Wirklich?

     Ach, mein lieber, teurer Mann,
     Wir leben fast wie Feinde.
     Und nach verletzenden Worten manchmal
     M;chte ich kaum noch weiterleben.
     Ich verurteile nicht zu streng
     Deinen unbeherrschten Zorn.
     Doch flehend schaue ich dich an:
     Greif nicht jeden voller Wut an!
     Nicht zum ersten Mal sag ich dir:
     Ball deine Wut zur Faust zusammen.
     Kann ich dir denn wirklich nicht beweisen,
     Wie erb;rmlich ein Choleriker wirkt?
     Du sagst, dein Leben sei
     Nie leicht und heilig gewesen.
     Doch muss man deshalb wirklich
     Auch weiterhin sein Leben zerst;ren?
     Manchmal merkst du selbst nicht einmal,
     Wie tief du verletzen kannst,
     Dass mir das Herz aus der Brust zu rei;en scheint
     Und ich nicht wei;, wie ich den Schmerz stillen soll.
                1994


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