Probleme der Schul-Bienenzucht

Am Montag erschuf Gott die Erde.
Jura blaetterte die Heftseite mit der Zeichnung von Mendels Erbsen um. Die Kreislein der dominanten und rezessiven Erbanlagen strebten ueber frivole Pfeile danach, miteinander zu verschmelzen. Auf dem sauberen Blatt zeichnete er einen grossen Kreis.
Am selben biblischen Montag erschuf Gott das Licht und schied es von der Finsternis.
Jura versuchte sich vorzustellen, wie die Welt im Mischzustand von Licht und Dunkelheit aussah. Wahrscheinlich, – entschied er, – wie tiefblaue Daemmerung.
In dem Kreis, nahe seinem oberen Rand, zeichnete Jura eine Wellenlinie, die die umrissene Flaeche in etwa zwei gleiche Haelften teilte. Links von der Trennlinie zeichnete er einen kleinen Kreis und schraffierte ihn dicht. In der rechten Haelfte, symmetrisch zum linken Kreislein, zeichnete Jura einen weiteren Kreis und liess ihn unschraffiert. Sie symbolisierten die getrennten Substanzen: Licht und Finsternis.


Das Rascheln von Papier, das Scharren von Sohlen, das Quietschen der Holzbaenke, Gefluester und Gekicher verschmolzen zu einem gleichmaessigen Summen. So summt ein gesunder Bienenstock auf einer Note. Die Koenigin des Stocks, die Biologielehrerin Swetlana Lwowna, die die Schueler wegen ihrer geringen Groesse und ihrer rundlichen Formen "Tscheburaschka" nannten, unterhielt sich mit der Konrektorin im Tuerrahmen. Swetlana Lwowna trat einen Schritt zurueck und blickte streng in die Klasse. Der Laerm ebbte ein wenig ab. Mit dem Ergebnis zufrieden, kehrte sie in ihre vorherige Position zurueck, und der Laerm schwoll wieder an. Nachdem Swetlana Lwowna das Gespraech mit der Konrektorin beendet hatte, schloss sie fest die Tuer. Sie trat an den Tisch, setzte sich und oeffnete das Klassenbuch.
Das Summen der Klasse verstummte durch diese einfachen Handlungen von Tscheburaschka mit jeder Sekunde mehr. Und schliesslich...
– Hausaufgabe, – verkuendete die Lehrerin, blickte vom Klassenbuch auf und schaute kurz in die Runde, – an die Tafel kommt...
…in der Klasse hing eine gespannte Stille.

Und der Geist schwebte ueber dem leblosen Wasser.
Ganz oben auf der Seite zeichnete Jura zwei uebereinander liegende, gebogene und entgegengesetzte Pfeile, die schematisch das Umherstreifen des Geistes ueber den urzeitlichen Wassern darstellten.


– Pantelejewa, – sprach Swetlana Lwowna das Urteil.
Die Klasse atmete erleichtert auf. Die vor Jura sitzende, massige Pantelejewa mit dem Spitznamen "Wera der Stier" erzitterte am ganzen Koerper.
Gott hatte Pantelejewa in aller Eile und zum Groessteil aus rezessiven Merkmalen geformt, ohne sich mit feinen Details wie einer Taille, schlanken Beinen oder einem fuer das Auge angenehmen Gesicht aufzuhalten. Ihr Naturell entsprach ihrer aeusseren Gestalt: grob und aggressiv. In der Klasse legte sich niemand mit ihr an, da sie keinen Schmerz empfand und jedem Jungen problemlos eine Abreibung verpassen konnte.
– Pantelejewa, mach schon! – trieb Tscheburaschka Weras traege Wuehlerei in der Schultasche an.
"Wera der Stier" holte ihr Tagebuch aus der abgenutzten Tasche. Mit einem wackeligen Seemannsgang bewegte sie sich zur Tafel. Wera legte das Tagebuch auf den Rand des Lehrertisches und drehte sich zur Klasse um.
– Mendel war ein Moench, – sagte sie nachdenklich.
Swetlana Lwowna nickte und stimmte dieser unbestreitbaren Tatsache zu.
Nach dieser Offenbarung verfiel "Wera der Stier" in ein langes Schweigen. Winde wehten in Weras Kopf. In ein Ohr flog das Wissen hinein und aus dem anderen wieder hinaus, wobei es die bleierne Oberflaeche ihres Bewusstseins kaum bewegte. Oder vielleicht konnte das Wissen ihren Verstand von der Groesse einer Erbse einfach nicht finden.
Das Summen der Klasse schwoll in dieser willkommenen Pause etwas an. In der mittleren Reihe, am vierten Pult rechts, sass Larissa Grigorowitsch. Seitlich, in der Reihe an der Wand, am fuenften Pult links, befand sich Ljoscha Laptew, ein romantischer Verehrer von Grigorowitsch.
Die Verliebten stritten sich staendig und versoehnten sich wieder, verursacht durch die Eifersucht des einen oder des anderen Kontrahenten. An diesem Fruehlings-Maerz-Tag befanden sie sich in der suessen Phase der Versoehnung mit Schwueren auf Zetteln: „Nie wieder“ mit den entsprechenden Versprechen: „Nur du“. Ihre Romanze hatte den dritten Monat ueberschritten. Die Maedchen wetteten, ob sie den exakten Dreimonats-Rekord von Ljuda Kamnewa und Serezcha Welitschko brechen wuerden. Das vorherige romantische Paar befand sich gerade in tiefer Feindschaft. Sie sassen diagonal voneinander entfernt, auf maximale Distanz gebracht: Ljuda – am ersten Pult in der Fensterreihe, und Serezcha – am letzten Pult in der Wandreihe. So war das nun mal.
Niemand wusste, was auf dem Silvesterabend passiert war, aber nach den Winterferien war es, als waere eine schwarze Katze zwischen ihnen hindurchgelaufen. Uebrigens war der Name der Katze-Entzweierin gut bekannt – Ira Babitsch.
Swetlana Lwowna, die Klassenlehrerin des 10-B-Stocks, war zweifellos die Koenigin. Und ebenso zweifellos besass Ira Babitsch das natuerliche Recht einer schoenen Prinzessin. Ira war sehr-sehr-sehr schoen. Dunkle Haare fielen in einer schweren Welle auf die zarten Schultern. Eine dichte Tschoenka bedeckte die hohe, reine Stirn. In den grossen, leicht geschlitzten Augen tanzten kesse Funkeln. Eine zitternde Nase, leuchtende Lippen... Ganz zu schweigen von den anderen Vorzuegen, die sich unterhalb der Schultern erstreckten. Und dazu eine rasierklingen-scharfe Zunge. Alle Jungen der Klasse wollten mit Ira befreundet sein, mit dem hoechstmoeglichen Grad an Vertraulichkeit; alle Maedchen der Klasse hassten Babitsch aus diesem Grund und versuchten unbewusst, sie nachzuahmen.
Alles waere ertraeglich gewesen, haette Ira nicht freiwillig das Kreuz der schicksalhaften Frau auf sich genommen, ungefaehr so wie Gruschenka bei Dostojewski.


Am Dienstag erschuf Gott den Himmel.
Jura dachte ein wenig ueber die Schoepfung nach und zeichnete ueber den Pfeilen, am aeussersten Rand seiner Oikumene, zwei formlose Flaechen. Blaue Streifen, die von diesen Flaechen ausgingen, deuteten an, dass dies Himmelswolken waren. Ueber den Wolken malte Jura einige Sternchen. Und so kam es bei ihm heraus, dass der koerperlose Geist entlang der Pfeile zwischen dem Himmel, in seiner kosmischen Bedeutung, und der Erde, in ihrem planetaren Verstaendnis, hin und her jagte.
– Wera! – Tscheburaschka hielt Pantelejewas Schweigen nicht mehr aus.


– Mendel zuechtete Erbsen, – sagte Pantelejewa, als waere sie aus dem Schlaf der Vernunft erwacht.
– Na, Gott sei Dank, – seufzte Swetlana Lwowna.
– Und Kohl, – fuegte Wera hinzu.
Babitsch kicherte ziemlich laut. Swetlana Lwowna schlug mit der Handflaeche auf das Klassenbuch. Das Lachen brach ab.
– Kohl! – wunderte sich Tscheburaschka, – was fuer einen Kohl?
– Rosenkohl, – sagte "Wera der Stier" unsicher, – so ganz winzigen.
Swetlana Lwowna erlaubte sich ein Laecheln. Die Klasse, die ihre Koenigin unterstuetzte, lachte im Chor. "Wera der Stier" stand finster blickend an der Tafel. Sie musterte drohend die Klasse und waehlte aus, wen sie diesmal verpruegeln sollte.
Swetlana Lwowna wartete, bis sich die Aufregung gelegt hatte.
– Erzaehl uns von den Erbsen.
– Was gibt es da zu erzaehlen. Erbsen sind eben Erbsen.
– Tja, – Swetlana Lwowna oeffnete Weras zerknittertes, irgendwie schmuddeliges Tagebuch, – schlecht, Pantelejewa, sehr schlecht.
– Swetlana Lwowna, – Pantelejewa versuchte, eine klaegliche Miene aufzusetzen, was ihr nur schlecht gelang, – ich habe gelernt.
Swetlana Lwowna trug mit weitem Schwung eine dicke Zwei in Pantelejewas Tagebuch ein, schloss es und reichte es Wera.
– Setz dich auf deinen Platz.
Tapp-tapp-tapp, mit dem wackeligen Seemannsgang, kehrte Wera zu ihrem dritten Pult zurueck. Jura zog den Kopf zwischen die Schultern aus Angst vor einer unmotivierten Aggression des "Stiers" mit dem Tagebuch gegen die Stirn. Wera setzte sich, ohne jemanden anzuruehren, nur den Pultdeckel liess sie laut knallen.

Swetlana Lwowna blickte in die Klasse, nachdem sie die Note ins Klassenbuch eingetragen hatte. Die Schueler begannen gerade erst zu verstummen, doch sie hatte bereits entschieden, wer der Naechste sein wuerde.
– Babitsch, an die Tafel.
Ira stand auf. Waehrend sie ihr Tagebuch nahm, halb umgedreht, erstrahlte sie Laptew mit einem Laecheln an, liess ihre Huefte in Richtung Grigorowitsch spielen und ging mit anmutigem Gang, den Kopf stolz erhoben, zur Tafel.
„Da ist es! Es hat begonnen! Es hat begonnen! Da ist es! Grigorowitsch. Wie kann sie nur!“, – raschelten die Maedchen wie trockene Blaetter, erfasst von einem ploetzlichen Stoss kalten Windes.
Tscheburaschka sah die Schueler fassungslos an, unfaehig, den Grund fuer die Aufregung zu bestimmen.
Beim Beobachten dieses kleinen Vorfalls entstand in Juras Kopf ein genialer Plan, wie er sich mit Ira anfreunden koennte. Man musste nur eine Romanze mit irgendeinem Maedchen anfangen, damit Ira ihn ihrer Nebenbuhlerin ausspannte. Es blieb nur noch, ein Objekt auszuwaehlen, indem er alle Maedchen der Reihe nach durchging. Die Naechste war Pantelejewa. Nein. Hinter ihrem breiten Ruecken konnte man sich bequem vor Swetlana Lwowna verstecken, aber fuer romantische Beziehungen, und seien sie auch nur voruebergehend, war sie absolut ungeeignet. Pantelejewas Nachbarin und ihre einzige Freundin war die graue Maus Martynowa.
Jura begann, den Hinterkopf und das rechte Ohr von Martynowa zu betrachten. In diesem Moment beruehrte Andriewski, Juras Nachbar, Martynowa mit dem Lineal an der rechten Schulter, die Jura am naechsten war. Sie drehte sich um und starrte direkt in Juras fixierten Blick.
– Dummkopf, – sagte sie und wandte sich ab.
Nein, die Maus taugt auch nichts.
– In Wirklichkeit, – sagte Babitsch an der Tafel, – hat Mendel keinen Kohl gezuechtet.
– Ira, – verzog Swetlana Lwowna das Gesicht, – hoer schon auf mit dem Kohl.
– Indem Mendel verschiedene Erbsensorten kreuzte, – fuhr Ira fort, – entdeckte er die Gesetze der Dominanz und Rezessivitaet von Erbanlagen.
Ira begann, Kreise mit Pfeilen an die Tafel zu zeichnen und begleitete die Zeichnungen mit den notwendigen Erklaerungen.
Tscheburaschka lehnte sich in ihrem Stuhl zurueck und genoss die seltene klare Antwort von Ira Babitsch.
– Was zeichnest du da? – r;ckte Andriewski naeher an Jura heran.
– Nichts, – brummte Jura und bedeckte sein Werk mit der Hand.
Vor Juras innerem Auge erschien ein Sommerpark. Die Sonne war bereits untergegangen, und das Licht vermischte sich erneut mit der Finsternis in der blauen Daemmerung. Hand in Hand gehen er und Ira ueber einen Kiesweg. Sie setzen sich auf eine Bank. Keine Menschenseele weit und breit. Er fasst ihr an die Brust. Ira laechelt. Sie kuessen sich. Ihr Atem ist frisch und duftet nach Erdbeeren.
Als er spuerte, wie sein Fleisch hart wurde, verscheuchte Jura das qualvolle Liebesphantom.

Am Donnerstag erschuf Gott die Sonne und den Mond. Zwei Fragen tauchten im Zusammenhang mit den Schoepfungen des vierten Tages auf. Erstens: Was war die Lichtquelle von Montag bis Donnerstag? Und zweitens: Wie wuchsen am Mittwoch Graeser und Baeume ohne Sonne? Die erste Frage beantwortete Jura sich nach einigem Nachdenken selbst: Der Geist selbst erleuchtete die Erde, denn die Sterne sind zu schwach; sie betonen eher die Finsternis, als dass sie diese zerstreuen. Er selbst – der rastlose, leuchtende Geist – versorgte die Pflanzen mit dem notwendigen Chlorophyll.
Nachdem Jura diese weltanschaulichen Fragen geloest hatte, kehrte er zur Zeichnung zurueck. Rechts oben, im Verhaeltnis zur gewundenen Symmetrieachse, zeichnete er einen Kreis, der zu einem Viertel mit dem grossen Kreis verbunden war, als ginge die Sonne ueber dem Horizont auf. Links zeichnete Jura einen kleineren Kreis – den Mond.


Unterdessen legte Babitsch, nachdem sie mit Mendels Erbsen fertig war, die Kreide auf die Ablage der Tafel. Waehrend sie sich die Haende abwischte, drehte sie sich zur Klasse um.
– Mendel versuchte, die von ihm entdeckten Gesetze durch ein Experiment mit Bienen zu bestaetigen, aber es gelang ihm nicht, da der Mechanismus der Fortpflanzung bei Bienen viel komplizierter ist als bei selbstbestaeubenden Erbsen.
– Das steht nicht im Lehrbuch, – meldete sich der Musterschueler Perow aus der ersten Reihe zu Wort.
– Ich habe Ergaenzungsliteratur gelesen, – antwortete ihm Babitsch bescheiden.
– Toll! – lobte Swetlana Lwowna Ira, – einfach toll! Bestnote und eine Eins fuer das Vierteljahr.
Tscheburaschka oeffnete Babitschs Tagebuch.


Am Freitag erschuf Gott Fische, Voegel und Insekten.
Ueber der angedeuteten Sonne zeichnete Jura einen angedeuteten Vogel. Es gelang ihm schlecht. Der Vogel sah eher wie eine zornige, grosse Biene aus. Angesichts des Misserfolgs verzichtete Jura darauf, die komplexen Objekte des fuenften Schoepfungstages zu zeichnen.

Babitsch setzte sich auf ihren Platz und drehte sich zu Laptew um.
– Ljoscha, – l;chelte Babitsch ihn z;rtlich an, – kannst du mir nicht deinen Kugelschreiber geben? Meiner schreibt irgendwie schlecht.
Laptew, der bis zu den Haarwurzeln erroetete, gab Ira den Stift.
– Danke, – bedankte sich Ira, – ich gebe ihn dir nach dem Unterricht zurueck.
Die Klasse verstummte vor Staunen. Grigorowitsch war schmerzhaft anzusehen. Kap – eine Traene fiel auf das Biologieheft. Kap-kap-kap – fielen die Traenen.
Doch die Koenigin griff ein.
– Babitsch, – sagte Swetlana Lwowna streng, – gib Laptew den Stift zurueck.
– Swetlana Lwowna!
– Noch ein Wort, und du gehst vor die Tuer.
Ira reichte ohne Kommentare, da sie das strenge Wesen der Lehrerin kannte und wusste, dass sie keine leeren Drohungen aussprach, den Stift der Zwietracht ueber die Schulter zurueck.
Swetlana Lwowna stand auf.
– Oeffnet die Hefte. Schreibt das Thema der Stunde auf. Vererbung.


Jura schrieb zwischen den entgegengesetzten Pfeilen des umherstreifenden Geistes ueber dem leblosen Wasser und der Darstellung von Erde, Mond und Sonne an den Seiten, entlang einer Hyperbel im dritten Quadranten: TSCHEBURASCHKA. TSCHE bildete dabei den aufsteigenden Ast, U befand sich am Scheitelpunkt, und RASCHKA bildete den abfallenden Ast der Hyperbel.

Am sechsten Schoepfungstag erschuf Gott die Tiere und den Menschen. Letzteren nach seinem Bild und Gleichnis.
Und Jura sah, dass die Erde der Tscheburaschka erstaunlich aehnlich sah, mit dem grossen rechten Ohr-Sonne und dem kleineren linken Ohr-Mond. Er zeichnete der Erde-Tscheburaschka einen Rumpf, Arme und Beine hinzu.


Swetlana Lwowna ging ihrer Gewohnheit folgend an der ersten Reihe der Pulte entlang. Ihr gleichmaessiges Summen liess etwas nach, wenn sie zur Tuer ging, und nahm zu, wenn sie zum Fenster zurueckkehrte. Die Koenigin erzaehlte den Arbeiterbienen von der Komplexitaet der Beziehungen zwischen X- und Y-Chromosomen.


Und am Sonntag erschuf Gott unsere Schule.
Rechts von der grossen Tscheburaschka zeichnete Jura ein langgezogenes Haus mit zwei Reihen von Fenstern. Im Erdgeschoss in der Mitte des Hauses bildete er eine zweifluegelige Tuer ab und darueber in winzigen Buchstaben schrieb er „Schule Nr. 17“. Neben der Schule zeichnete er sehr schematisch zwei Maennchen, die sich an den Haenden hielten. Ueber das linke Maennchen schrieb er I und in Klammern (X). Ueber das rechte Maennchen schrieb er Ju und in Klammern (Y). Zu Fuessen der Maennchen zeichnete er eine Katze mit erhobenem Schwanz.


Jura lachte leise und bewunderte sein Werk. Ploetzlich wurde ihm bewusst, dass das Summen der Klasse und das Gesumme von Swetlana Lwowna schon seit einiger Zeit nicht mehr zu hoeren war. Er wollte die Zeichnung hinter einem sauberen Blatt Papier verstecken, aber er schaffte es nicht mehr. Von oben senkte sich eine Hand und nahm das offene Heft weg. Jura hob die Augen. Ueber ihm stand die zornige Tscheburaschka.
– Was ist das denn! – fragte sie, sich kaum beherrschend.
Jura stand auf und hob die Pultabdeckung an.
– Ich frage dich: Was ist das denn!
Jura stand schweigend da, mit gesenktem Kopf und gesenkten Schultern.
– Morgen erscheinst du mit deinen Eltern.
Und die Klingel laeutete.


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