Gebet. Oh Gott, blicke mit den Augen des Lichts
doch nicht mit den Augen der Finsternis – auf mich;
ich lebe noch immer in den Traeumen der Kindheit,
rein an Geist und Seele,
und nur mit einem kleinen Teil des Fleisches –
durch die Suende, die Du mir auferlegt hast –
erforsche ich mein Recht auf die Erkenntnis,
dass Du mein Zuhause bist.
Oh Gott, mit den Winden Deiner Wahrheit –
durch das Gebet der Ewigkeit, o Du,
hauche mir das Verlangen ein –
kraft des Glaubens an eine Welt ohne Boeses –,
enthuelle in mir Deinen Ursprung
mit den Augen der Gleichheit, hin zu Traeumen,
in denen alles Wohlgeruch verstroemte,
getragen von den Schwingen der Liebe;
erinnere mich daran, dass ich durch Dich
in diese Welt gesandt wurde,
um jene Gedanken zu beschuetzen,
die nicht der Welt des B;sen entstammen;
erinnere mich, dass nichts ewig waehrt,
ausser dem, was durch Dich Bestand hat –
jene makellosen Gedanken,
die Deinen Hoehen entnommen sind;
erinnere mich, o Gott, wo die Zeit wandelt
und danach strebt, mein Antlitz zu schauen,
wenn meine Stunde des Aufstiegs naht,
um Dein Licht in mich aufzunehmen
und befluegelt vom Licht der Welt,
die wunderbare Botschaft in die Welt zu tragen:
dass meine Kraft durch Dich gewachsen ist,
da Du die Suenden von den Menschen nahmst.
Nimm, o Gott, die Zuegel des Gedankens,
wirf mich in die Tiefen aus
und zieh ans Ufer der Ehre
all das, was ich im Stillen denke;
moege die Welt von Liebe erstrahlen –
Deinem verborgenen Wesen –,
und moegen die Fluegel des Gedankens durch mich
die Menschen schauen lassen, wer ich bin.
O Gott, man darf nicht schweigend bergen
das Lied, das tief im Innern ruht;
lass Deine Botschaft mich durchdringen,
schenk allen Licht durch meinen Mut.
O Gott, ich flehe: Zuerne nicht
ob all der Taten, die sie vollbrachten;
sie wussten nicht, wie falsch es war,
als sie in dunkle Winkel trachteten –
blind fuer die Folgen langer Zeiten,
im Spiel, das Kriegeslust entfacht,
wie Kinder, die aus bruech’gem Reisig
sich Feuerstellen im Haus erdacht.
Du hast die Glut mit Wasser geloescht,
die Asche vom Grab mit dem Wind verweht,
durch Engel mahnend das Wort verkuendet,
dass Wissen ihr Dunkel im Licht vergeht.
Dein Kind, so vollkommen an sich,
pflueckt’ die Frucht, eh’ der Kern gereift;
nur ein Hauch von Glueck erfuellt es,
ist nur ein Teil von Deinem Sein.
Vergib ihm nun sein Tun und Lassen,
da es – fern goettlicher Weise –
das Credo des Lichts zu zerstoeren drohte,
vergessend, wie das Licht es liebt.
O Gott, ich bitte: Lass durch Liebe
mich – als Gedanken mit Fluegeln – in Dein Denken eingehen,
auf dass Dein Kind im Gleichgewicht,
ganz ohne Kampf, zu Dir zurueckfindet.
O Gott, ich bitte: Zeig das Licht des Denkens,
offenbare auch die Zeit als Dein Werk,
damit die Menschen die Heiligkeit des Lebens erkennen
und die Fuelle aller Gedanken schauen,
damit sie ihr Schicksal durch die Ideen ihrer Traeume verstehen –
erkennend, dass in jedem Gedanken der Welt ein Klang wohnt,
geschaffen einst von ihrem eigenen Geist.
Sag, o Gott, wer hat ihnen das Recht gegeben,
alles so zu gestalten, wie Du es getan hast,
und wer wird zur Rechenschaft gezogen werden
fuer den Geist der Traeume, der in ihnen lebt.
Entscheide mit der Entscheidung aller Entscheidungen,
und zwar genau umgekehrt,
damit die Menschen in ihrer Verwirrung aufrichten,
damit sie erkennen, was das Leben der Liebe mit sich bringt.
Amen
Uebersetzt aus dem russischen: Молитва. О, Бог, взгляни глазами Света
http://proza.ru/2018/06/21/991
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