Erkenntnis. 7
– Weil die Zukunft erst durch das Hervortreten neuen Wissens anbricht – durch dessen Umsetzung in die Wirklichkeit, in die gegenwaertige Zeit.
– Wahrscheinlich leben alle so … jeder hat seine eigene Auffassung von der Wirklichkeit, seine eigene Art, Dinge abzulehnen, und auch das Streben nach Wissen ist bei jedem anders. Und doch … die Welt anders zu sehen als die anderen – das ist schon … - Es ist genau das, woran du gedacht hast. Du siehst Kleinigkeiten, Teilchen der Wahrheit, verborgene Fakten, die sich nicht widerlegen lassen.
- Weisst du, ich spuere sie, noch bevor ich sie sehe. Sind das Projektionen des Geistes – seine Kraft, das, was ich einst erlebt habe, in die Gegenwart zu verwandeln?
- Auch so etwas gibt es. Aber nicht in deinem Fall.
- Weil es beweisbar ist?
- Weil es eben so ist.
Beweisbar. Ein interessantes Wort, dieses „beweisen“ – von „das Ungesagte zu Ende sagen“ …
- Maerchen. Erzaehlung. Sagen.
- Reale Ereignisse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – sie verflechten sich so oft miteinander …
- Ich bin auf eine solche Formel der Verflechtung gestossen, ohne sofort zu begreifen, was, wie und wo genau diese Zeit ist – ob real oder nur dokumentarisch.
- Du hast mein Antlitz auf dem Schiff gesehen.
- Ja, Ri. Dein Antlitz – es war so nah, fuer jene, die auf der anderen Seite des Regenbogens sind. Eine Vielzahl von Schiffen ueber den Ozeanen aus Wasser …
- Ueber dem Ozean.
- Ueber dem Ozean.
Ein Regenbogen bildete einen Vorhang, und niemand sah, was sich dahinter abspielte. Dorthin hatte ich noch nicht geblickt.
– Mein Portraet hat dich abgelenkt.
– Ja, das Relief auf deinem Schiff. Oder vielmehr: zuerst das Schiff, eines unter vielen anderen.
Frueher habe ich nicht verstanden, woher die Kronen und die Kroenungstraditionen kamen.
– Das Leben der Energien.
– Die Sphinx – der Waechter der Unterwelt – traegt keine solche Krone; Verstorbene haben keine Aura, denn die Seele nimmt sie mit sich.
– Ich bin zufaellig auf einen Computerbildschirm gestossen. Wie haette ich da nicht hineinsehen kaennen?
– Zufaelle gibt es nicht.
- Die Erkenntnis kam einen Tag spaeter. Die Wiederholungen waren anders. Und je tiefer der Blick in die Vergangenheit reichte, desto heller strahlte das Licht. Warum ist das so? (Sie sah Fotodokumente aus verschiedenen Epochen des Gizeh-Plateaus in Aegypten und dessen gesamtes unterirdisches „Leben“.)
- Du hast das Raetsel geloest. Die Bewertung liegt ueber dem Durchschnitt. Du denkst langsam. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Verstaendnis fuer koerperliche Arbeit und der Ebene des Denkens.
- Das heisst, ich denke falsch?
- Falsch. Du ermuedest dabei ja.
- Weil ich das Physische fuer die Realitaet halte?
- Ich habe dir doch gesagt: Auf der Erde merkst du gar nicht, wie du dich im Kreis drehst – kaum dass du den Staub der Zeiten beruehrt hast... Klammere dich nicht an den Staub, er ist nur Baumaterial.
– Es spielt also keine Rolle, worin ich da gegraben, durch welche Labyrinthe ich mich bewegt oder welches Raetsel ich geloest habe – wichtig ist nur, wie ich psychische und physische Belastungen miteinander in Einklang bringe? Aber da gibt es doch so viel Interessantes! Unter der Sphinx liegt eine ganze Zivilisation der Vergangenheit. Es hatte sogar den Anschein, als seien sie uebereinander errichtet worden – jede wie ein Spiegelbild der vorherigen, jedoch mit Verbesserungen und Ergebnissen, die von irgendjemandem oder der Menschheit als Ganzes erzielt wurden, nachdem bestimmte Aufgaben geloest worden waren. Das ist doch unglaublich spannend!
– Hast du keine Lust, in deinem eigenen Koerper zu graben?
- Wie meinst du das? Dass es laengst nicht mehr meins ist, sondern zu Staub der Zeiten zerfallen?
Der Koerper der Erde … ihr Leben … das staendige Absterben von Teilen ihres Daseins … lauter Kleinigkeiten.
Wovon sprichst du?
- Oh, das ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit …
Hast du ueberhaupt eine Ahnung, wovon ich rede?
- Du sprichst von der Unausweichlichkeit von Geburt, Tod und dem Dasein der Seele sowie von der Wiederholung all dessen. Ach ja … du meinst, dass die Datei ueber das Leben im alten Aegypten in einem Muster aus Energien leuchtet. Woher sie wohl stammt?
- Warst du es nicht, die von einem Internet sprach, das sich dem Verstaendnis der Erdenbewohner entzieht?
- Ihr habt ein neues Programm zur Durchleuchtung und Abtastung der Erdkruste bekommen und natuerlich neue Unterlagen … auf dem Treffen haben sie alle gesehen, auch ich – mit einem gewoehnlichen Mobiltelefon, weit von euch entfernt. Ihr betreibt dort Archaeologie auf hoechstem, unantastbarem Niveau, waehrend ich nur ueber mein Gedaechtnis verfuege …
- Bist du immer noch eine kleine Plasma-Sphaere aus Sonnenwinden?
- Was fuer eine Frage? Mein Gedaechtnis ist gewachsen …
Ach so ist das! Das Leben der Energien im Koerper gleicht der Ansammlung von Energien – sei es bei irgendetwas oder auch bei einem Ort auf dem Planeten. Beseelung!
Doch bedeutet das etwa, dass … nun ja, natuerlich: Energien teilen sich und vermehren sich durch diese Teilung. Ein Ort verliert an Lebendigkeit, wenn seinem Leben kaum Interesse entgegengebracht wird. Die Verstorbenen gehen ins Nichts ueber, die Seele kehrt in die Welt der Energien zur;ck. Alles Beseelte strahlt vor Leben. Doch auch Steine, Mineralien und Metalle – auch sie leuchten.
Ach! Wie konnte man das nur vergessen … es ist die Verdichtung von Energien zum Zwecke der Manifestation von Materie.
Meine Erinnerung kann mir also Kraft verleihen, ohne aufzuhoeren, an jenem Ort zu verweilen, an dem ich physisch nicht mehr bin – oder vielmehr: Mit meiner Seele bin ich auch dort praesent, wo mein Koerper nicht mehr sein kann. So spielen etwa die Haende von Musikern aus dem Bewegungsgedaechtnis, Briefe entstehen wie nach Diktat, Zeichnungen wie nach einer Vorlage oder Projektion; Gerueche, Schmerz, Freude – selbst dort, wo sie eigentlich nicht hingehoeren –, all das ist Erinnerung, gleichsam abgerufen aus Dateien, die durch die Anforderungen des Augenblicks bestimmt werden. Das ist doch genau dasselbe, wie mit den Gedanken durch das Universum zu schweifen, auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die sich – wie Blueten bei der leisesten Beruehrung – aus zu kleinen Knoeueln verdichteter Energie entfalten. Allerdings braucht man dafuer eine gewisse Energie.
– Endlich!
– Was?
– Willkommen im Heilbad des Seins.
Bevor man sich koerperlich einbringt, muss man sich geistig einbringen. Und sich zu nichts draengen lassen. Die Entstehung und das Gedeihen jeder Sache erfordern Geduld. Alles unterliegt dem einen Prinzip des Energieaustauschs. Wer sich hetzt, ist bereits ins Hintertreffen geraten, weil er ermuedet ist und seine Energie auf dem Weg zum Ziel verloren hat.
– Was fuer eine Lektion! Die Sphinx in den unterschiedlichsten Stadien des Daseins … vom Kriechen des Kindes ueber den Flug von Gedanke und Tat bis hin zum Uebergang des gesamten sichtbaren Lebens in die Vergangenheit – und daraufhin wieder zahllose Wiederholungen von allem, jedoch nicht als ein neuer Urbeginn, sondern in verbesserter Form. Und es gibt keinen Grund zur Eile. Wohin sollte man sich auch beeilen? Wichtiger ist es, sich zu erinnern und zu begreifen: Erwachen. Tag. Schlaf. Erwachen. Tag. Schlaf. Und all das, was das Erwachen, den Tag und den Schlaf von gestern ausmachte, ist nicht mehr da. Es bleibt nur die Tatsache der Seele im Koerper – noch immer im Koerper, ausgestattet mit neuen Erkenntnissen und Moeglichkeiten, ohne ihn zu verlassen, waehrend sie immer wieder eine neue, doch vertraute Realitaet ihrer selbst durchlebt. Daher also ruehrt dieses Gefuehl: „Mich gibt es schon lange nicht mehr, ich bin nur eine Kopie meiner selbst“!
– Alles wandelt sich; nichts von dem, was noch vor einem Augenblick war, ist geblieben. Lediglich die energetischen Verdichtungen des Fleisches sind bestaendiger – doch ohne die Stuetzung durch eigene oder fremde Gedankenformen sind auch sie nichts als Staub.
- Das Streben nach Antworten auf Fragen formt das Wesen – es ergaenzt, schreibt, zeichnet, vertont und manifestiert sich durch die Schwingungen jener Energien, die wir nicht nur in uns tragen, sondern auch einatmen, indem wir uns bewusst auf das Wesen des Verstandes des gesamten Kosmos einlassen und darin eintauchen – mit Moeglichkeiten, die weit ueber die bisherigen hinausgehen.
- Das gezielte Anziehen der Energien des Ganzen erhoeht die Chancen, deren Qualitaeten zu erlangen …
- Fleisch, Gehirn und Herz sind keine Erzeuger von Gedanken; das Nervensystem ist ein Energiewandler, waehrend die Beseelung von allem und jedem von aussen erfolgt.
- Wasser lenkt alles. Wo kein Wasser ist, herrscht Staub.
- Das Gedaechtnis der Zeiten bewahrt sich nicht durch Vereisung (Kaelte trocknet das Salz aus; der Spiegel seiner Zeit ist zwar sichtbar, aber vergaenglich – ein unvermeidlicher Zerfall), sondern durch das Brennen des Wasser (es schmilzt die Salze zu einem fluessigen Film, der den Flug unsichtbarer Energien begrenzt und sie sichtbar macht – als urspruengliches Wesen des Fleisches in einem verunreinigten Wassertropfen. Das Plasma der Energien hingegen – frei von Salzen, eine leichte, fluechtige Substanz – laesst sich steuern, indem man es in Salz einschliesst).
- Das Geistige laesst sich nicht an der Salzmenge messen.
- Beseelung?
- Beseelung.
– Und was ist das fuer eine Substanz?
– Nicht die manifeste Wirklichkeit.
– Ein Plasma aus Energien …
– Manifeste Wirklichkeit. Ein Plasma aus Energien ist manifeste Wirklichkeit. Und alles, was sich manifestieren laesst, kann nicht Geist sein. Der Geist des Lebens ist der Gedanke.
– Aber die Verdichtung von Gedanken bringt Fleisch hervor.
– Wodurch?
– …
- Vergleiche nicht unbedacht und vermenge dabei nicht physische Erscheinungsformen mit geistigen. Der geistige Gedanke hat nichts gemein mit dem, was er lenkt, indem er Energien leitet und sie zur Erschaffung von Fleisch vereint.
- Alles ist Gedanke und Gedanken von Gedanken …
- In allem sind der Gedanke und die Gedanken von Gedanken gegenwaertig.
- Ist der Kitt der Wirklichkeit ein Gedanke? Woher stammt er?
- Licht. Geistiges Licht.
- Gleich dem Wind und den Winden der Winde?
- Die Lebenskraft, die alles bewegt.
- Das Unbegreifliche?
- Das Unbegreifliche.
- Das Leben liegt also nicht in den Gedanken.
- Wenn du den Gedanken „abschaltest“, erkennst du die Wahrheit. Kennst du das?
- Eine Realitaet jenseits der Realit;t.
Elektronik, Internet, historische Dokumente, Dateien, deren Kopien – all das ist nichts ohne Energie. Wahres Leben kommt von aussen.
- So verhaelt es sich auch mit der Realitaet jenseits der Realitaet. Die Vervielfaeltigung von allem, Tag fuer Tag – all das ist nichts ohne die unsichtbare Beseelung der Daseinsform.
- Das Unsichtbare wird zur sichtbaren Antwort auf die Frage. Und dies ist niemals eine offensichtliche Wirklichkeit, doch stets ein Beweis f;r die Ewigkeit des Gedaechtnisses der Ewigkeit selbst.
- Und es gibt keinen Grund zur Eile, solange die Antwort auf die Frage noch aussteht.
- Genau so ist es.
- Die energetische Komponente der Antwort auf die Frage ist ein Wegweiser, eine Anleitung zur Gestaltung einer bestimmten Daseinsform.
- Aufgaben rechtzeitig loesen.
- Um Wasser zu halten, bedarf es einer bestimmten Sphaere oder eines begrenzenden Rahmens.
- Ich erinnere mich:
Das Meer mit seinem Salz am Meeresgrund.
Der Suesswasserfluss, der die Ufer mit Lasten belegt.
- Die Entstehung eines Regenbogens wird durch die Substanz bestimmt, ueber der er schwebt und die er umfliesst. Eben jener Schleier...
- So verhaelt es sich auch mit allem Geistigen.
- Jede Realitaet wird von Energien bestimmt, die sie formen, n;hren und veraendern – entsprechend der Bedeutung der urspruenglichen Gedanken. Diese Gedanken sind keineswegs der Geist des Lebens, sondern Energiepartikel einer bestimmten Zeit, die in der Parallelrealitaet des wahren Selbst – also der Seele – verlaeuft. Das wahre Selbst, die Seele, ist eine Substanz aus einer Vielzahl von Energien.
- Das Licht von Seele und Geist …
- Das bedeutet, dass sich die Antworten auf Fragen von selbst finden, sofern die Energiekraft dieser Fragen dazu faehig ist, sie zu erschliessen, zu begreifen, in sich zu tragen und mit anderen zu teilen. Es ist, als waere man eine Rose oder eine Lilie … aber nicht beides zugleich, waehrend man um die Entfaltung des eigenen Lebens wei; – gemaess dem Wissen des Systems einer bestimmten Seinsaufgabe, aus einer bestimmten Inkarnation heraus und f;r eine solche, vom Vergangenen in das Zukuenftige hinein.
– Und deshalb uebersteigt eben jenes geistig Unfassbare schlicht die Fassungskraft der Erscheinungsform menschlichen Wesens …
– … es stammt aus der Welt der Engel, Erzengel und der gesamten goettlichen Sphaere.
Und wahrlich, wozu brauche ich die aegyptischen Totenkammern, wenn es die ganze Welt einer kuenftigen Morgenroete gibt?
Ich danke Dir, Ri.
– Bewertung: ausgezeichnet.
– Und ganz ohne Bewertung?
- Ich freue mich ueber das Vorankommen – im Leben aufwaerts, nicht in die Tiefe der Jahrtausende hinein. Man kann zwar auch dort arbeiten, aber das Salz – es ist nur Staub, davon gibt es so viel in der Welt der Sterne … man darf sich nicht darin verfangen; man nimmt, was man braucht, und fliegt weiter.
- Ist der Wind besser als der Staub?
- Er erschafft ihn.
- Kann man denn zum Wind werden?
- Ein Gedanke ist Wind.
- Auch der Wind ist in seiner Bewegung eingeschraenkt.
- Der kosmische Wind. Doch der geistige Wind ist ueberall.
- Wie das Lebensgluten?
- Eine unfassbare Beseelung. Ein goettlicher Hauch, ;hnlich den irdischen Winden, doch er zerstoert niemals etwas, sondern erschafft nur Leben. Jeder Einzelne ist ein kleiner Teil davon und kann aus diesem Teil heraus schoepferisch wirken, denn die Kraft fuer Groesseres waechst durch das Loesen von Aufgaben – durch das Finden von Antworten auf Fragen. Wissen ist Lebenskraft.
- Und wenn das Fleisch stirbt – warum stirbt es?
- Auf der Suche nach Antworten in anderen Daseinsformen, wobei die vorhandene Energie fuer eine moegliche neue Verkoerperung in einer geeigneten Lebensumgebung bewahrt wird.
- Das heisst, es gibt Fehler bei der Verkoerperung?
- So etwas gibt es nicht. Es kann lediglich vorkommen, dass die Energie der Seele nicht ausreicht, um unter bestimmten Bedingungen zu leben und die eigenen Ziele zu verwirklichen.
- Und traegt deshalb die Sphinx – der Hueter des Reiches derer, die in die andere Welt hinuebergegangen sind – keine Krone, wie sie die Sphinx des Lebens traegt, die ueber allem schwebt?
- Bildlich gesprochen: Das Ende eines Lebens und die Erinnerung daran sollen der Verwirklichung eines neuen Lebens nicht im Wege stehen.
- Bildlich gesprochen? Wer geboren wird, erinnert sich nicht an fruehere Leben – oder nur aeusserst selten.
- Wer sich erinnert, erschafft Bilder. Er weist den Weg, belebt die Vergangenheit und teilt seine Lebensenergie, um andere zu erleuchten und ihnen das Leben zu erleichtern.
- So wie du es bei mir tust.
- So wie ich mit dir. Doch hier liegt der Fall anders. Du erinnerst dich selbst an alles; fuer dein Gedaechtnis gibt es keinen Tempel.
- Uralte Tempel sind Tempel der Erinnerung. Fuer Eingeweihte?
- Fuer jeden. Durch die Faehigkeit zu fuehlen und zu sehen.
- Sehen durch die Anziehungskraft der Energien des Kosmos – also der Ewigkeit.
- Im Wissen um die Vergangenheit und im Gedenken an sie nur das aufgreifen, was dem Wachstum der Seele dient – sei es der eigenen oder einer anderen –, doch nicht bloss in der Vergangenheit leben oder sie exakt wiederholen, sondern sich auf der Grundlage des Besten aus dem bereits Erlebten weiterentwickeln. Die Sprache der Verstaendigung ist etwas Wunderbares – besonders wenn man das ihr von Anfang an innewohnende Gute zu erkennen vermag, das die Voelker der Welt nicht trennt, sondern vereint. Architektonische und ingenieurtechnische Ideen spiegeln oft jenen Mikrokosmos wider, der wiederum ein Abbild des Makrokosmos ist. Die Winde der Erinnerung sind die Seelen der Seelen. Das Licht des Lebens ist der lebenspendende Geist, ein unerschoepflicher Quell der Energien; beruehrt man ihn nur – wie Tautropfen –, so wird man selbst zu Tau, der die Umgebung widerspiegelt und zugleich die Faehigkeit besitzt, in alle Lebensbereiche einzudringen und sich zu wandeln: aehnlich der Metamorphose einer pflanzenfressenden Raupe zum bestaeubenden Schmetterling – oder, noch wunderbarer: Ein Wassertropfen kann zur Kraft des Plasmas werden, zum Licht des Lebens. Alles wiederholt sich in der Selbstentfaltung zur Staerkung des Lichts der unendlichen Welten – jeder Ewigkeit vereint in der einen.
– Und wissen sie davon?
– Sie wissen es nicht.
Uebersetzt aus dem russischen: Озарение.7
http://proza.ru/2025/08/23/1280
Свидетельство о публикации №226081000128