Brief eines Verliebten

     Ich wei;, du liebst mich nicht.
     Du lachst mich offen aus
     Und richtest streng ;ber meine Gef;hle —
     Als st;nd ein Junge vor dir blo;.

     Das Schicksal trieb mich oft genug
     Entlang zerkl;fteter Granitfelsen.
     Und laut schlug mir das Herz im Dunkeln,
     Wenn Nebel meinen Blick verh;llten.

     Es schien: Der Gipfel liegt ganz nahe,
     Nur noch zwei Schritte bis zum Ziel.
     Ach, k;nnte sich der Traum erf;llen —
     Doch vor mir ragte neuer Fels empor.

     So ist es auch im Leben selbst:
     Kein Ausweg aus der kalten Wand.
     Du schl;gst den Kopf dir wund vor Sehnsucht,
     Und doch erwartet dich dort niemand.

     Niemand wartet, niemand sehnt sich
     Nach meiner Seele zartem Gl;hn.
     O du, die ich so sehr verehre —
     Wie gl;cklich k;nnte ich doch sein!

     Denk nach — und gib mir eine Antwort:
     Was w;hlst du wirklich f;r dein Leben?
     Jahrelang stur auf einen Prinzen warten —
     Oder Liebe und Z;rtlichkeit von mir empfangen?
                1990


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