Und ganz nah ein so warmes Wesen...

Barfuss am Fluss entlanggehend,
mit einem so warmen Wesen an meiner Seite,
fuehlt sich meine Seele augenblicklich leicht an,
als haette sie eine sanfte Hand beruehrt;
als waeren die Steine verschwunden
und ich auf Schwingen emporgehoben,
waehrend Wellen aus seifigen Tropfen
meine lebendige Stimme umspuelen –
und mein rasendes Blut erfuellt ist von Freude...

Die Melancholie, in ihr Gewand aus Batist gehuellt,
sucht hier nicht laenger nach einer Bleibe;
sie ist wie ein Vogel davongeflogen
und hinterliess nur eine warme Brise;
schlaflos in der Nacht und im Morgengrauen
sehne ich mich danach, noch einmal
von den guetigen Tropfen des Sommers zu kosten –
doch vielleicht kehrt er zurueck –
k;nnte ich nur dorthin zurueckkehren...

Die Stufen der Veranda verbrachten die Nacht
damit, Stunden voller Kummer zu zaehlen;
obwohl vom Regen unermuedet,
sehnen sie sich nach dem Fluss des Sommers;
des Flusses Wasser stroemen ueber die Steine –
wie meine eigenen Gedanken, wie mein eigenes Ich...
ja, die Angst vor dem Verlust entfaltet sich wie ein Drama –
meine Augen lassen das Glueck entgleiten,
und eine Traene hat meine Seele verschleiert...
 
Sag mir, kleine Brise, sag mir die Wahrheit –
hast du mich im Sommer geliebt?
Auf Fluegeln der Waerme wuerde ich nur zu gern
dorthin gehen, wo ich ungesehen bleibe;
der Fruehling ist irgendwohin verschwunden,
und ringsum hat sich die Bluete gewandelt,
doch in meinem Herzen bleibt alles gleich –
es wallt auf wie eine Quelle im Winter –
alles ist Musik des herbstlichen Schlummers...


Uebersetzt aus dem russischen: А рядом дух тёплый такой
http://proza.ru/2019/07/01/305


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