Rettet uns!
Eine Anzeige f;r unsere Stadtbewohner:
„F;r das Einfangen von f;nfzig Streunern —
Eine begehrte Haushaltsware als Lohn.“
Gestern noch h;tte ich wohl
Den Beschluss der Beh;rden begr;;t,
Als uns — mich und meinen Sohn —
Ein Rudel verwilderter Hunde umzingelte.
Ich stellte mich sch;tzend vor mein Kind
Und blickte erstarrt in ihre Augen.
Sie starrten in meine zur;ck.
Und hinter meinem R;cken gingen Menschen vorbei —
Wie immer abgewandt.
Die Hunde knurrten einander kurz an
Und rannten dann dem N;chsten hinterher.
Doch ich ging weiter, verfolgt von dem Bild,
Wie ich ihre Kiefer auseinanderzudr;cken versuche.
Heute Morgen ging ich zum Laden,
Da h;rte ich pl;tzlich Jaulen und St;hnen.
Von der Landstra;e her, wo schwere „SIL“-Lastwagen
Mit tonnenschweren Ladungen vorbeirasten.
Ich blickte genauer hin —
Ein schreckliches Bild stand vor mir:
Ein riesiger Hund, der Kopf zerquetscht,
W;lzte sich halb lebendig auf dem Boden.
Dann wurde er still.
Die Fahrer versuchten hastig auszuweichen.
„Rettet uns und seid g;tiger zu uns“ —
Da erinnerte ich mich an die Augen
Des streunenden Hundes.
April 1991
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