Fruehling Es wird April werden
Im unbestimmten Wogen der Elemente verging fast der ganze Maerz — sei es die letzte Zeit der Kaelte, sei es die Zeit des zaghaften Erwachens des Lebens. Eines Nachts setzte Regen ein — ein stiller, warmer Regen, der dem Winter ein Ende setzte.
Der Regen schmolz den Schnee auf dem Feld, und er floss als Fruehlingswasser in die Schlucht. Deren Boden wurde zum Bett eines Bachs. Das Wasser wirbelte, rollte ueber Steine und knotige Wurzeln, bog junge, noch unbefestigte Baeume und riss den Unrat des vergangenen Jahres von der Erde fort. Und es trug den trueben Strom auf das Eis des Flusses, das durch eine Laune des Wetters zur Zwischenschicht zwischen hellem und dunklem Wasser geworden war.
Und der Wald belebte sich. Der Schnee wich in die Senken und unter die ausladenden Fichten zurueck. Lichtungen entbloessten sich, und dort, wo noch gestern Schnee gelegen hatte, erschienen Schneegloeckchen — die ersten Boten des Fruehlings. In Vorahnung der Waerme regten sich die Waldbewohner: Tiere und Voegel.
Schon hatte sich das Feld mit Blumen und jungem Gras bedeckt, schon bluehte der Sumpfporst und erklomm mit purpurnen Pfeilen die Haenge der Schlucht, schon hatten sich die Birken im Wald mit koketten Kaetzchen geschmueckt, schon waren die Gaense nach Norden gezogen und untermalten ihren Flug mit langgezogenen Rufen: „Nach Hause! Nach Hause!“, doch der Fluss schlummerte noch immer unter dem grauen, poroesen Eis, Kraefte und Entschlossenheit sammelnd.
An einem Apriltag brach der Fluss die Eisdecke auf.
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