Trauriger Regen

     Am Morgen fiel der Regen leis,
     Und traurig war der Himmel wie mein Herz.
     Es schien, als w;re alles l;ngst vergangen
     Und nur noch Leere blieb in meiner Seele.

     Doch nein — noch stehen vor meinen Augen
     Die klaren Bilder vergangener Tage.
     Mal seh ich mich von Tr;nen ;berstr;mt,
     Mal bricht das Gl;ck aus meiner Brust hervor.

     Als w;re ich erst gestern noch zur Schule gegangen,
     Und heute wart ich schon auf meinen Sohn.
     Vor nicht allzu langer Zeit schwielten
     meine H;nde in der Sowjetunion,
     Nun leb ich in einer deutschen Stadt.

     Wie die Natur das Wetter wandeln l;sst,
     So wandelt sich auch unser Leben st;ndig.
     Wie viele Menschen habe ich gesehen,
     Wie viele St;dte und D;rfer durchquert!

     Noch immer schl;gt der Regen an die Fenster
     Und gie;t seine Traurigkeit in mein Herz hinein…
     Nur m;ge meine Seele nicht aufweichen
     Unter deinem eint;nig-klagenden Lied…
                1991


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