Die stumme Strafe der Goetter
nach der Mittagsrast – das Blatt wie ein Sieb …
Auf sommerlicher Wacht, an der Augustlinie,
verdaechtig traege, ans Fenster geschmiegt,
still, sanft, mit haengenden Schwingen,
trieb ein Flugzeug (?) dahin wie ein Schwimmer,
gleich einem tickenden Waffenstillstand,
ins Ungewisse, das Rad angehoben …
Und das Schoene, einst Nahgelegene,
rueckte ploetzlich in weite Ferne …
als haette ein Zweibeiner aus ferner Galaxie
die Erde sich einfach gegriffen, mein Freund …
Und mit leicht zusammengekniffenen Augen
erkannte ich: Es ist kein Flugzeug,
sondern ein Schiff von der Strasse des Kosmos,
das von der Erde alles paarweise mitnimmt …
Werden sich die Dinge denn nicht fuegen,
wird niemand fuer seine Suenden begnadigt,
und werden nur wenige, die das bestehen,
die Sterne als Menschen zaehlen?
Arche Noahs steigt vom Himmel herab –
kein Komet, kein blosser Stein –,
als kleines Flugzeug getarnt
naht die stumme Strafe der Goetter …
Gedanken zu einem Foto und den poetischen Reflexionen von Maria Sacharowa:
Nur selten durchbrach heute ein Flugzeug den blauen Nachmittagshimmel. Die heissen Sonnenstrahlen durchdringen das Laub und lassen es durchscheinend wirken. Der August hat seine sommerliche Wache angetreten. Ueberall herrscht eine traege, fast verdaechtige Stille.
Eine beunruhigende Erwartung liegt in der Luft. Was mag dort sein? Was erwartet diese Welt – und uns mit ihr? Etwas Wundervolles, das in greifbare Naehe gerueckt ist, oder eine Ungewissheit, die wie eine Zeitbombe tickt?
Uebersetzt aus dem russischen: Молчаливая кара богов
http://proza.ru/2020/08/07/50
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