Ich bin es, hier auf Erden. 1

Ich bin es, hier auf Erden, die zu weinen begann, zur Antwort schrie und die Tuer verschloss
vor all jenen, die die Seele ins Fleisch hinein erdrueckten – vor wilden Ignoranten und den an der Macht Klebenden.
Ich bin es, hier auf Erden, die zu lachen lernte, wenn meine Hilfsangebote auf Ablehnung stiessen,
auf dass ich dem „Feld des Gluecks“ entfliehen konnte, das die Freude aller Hoffnungen begrub.
Ich bin es, hier auf Erden, die lernte, in jedes Wesen – in den Kern eines Gedankens – einzudringen und dort eine Botschaft zu finden:
dass ein gaehnender Schlund meine Fluegel in ein Netz huellte, blind fuer das Kreuz, das ich trage – das Doppelkreuz meines Schicksals.
Ich bin es, hier auf Erden, die lernte, sich rechtzeitig dem Poebel zu entziehen,
vor dem Sturm zu fliehen, ohne zurueckzublicken – wo auch immer ich sein mochte –, wohl wissend um ihre Suende: das Verbot, zu widersprechen.
Ich bin es, hier auf Erden, die alles gruendlich erforscht und ihr Leben gestaltet,
im Gedenken an jene Mission – das Streben nach Wissen –, das wichtiger ist als Muehsal und Vergnuegen.
Ich bin es, hier auf Erden, die Oel traeufelt – der Docht ertraegt den Schmerz, wenn die Worte versiegen,
wenn es gilt, etwas heimlich und schweigend zu sagen, ohne auch nur einen Buchstaben preiszugeben.
Ich bin es, hier auf Erden, die Schriften studierte, um in der Sprache irdischer Jahre zu schreiben – vom Lichtspalt an der Tuer –,
die durch die Welt wandert, ohne den Geliebten, ohne jemanden, der den verdienten Erfolg mit mir teilt...
Ich bin es, hier auf Erden, koerperlich schwach, weil es niemanden gibt, mit dem ich fliegen koennte;
Aufrichtigkeit ist ein Gut, doch der verfluchte Eigennutz fluestert aus fremdem Mund: „Pack sie dir, schlag zu...“
Ich bin es, hier auf Erden, der bitter leidet und dem die Kraft f;r all das fehlt –
die Maske abzureissen, die auf die Gesichter gepresst ist, und als Licht aus den Schatten zu treten;
Ich bin es, hier auf Erden – scheinbar stark, mich hinter unbeholfenen Worten verschanzend –
faehig, eine unfassbare Wahrheit ans Licht zu zerren, auf die Gefahr hin, meine eigene Silhouette zu beflecken.
Ich bin es, hier auf Erden – scheinbar betrunken, den aufwallenden, truegerischen Zorn spuerend –
mein innerstes Selbst muede verbergend, eingeengt, meine Reise vor der Morgendaemmerung abbrechend.
Ich bin es, hier auf Erden – unverstellt, inmitten des Weltenlaerms mein Schwert offen erhebend –
ich trete hervor, um die Zukunft zu befragen und der Welt Trost zu spenden: Bald werden die Kriege enden!
Ich bin es, hier auf Erden – fuer die Reise geweiht – und bahne mir einen Weg mit der Weisheit der Vergangenheit,
genau jenen Pfad, den der Engel beschritt, gezeichnet von der Kraft des Heiligen in heiligen Staetten.
Ich bin es, hier auf Erden – wie in Fesseln, ohne Entkommen in die Zukunft –
den Blick auf meinen Geliebten gerichtet; vielleicht erinnert sich die Liebe – und unser Licht – an ihn...


Ich bin es, hier auf Erden.2
http://proza.ru/2025/12/24/1156


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