Die Lebenssphaeren mit den Melodien der Noten

Wenn die Liturgie erklingt, verschliessen sich die Augen vor allem Unziemlichen und Boesen; aus den himmlischen Tiefen, getragen von den Schwingen der Seraphim, tritt das Licht der Erkenntnis und des Erwachens in die Welt – gespeist von den Strahlen des wahren Glaubens sowie der Hoffnung auf Frieden und das Wirken der Glaeubigen. Es ist das Hervortreten jener, die mutig und entschlossen, doch zugleich vernuenftig und dem Herrn ergeben sind; Menschen, die mitfuehlen und verstehen, die um die Noete und Beduerfnisse der einfachen Leute wissen und um die Vergaenglichkeit allen irdischen Daseins sowie um die Ewigkeit des Unvergaenglichen. Sie treten hervor, um Fehler wiedergutzumachen, die zu Suenden an anderen gefuehrt haben – begangen aus Unwissenheit ueber die Folgen fuer das eigene Leben, das der Mitmenschen und bisweilen sogar der ganzen Welt.
Aus dem Zusammenfliessen von Energien – gespeist aus Sphaeren vollkommenen Wissens und gleichsam Wasserfaellen aus Gedanken – erwaechst eine Kraft, die von nichts und niemandem bezwungen werden kann, ausser durch die hoechste aller geistigen Tiefen des Kosmos; in dieser Einheit verankert und bewahrt sich das gesamte Fundament des Lebens und dieser Zivilisation – im Einklang mit den Zivilisationen vergangener Zeiten sowie im Verst;ndnis ihrer Wissenssphaeren und ihres Einflusses auf die nachfolgenden Welten.
Die Einheit mit allem, was in dieser Welt und in der Welt jenseits der Welt existiert, eroeffnet die Moeglichkeit, deren Dasein zu sehen, zu hoeren und zu fuehlen – parallel zu diesem Leben.
Die Erkenntnis der uebereinander geschichteten Welten und ihrer Wechselbeziehungen vermittelt ein Verst;ndnis fuer ihr Sein – das ueber unserem eigenen Sein steht – und weckt den Wunsch, in dessen Wesen einzudringen. Denn es ist nicht das Kommende, das regiert, sondern das Gewesene: das Wissen der Vergangenheit, welches das Fundament fuer das Wissen der Zukunft bildet. So festigt sich die Schwelle zu allem Seienden, das zugleich Fundament, Waende und Dach einer jeden Sphaere einer bestimmten Welt darstellt – einer Welt, die zwar von den anderen getrennt, doch im Verbund mit ihnen Teil eines grossen Ganzen ist. Dies gleicht dem Entstehen von Wolken, dem Hervorgehen einer Vielzahl von Blaettern, Bluetenstaenden und Fruechten aus einem einzigen Keim, dem Anwachsen kleiner Winde zu grossen Stuermen und der Formung von Bergen aus einzelnen Sandkoernern. Die Wiedervereinigung von allem ist unvermeidlich, denn darauf ist der Erdenball gegruendet – und das Kleine spiegelt das Grosse wider. Die Erkenntnis, dass das Fleisch nicht ewig ist, eroeffnet dem Bewusstsein ein Verstaendnis fuer die Ewigkeit des Ganzen in einer anderen Form – durch eine Transformation der Transformationen, deren verbindendes Element jene Gedanken sind, die alles neu erschaffen: bei jeder Neugeburt in einer besseren Gestalt und mit besseren Moeglichkeiten, nachdem man sich bereits waehrend des Daseins in einer Sphaere des Seins mit seinem geistigen Ich von allem befreit hat, das nicht gut ist. Genau darin zeigt sich die Freiheit der Wahl: festzuhalten, loszulassen oder eine annehmbare Welt zu erschaffen – durch Entscheidungen, die sowohl einen selbst als auch die Welt als Ganzes betreffen, sofern sie den eigenen Wirkungskreis beruehren. Denn letztlich ist ohnehin alles ein einziges Ganzes, in dem alles und jeder existiert und aus dem heraus man – als ein Teil, der zugleich eins mit dem Ganzen und doch von ihm unterschieden ist – neu geboren wird, um ein neues Leben zu fuehren.
Der Mensch ist niemals derselbe: Wenn er erwacht, ist er sich neuen Wissens bewusst und verfuegt ueber andere Moeglichkeiten, sein eigenes Leben und das Leben um ihn herum zu beeinflussen – dank der Erkenntnisse, die er am Vortag gewonnen hat. Es ist wie eine Melodie, die sich durch die Kraft von Schallwellen entfaltet, welche aus einzelnen Toenen geformt sind. Beim Einschlafen stirbt der Mensch, ohne wirklich zu sterben, und beim Erwachen ist er ein anderer – wie neu geboren; neue Gedanken formen sein Wesen auf neue Weise. Die groesste Gabe des Schoepfers an die Menschheit ist die Faehigkeit, ihm gleich zu erschaffen – ausgehend von sich selbst. Was du denkst, das ziehst du an; in dieser Welt lebst du, und durch sie wandelst du dich, indem du dich vervollkommnest – ganz wie die Natur, die bestaendig ihre Faehigkeiten und die Schoenheit ihrer Praesenz in dieser Welt verfeinert.


Uebersetzt aus dem russischen: Сферы жизней мелодиями нот
http://proza.ru/2026/08/21/985


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