Gebet. Fuer Frieden in der Welt
die Felsbrocken der Wellen aufwuehlen mein Meer,
im Glas an das durchsichtige Ufer, im Traum,
ich schlage mit meinem Koerper um mich und weine, ich bin gefangen.
Wohin soll ich ohne Liebe schwimmen, sag mir,
es gibt keinen Ort, an den ich schwimmen kann,
nichts, woran ich mich festhalten koennte,
alles ist abgeschnitten, kein Leben mehr,
denn die Kanten der Waende werden mich ueberfluten.
Und ich schlucke mein Schicksal Stueck fuer Stueck,
ersticke daran, glaube doch an es,
dass ich nicht zu Dir im Sarg heulen muss:
„Oh Gott, lass mich leben, solange ich noch gluehe!“
Ich flehe Dich an, denk an mich,
schon allein deshalb, weil ich fest glaube,
an Dich und an die Welt, ohne jegliche Mauern von aussen,
ohne Mauern im Inneren und ohne das Verfluchte.
Die Erde ist in Streifen zerschnitten,
die Grenzen halten die Kriege eiskalt fest,
und ich flehe: Oeffne doch allen die Pforten,
dorthin, wo das Licht ist, so gut Du es kannst – geschickt.
Vergib mir, dass ich es nicht vermochte,
laut zu rufen, mutig mit ganzer Seele,
sondern nur fluestere, damit man sich an Dich erinnert,
um der Liebe willen dem Guten entgegengeht.
O barmherziger Gott, erbarme Dich meiner,
lass mich nicht allein in der Gefangenschaft,
ich werde versuchen, ihren fremden
Geist mit Dir zu versoehnen und die Wunden auf dem Feld zu heilen.
Glaube mir, sie haben nicht auf mich gehoert,
als sie zum Blutvergiessen aufriefen,
sie wussten nicht, dass ich von Dir
zu ihnen gesandt wurde, als Zuflucht der Barmherzigkeit.
Ja, ich habe sie gebeten, habe sie ermahnt:
„Liebt alle, dann werdet ihr geliebt!“,
„Es ist Zeit zu lieben, denn es gibt keine Fremden und keine Eigenen,
es gibt nur Verschiedene, die fuer den Gedanken des Krieges schuldig sind.“
Gro;er Gott, hoere mich doch an,
so wie ich auf Dich hoere: Krieg ist immer eine Schande,
ich bete zu einem Zehntel fuer mich selbst,
und den Rest fuer alle. Dir bin ich ergeben.
Sende mir Einsicht fuer sie
und lass mich Deine Hand erblicken, Gott,
damit ich nicht versinke wie in der Stille des Meeres,
das wird er zwar nicht retten, aber vielleicht macht es stutzig.
Mein einziger Gott, erh;re die Worte der Menschen,
die launisch, strahlend und blind sind,
und hilf ihnen allen, Dich zu verstehen,
denn sie alle sind Deine geliebten Kinder.
Sieh und l;sche durch mich
die lodernde Flamme der verfluchten Kriege,
ich erwachte schreiend aus dem Schlaf,
als ich die Schreie der Seelen hoerte,
deren goldene Koerper nicht mehr da sind.
Alles, was sonnig und gut war, ist vergangen,
versinkt im Schmutz, doch der Schmerz bleibt im Geist zurueck
und quaelt mich, denn ich dachte, es sei suendhaft...
Erbarme Dich, Herr, nimm ihre Seelen zu Dir.
Und lass mir den Erfolg aus den Tagen meiner Kindheit,
damit ich kindlich glaube, naiv,
dass ich diese Welt durch mich selbst retten werde,
mit Deiner Hilfe, damit es nicht traurig sei.
Ich bin es nicht gewohnt, mich zu aergern, ueber nichts,
doch schaeme ich mich fuer all Deine Geschoepfe,
dafuer, dass ihre Gedanken wie Glas
das Gewebe der Planeten zerschneiden,
ohne einen Gedanken des Bedauerns.
O heiliger Gott, antworte mir, ich bin hier,
entweder hilf mir oder nimm mich zu dir,
oder zeige mir den Weg zu einem guten Leben,
wo es keine Grenzen und keine Kriege gibt, gib ihn mir.
O Frieden in der Welt, ich flehe Dich an,
ich bitte nicht um viel, sondern nur um Vergebung,
fuer alle Verirrten werde ich mich hingeben,
schenke ihnen Frieden durch mich, durch ein Wunder der Erleuchtung.
O Gott! O Gott! Nimm mich schnell zu Dir
und teile mich unter alle auf, damit es fuer alle reicht,
damit meine Gedanken den Menschen dienen,
fuer den Frieden in der Welt, damit es Glueck gibt.
Amen
Uebersetzt aus dem russischen: Молитва. О мире в мире
http://proza.ru/2014/09/05/280
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