок между Брутом и Кассием -- все мешалось в один ряд.
Не могло не статься, чтобы пышные постановки не привели нас от мысли об их воспроизведении к мысли о производстве нечто подобного самими. Я помню хорошо начало своего творческого путу. Во втором классе давалась представление о смерти Густава Адольфа. Ноднагель воспел ее октавами, я не обладая его поэтическими талантами, все же не хотел уступать. Мы проходили тогда Вергилия. Я попробовал дать свой перевод в гекзаметрах. Пару раз это мне удалось. Но продолжать в том же духе оказалось невозможно. Я даже несколько раз переходил на стихи или прозу, ибо по большей части мои гекзаметры выходили у меня из повиновения.
Я попытался сунуться с гекзаметрами в области, допускавшие, как мне казалось, больше свободы. И даже вызвал на дуэль самого Гомера. В нескольких тысячах стихов я переложил "Фиваиду", в течение нескольких месяцев ухлопав на это не только все свое свободное время, но и украдкой сочиняя в школе.
Пристрелявшись в лирике, переводах и эпосе, я снова перешел к драме. Были написаны несколько по лекалам Кернера, Клингманна, Гея (я вспоминаю о Г. Адольфе, М. Корвине, Жижке). Все это пачкотня, конечно, и я вскорости все это устыдившись сам перед собой, уничтожил.
Свидетельство о публикации №222102901170
Einen höchst anregenden geistigen Verkehr hatte ich mit einem frühreifen, etwas älteren Freunde, Aug. Nodnagel, dem Sohne armer Eltern, der seiner ungemeinen Begabung wegen aus der Stadtschule von liberalen Forderern in die gelehrte Schule versetzt ward und dort Mitschüler und ganze Ordnungen in reißenden Fortschritten übersprang. Ich las mit ihm, um mir die Langeweile des lateinischen Unterrichts in der Schule zu versüßen, Terenz, Sallust und Curtius, und ich fing nur ihm zu Liebe, der sich zum Teologen bestimmte, eine Weile sogar das Hebräische an zu treiben.
Zufällig fiel mir eine italienische Grammatik in die Hände; ich studirte nun eifrig auch diese Sprache, und da der Vater, der dies für ein Übermaß hielt, dem er durch Anschaffung von Büchern (zunächst eines Wörterbuchs, das ich wünschte) nicht Vorschub leisten wollte, so schrieb ich mir den Wortvorrath meiner Grammatik alphabetisch aus und suchte mich nun mit Hülfe dieses Nothdictionärs durch italienische Bücher zu schlagen.
Einer meiner Kameraden lernte englisch, ich freute mich gelegentlich aufzuschnappen, was ich konnte; ein anderer hatte Anlaß sich mit dem Holländischen zu beschäftigen, auch da machte ich eine Weile mit; bei einem dritten, der sich frühe zur Landwirthschaft bestimmte, kam ich nie vor, ohne mich mit ihm in die Bücher des Faches zu vertiefen.
Wieder ein anderer Schulnachbar schien meine eifrige Vorliebe für die Erdkunde zu theilen; es war G. Kriegk, der in diesem Jache später fortgearbeitet hat; wir saßen, so oft es die Zeit erlaubte, in den Räumen der Hofbibliothek und zogen die größten Werke aus, beklagend, daß den Schülern nicht gestattet war, von dort Bücher nach Hause zu entlehnen; ich wußte mir sie aus dritter Hand dennoch zu verschaffen und erinnere mich den Colquhoun excerpirt zu haben, indem ich mich mühselig durch die unbekannte Sprache hindurchrieth; nichts war uns zu breit in dieser Materie, der dickleibige Cannabich genügte unserer statistischen Wißbegierde noch nicht.
Reisebeschreibungen waren daneben für die Lesewuth der auswanderungslustigen Bursche begreiflich die lockendsten Gegenstände; wir fanden aus dem pikanten Campe bald den Weg zu Lord Anson und noch trockneren Weltreisen, ohne uns abgestoßen zu fühlen. Wo ich mich aber neben der geographischen Lectüre am meisten ausbreitete, war in der geschichtlichen. Gottfrieds Chronik mit den Merian'schen Bildern, was war dies für ein willkommenes Meer für uns unermüdlichen Entdeckangsreisenden!
Den siebenjährigen Krieg von Archenholz, den dreißigjährigen von Schiller lieferten uns die Prämien in die Hand; den Kohlrausch, den deutschen Plutarch und alle die zahllosen teutonisirenden Geschichtswerke gelesen zu haben, gehörte damals durchaus zu einem wackern deutschen Jungen; Gottschalks Ritterburgen, den Fouqué und alle Rittergeschichten und Ritterromane zu kennen, stachelten alle Impulse jener Blüthezeit unserer romantischen Literatur; zu andern Geschichtswerken wies die Besonderheit meiner Lage hin; in Wencks trockner Landesgeschichte half der hessische Patriotismus nach, das Passende aufzustöbern; in Feßlers ungarische Geschichtswerke trieb mich die ganz persönliche Sympathie mit dem namensähnlichen Helden Corvinus. Einmal so weit in die Lesewuth gerathen, gab es bald nichts mehr von Büchern, was ich nicht mit gleicher Gierde verschlungen hätte.
Und ich würde in dem unberathensten Lebensalter in eine rathlose Verirrung der Viel- und Allesleserei gestürzt worden sein, hätte es sich nicht glücklich gefügt, daß ich eingeschifft in diesen Ocean unserer Literatur wenigstens Einen festen Punkt und Port, und den sichersten, den es geben konnte, bewahrte, zu dem ich aus allen ziellosen Irrfahrten die Rückkehr allezeit offen hielt. Es war für meine ganze spätere Entwikklung ein bedeutsamer Zufall, daß uns unser Gräcist Zimmermann frühzeitig in den Homer einzulesen unternahm und, um uns Muth zu machen, uns zuweilen in fesselndem Vortrage [37] Stücke der Vossischen Übersetzung vorlas.
Ich wußte aus Beckers Erzählungen in der Materie Bescheid, hier packte mich die alte, ächte Form, und seitdem konnte ich von dem Dichter nicht mehr lassen. An jedem Sonntag, in jeder Freistunde, bei schlechtem Wetter, wenn die Ausflüge pausirten, fand mich der Vater zu seinem humoristischen Verdrusse "immer wieder an meinem Odysseus!" Ich griff vom Homer zu den verwandten Stoffen aus; Fenelon wie Virgil sollten mir den Kreis dieser liebgewonnenen Welt erweitern; aber die Freude daran hielt nicht aus. Das ästhetische Gefühl, der poetische Instinct begann sich frühe in mir an diesen Gegensätzen zu läutern, obwohl meine Vorliebe für den alten Dichter in ihren Anfängen, nach Knabenart, ganz realistischer Natur war.
Die Abneigung gegen Virgil betraf begreiflich früher seine troische Partheifarbe als seine Schreib- und Darstellungsweise; die Abneigung gegen Fenelon eher seine lehrhafte Weisheit als seine Modernität. Wie in dem kindlichen Alterthum selbst griff aber dieses materialistische Interesse an Homer nach allen Seiten aus: meine Spiele mit Speer und Bogen zogen aus ihm ihre liebste Anregung; meine kindischen Zeichenversuche drehten sich um die Gestalten des troischen Krieges; Landkarten zu entwerfen übte ich an nichts so oft als an dem kephallenischen und troischen Reiche; der Grund der altgriechischen Geographie und Geschichte lag mir in dem Schiffskatalog und in den Episoden von mehr historischem Charakter; Helden- und Göttersagen geschichtlich oder rationell zu deuten, war mir, nach Anleitung des alten Damm, dessen Besitz mir ein unschätzbares Kleinod war, ein stets angelegenes Geschäft; meine ersten Versuche in den Antiquitäten galten der Erklärung des Homerischen Kriegs- und Schlachtwesens.
Mein ganzes Sein und Denken war mit diesen Gedichten ausgefüllt, und so glückliche Stunden eines schwelgerischen geistigen Genusses sind mir kaum jemals wieder zu Teil geworden; und doch war noch ungleich köstlicher als diese gekannten und empfundenen Freuden das, was damals durch das stete [38] Verweilen auf diesen kostbarsten Resten des Jugendlebens der Menschheit meinem Innern ganz unbewußter Weise angebildet wurde. Die gläubige, empfängliche Hingabe, mit der ich diese Dichtungen las und wieder las und gleichsam auswendig lernte, hat den Sinn für schlichte Sitte und einfältige Natur, für reine Form und ächte Schönheit, für gesunde Frische in den geistigen Schöpfungen der Menschheit in mir eingepflanzt, ehe ich irgend darum Bescheid wußte. Die Homerischen Werke wurden mir wie ein Compaß, der mich in dem Nebel späterer Verirrungen sicher steuerte.
Wechselnd verschlagen an die entgegengesetzten Pole einer herabziehenden Prosa und einer wüsten Schwärmerei fand ich mich selber wie in einer Rettungsstätte wieder in der Rückkehr zu dem Sänger meiner Jugend. Diese Verirrungen begannen schon in der Zeit meiner ersten Beschäftigungen mit Homer selber, wo ich bereits in die ausschweifendste Lesewuth verfallen war, die jugendliche Phantasie aufs üppigste ausarten ließ und alle geistige Kraft in profuser Verschwendung an die lähmendsten, erschlaffendsten Dinge setzte.
Владимир Дмитриевич Соколов 26.02.2026 09:20 Заявить о нарушении