Keine Verantwortung

               

Ich arbeitete als K;nstler auf dem Lande, malte modische Portr;ts der Mitglieder des Pr;sidiums des Obersten Sowjets mit Orden und Medaillen auf der Brust und schrieb Slogans und Umsetzungen: "Das Volk und die Partei sind eins", "Proletarier aller L;nder, vereinigt euch", entwarf St;nde f;r konkurrierende Brigaden, schrieb endlose soziale Verpflichtungen f;r alle - prospektiv, j;hrlich und monatlich...
Aber es gab auch private Auftr;ge aus der ;ffentlichkeit. Eine Hochzeitsfeier, ein gro;es Wandgem;lde, humorvolle Plakate wie: "F;r eine Nacht - ein Sohn, eine Tochter!", "Eine gute Schwiegermutter macht den Schwiegersohn nicht mager!", "Einen Schatz braucht man auch nicht - wenn Mann und Frau sich verstehen!", "Nimm dir eine Frau, um nicht zu bereuen, zu leben, nicht zu leiden"... Wer m;chte ein Auto get;nt haben, wer m;chte eine Hausnummer und einen Stra;ennamen auf Kupfer gepr;gt oder im Siebdruckverfahren auf Glas gedruckt haben. Und wer Beerdigungen geschm;ckt sind: die Inschrift auf dem Kreuz zu machen und unterzeichnen die Erinnerung B;nder, die Kr;nze gebunden wurden ...
Ich habe es umsonst gemacht, und wenn sie wirklich S;;igkeiten mitgebracht haben, habe ich sie genommen, weil ich nicht beleidigend werden wollte. Alle freuten sich ;ber die unentgeltliche Arbeit eines K;nstlers vom Lande, auch wenn einige das nicht verstanden, und ich selbst war nicht beleidigt, denn es ist angenehmer zu geben als zu nehmen. "Wer gro;z;gig gibt, erh;lt mehr, aber wer gierig ist, wird arm." (Spr;che 11:24) Moralische Befriedigung erhalte ich, wenn ich sp;re, dass sich die Menschen wenigstens ein bisschen freuen, denn es gibt so viel Leid auf der Erde.
Aber einige ;rgerten sich ;ber meine F;higkeit zu geben und schrieben mir zu, dass ich mir auf diese Weise billige menschliche Liebe verdiene. Sie hielten mir die Pinsel unter die Nase und sagten spuckend: "Hier ist ein Pinsel, den hast du nicht auf der Bank gefunden, den hast du gekauft. Es ist das Geld wert, ganz zu schweigen von den anderen Dingen..." Ich l;chelte und sagte: "Nun, Gott hat mir keine Profitgier gegeben, ich habe keinen Neid und keine Liebe zum Geld, und die Liebe der Menschen ist mir egal, Hauptsache, ich liebe die Menschen."
Und selbst dann, als ich dem Spengler ein kostenloses Plakat anfertigte und er mir anschlie;end einen Rahmen anfertigte, indem er den Umriss mit einem Brecher quetschte und mir eine gro;e Summe in Rechnung stellte, l;chelte ich und dankte ihm im Stillen.
Sie dachten, ich sei verr;ckt. Ich wusste damals, dass wir mit nichts auf die Erde gekommen waren und mit nichts wieder gehen w;rden.
Eines Tages kam ein junger Mann zu mir und sagte mit gesenktem Kopf: "Ich habe dich gebeten, die Beerdigungsvorbereitungen f;r mich zu treffen. Erst starb mein Vater, dann mein Bruder und jetzt der Sohn meiner Schwester. Es ist, als ob ein Fluch in mein Haus eingedrungen ist. Und das Kind liegt im Sarg, als w;rde es leben. Es ist so erb;rmlich, er ist noch nicht einmal ein Jahr alt und schon verstorben". "Vielleicht ist er wirklich am Leben. - Ich habe gez;gert - waren Sie bei der Krankenschwester? Vielleicht sollte ich die Inschrift noch nicht auf dem Kreuz anbringen." Er zuckte seltsam zusammen und ging weg.
Ich habe lange mit meinen Gef;hlen gerungen und dann beschlossen, dass ich, nachdem ich zwei Tage lang in einem Sarg gelegen hatte... Mit einem schweren Seufzer f;hrte ich den Befehl aus.
Allerdings lie; mich der Gedanke nicht los, dass Menschen ohne Grund in den D;rfern begraben werden. Vor kurzem ist ein Schlosser gestorben. Er hatte mit seinem Sohn wegen eines Treffens getrunken, und sie waren sich ;ber etwas uneinig. Sein Sohn schlug ihn mit einem Gurkenglas und er starb. Und nichts. Sie haben ihn begraben, das ist alles.  Und vor kurzem fand man ein M;dchen in der Garage h;ngen. Sie m;ssen herausgerissen worden sein - die Hausschuhe liegen ;berall verstreut. Sie sagen, dass sie wohl auf eigene Faust herumgespielt hat.  Ich kannte sie, als sie noch lebte. Sie w;rde sich niemals selbst in eine Schlinge stecken. Oder die Frau, die mit einer Schaufel in der Hand tot auf dem Boden eines Kuhstalls lag. Wahrscheinlich hat sie sich verteidigt. Sie wurde mit Prellungen und Beulen am Kopf gefunden. Oder ein Junge, der in einer G;lle ertrunken ist und Anzeichen von Missbrauch aufweist.
Was zum Teufel ist das? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Warum wird das nicht untersucht, begraben und das war's. Es ist nicht verwunderlich, dass Menschen, die f;r besondere Bed;rfnisse begraben werden, oft auf dem Kopf stehend gefunden werden. Denn wir tun alles f;r Geld und setzen das menschliche Leben aufs Spiel. "Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen ;bels". (1 Tim. 6:10) Jesus sagte: "Niemand kann zwei Herren dienen, denn er wird den einen hassen und den anderen lieben oder dem einen ein treuer Diener und dem anderen ein nachl;ssiger Diener sein. Man kann nicht gleichzeitig ein Diener Gottes und des Geldes sein". (Matth;us 6:24)
Am Abend kam der Ehemann und sagte: "Dieser Swetka ist ein Schuft. Sie trank die ganze Nacht mit ihren Freundinnen, und um das Baby aus dem Weg zu halten, stellte sie es in die Ecke des Zimmers und trennte es mit einer Bank. Der Junge war hungrig und sammelte Zigarettenstummel vom Boden auf und a;. Dann schlief er ein und wachte nicht mehr auf. Sie wollten ihn heute beerdigen, als eine Krankenschwester kam und ihm einen Spiegel vor die Nase hielt. Der Spiegel schwitzte und sie brachte ihn dringend in die Stadt. Aber er ist unterwegs verstorben.
Ich schluckte leise einen Klumpen Verzweiflung hinunter. Es war erb;rmlich f;r das Baby und andere, die wie es litten, und es war nur tr;stlich, dass Jesus sich um die Verlassenen k;mmerte: "Kommt her zu mir, alle, die ihr m;de und beladen seid, und ich will euch eure Last erleichtern." (Matt. 11-28)


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