Den geliebten M ttern
Euer graues Haar, ihr lieben M;tter,
kann den Menschen vieles erz;hlen.
Seid stolz darauf — bedenkt nur selbst:
Es spricht von eurem ganzen Leben.
Als M;dchen, in Kleidern aus Kattun,
gingt ihr zur Schule ins Nachbardorf.
Trugt Wasser, sticktet, n;htet,
und liefst an Feiertagen lachend ins Kino.
Doch dann brach der Krieg herein —
und mit ihm Leid und Kummer.
Den Vater verhaftete man als „Volksfeind“,
und die Mutter zog, die H;nde wund von Arbeit
und Tr;nen,
zehn Kinder allein gro;.
Das Schicksal verstreute die Familien
;ber die weite Welt —
Schwestern und Br;der, Verwandte und Freunde:
den einen in die Waldarbeit,
den anderen ins Bergwerk,
und mancher nahm f;r immer Abschied vom Leben.
Der Krieg ging zu Ende,
die Wunden begannen zu heilen.
Jeder gr;ndete seine eigene Familie,
und nun hat jede Mutter ihre Kinder,
und das Gl;ck scheint an die T;r zu klopfen.
Doch das Herz der Mutter
ist auf besondere Weise geschaffen —
es schl;gt voller Sorge an jedem Tag:
f;r den Mann, f;r Arbeit und Gesundheit,
f;r das Gl;ck und den Erfolg der Kinder.
Jeden Tag Arbeit, Sorge um die Familie,
und Jahr um Jahr wird das Haar grauer.
Falten im Gesicht, ein altmodisches Kleid —
was macht das schon aus,
wenn nur die Kinder leichter leben k;nnen!
Und nur an Geburtstagen
sitzen die M;tter im Kreis der Familie und Freunde,
wischen sich m;de eine Tr;ne von der Wange
und sagen leise:
„Unsere Kinder sind endlich erwachsen geworden…“
Wir sind bereit,
vor Gott auf die Knie zu fallen
und f;r unsere M;tter
um viele gl;ckliche Jahre zu bitten —
hier auf der s;ndigen Erde, solange ihr bei uns seid,
und auch dort im Himmel,
wo der Vater schon lange lebt.
Gl;ck, Liebe, Gesundheit und gutes Gelingen
w;nschen wir euch, unsere M;tter —
ihr seid die Blumen dieser Erde!
Und verzeiht uns all eure Schmerzen
und die Kr;nkungen,
die wir euch im Leben bereitet haben.
1997
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