Und nun ein Wort zum Kosmos. Bach und die Orgel

Verfasst fuer Roskosmos, 26. Februar 2021.
Eine Science-Fiction-Erzaehlung ueber das Entstehen von Fleisch aus Licht.
Die begleitende kosmische und goettliche Musik Bachs hilft dabei,
den Leser in die bildhafte Darstellung der Entstehung des Universums eintauchen zu lassen.

Nun will ich vom Kosmos sprechen,
davon, wie und woraus ich dieses Firmament erschuf:
Als der Strahl des Gedankens wie ein Strom hervorbrach,
wurde er dem Licht selbst gleich;
er begegnete der Sch;nheit neuer Blitze
und erfasste neue Anfaenge.

O mein Gedanke, der zuerst war
und sich zu einem Leib zusammenzog – zu einem winzigen Punkt:
Durch eine Windung der Bewegung nahm er den Geist in sich auf – mich;
durch eine Windung der Wiederholung – die Seele, den Buchstaben, die Linie.

Wie kam es dazu – zu dem, was ich erschuf,
Vom blossen Geist zum Fleisch (nun ueberall praesent)?
Ich tauchte tief ins Licht des Denkens ein,
Verschmaehte Pfade, wo ich selbst nicht w;re;
Ich hiess die Gedanken einen Urkreis bilden,
Die Zeit in Ringen windend, Schicht um Schicht,
Bis sie Gestalt gewann – so hob die Stunde ab,
Und selbst des Lebens Keim beugte sich ihrer Macht;
Alles gehorchte sogleich dem Gebot der Stunde:
In ihr herrschte ein Gedanke ueber alle anderen –
Der letzte formte das Antlitz, das nun bestand,
Waehrend der erste auf die Vergangenheit strahlte, offenbart;
All’ Gedanken webten Licht in Licht,
Verdichteten sich enger auf mein Wort;
In hellen Farben nahm Gestalt sich an,
Und Regenbogenfarben flossen aus dem Denken;
Aus widerstreitendem Denken stroemte Glanz,
Der sich entfaltend in Klaenge teilte,
Die Waerme teilend, mit der er strahlte –
Mit Geist, mit Seele und dem Leben, das die Welt regiert.

Das Licht ist der Herr ueber alles, was das Heim
meines Traums erfuellt – die Welt soll die Spur der Gedanken schauen,
die ich frei von jeglichen Fesseln erschuf,
ein wunderbares Werk, das bei mir verbleibt;
ich liess jede Form los, die ich einst erdacht,
doch keine von ihnen schwand dahin –
stets mehr den Zauber des Lebens enthuellend,
durchdrangen sie die Ewigkeit mit Melodien…

Die unsichtbare Welt ward mir sichtbar;
ich beruehrte sie mit der Sphaere des Denkens, der Gedanken,
durchdrang das feste Reich, getrieben von innerem Verlangen,
zertruemmerte mich selbst, setzte mich neu zusammen… Ich bin ewig!

Ohne den Wunsch zu besitzen, besitze ich doch –
im Wissen, dass das Licht ueberall um mich herum lebt;
es teilt sich mit, und ich habe teil an diesem Strom;
ewig ist das Licht, ewig bin ich, und so werde ich bleiben.

Der Kosmos ist der Gedanke des eigenen Kosmos der Seele,
erleuchtet vom Geist der Erkenntnis in einem ewigen Reich;
alle Formen sind die Wirklichkeit von Traeumen – diesem und jenem –,
Traeumen, gesponnen in den Windungen der Zeit, gegen den Gegenwind.

Woher kommt der Wind? Er war mein eigenes Verlangen:
Inmitten von Kaelte und Hitze sollte Wind entstehen,
um ein magnetisches Medium zu schaffen – eine Kraft, die
die Sterne in Bewegung haelt und die Planeten in ihren Bahnen bewahrt.

Ich sandte kosmische Wellen in das Reich des Schlafs –
in die grenzenlose Weite rastloser Gedanken –,
indem ich mich in Bruchstuecke der Stunde teilte,
auf dass ich die Zeit schauen moege.

Bedenke, woher das sichtbare Licht wohl kaeme,
wuerden die Sterne aller Welten verblassen.
Jenes Licht ist gehuellt in die Winde ewigen Denkens,
die die Teile der Welten zu Welten der Welten verbinden.

.
Bach – Orgel 30.05.2011
Hans-Andr; Stamm
https://www.youtube.com/watch?v=-iUBdU8Xp40


Uebersetzt aus dem russischen: А я о мироздании скажу. Бах орган
http://proza.ru/2021/04/02/2091


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