Kaum noch etwas Irdisches, mein Gott. I. Zifei
Eine wunderschoene, futuristische Zusammenstellung f;r die Seele!
• 21.09.2019 Zifei. Musikalisches Imperium
https://www.youtube.com/watch?v=sYknWD7VNYQ
Ich weiss nicht, wie man lebt, ohne nachts zu weinen,
gefangen zwischen den Welten, zwischen dem Morgen und dem Sein;
unser Morgen ist laengst da – du bist im Mai,
ich aber blieb dort, wo alles nach Mai schmerzt …
Weisst du, eine parallele Zeit hat sich bei uns eingeschlichen
und mich an mich erinnert – und an dich,
die man so lange mit Peitschen gejagt hat,
dass aus nicht heilenden Wunden Blut auf die Erde rinnt…
Man zerfetzte dich ganz und setzte dich wieder zusammen
(nein, mit dem „Zusammensetzen“ eile ich – ich setzte mich selbst zusammen),
aus dem Aether wurden wir zu Glueck und Urspruenglichkeit,
wie Koerper, die von Oel durchdrungen sind (Gedanken – eine Stunde).
Wie schmerzhaft es fuer die kleine Meerjungfrau ist, auf Steinen zu gehen –
vergiss nicht: Auch ich schreite ueber Messerklingen …
Einst stuerzte ich wie ein Schiffswrack aus dem Kosmos herab,
ein Sternenfall – nicht des Geistes –, der ein Loch ins Meer riss;
das Wasser entweicht nun als unterirdischer Strom,
und all das, was einst auf den Wellen der Schicksalsozeane trieb,
hat – ungebaendigt wie Plasma, begleitet vom Klagen der Sonne –
bereits die Oberflaeche der vergaenglichen Erde beruehrt …
Im Glanz des Weissen Flusses vergass ich den Schwarzen,
denn hier ist es herrlich, im Staube zu baden …
Eine Maid, eine Fee aus dem Maerchen, die „die Freie“ genannt wird,
laesst den Regen der lang ersehnten Liebe herniederstr;men …
Doch Erinnerung ist kein Kleid, das man taeglich wechselt;
tief in mir schmerzt das Herz mit dumpfer Qual,
und das neue Gewand, unter schwerem Schleier,
laesst mich den fernen Geliebten kaum atmen.
Zerfetzt bin ich dort zurueckgeblieben,
wo man mich im eigenen Blut liess...
Und woher kam er nur (?) – jener verraeterische Arin,
wie ein Engel, der zu dir fuehrt... doch leider in Luegen.
Wieder faellt Schnee auf Gaerten, Felder und Steine,
ich weiss nicht, wohin ich barfuss gehen soll,
waehrend meine Seele an Quellen des Wissens erstarrt –
nur das Blut tritt hervor, wo die Rosen Dornen tragen...
Die Schiffe baten um Einlass auf Terra,
doch man wies sie ab – die Goetter waren unter sich …
doch ueber den Goettern stehen noch Hoehere (… nicht wahr?),
und sie hielten den Planeten fuer sich selbst zurueck;
unser Morgen ist heute schon angebrochen,
die Welt der Parallelwelten draengte sich mit ihren Sphaeren herein,
und die Zeit erklingt – wie aus Glocken – immer staerker
in Lichtscheiben aus dem Aetherkampf …
Alles laeuft nach den Regeln – ich weiss, die Erdenkinder glauben nicht daran:
weder an das Werk, das Wunder schafft, noch an die Liebe, die aus Wundern stammt,
nicht daran, dass der Geist sich mueht, das Ewige zu saeen,
noch daran, dass nur Liebende die Liebe in sich tragen.
Wie schmerzlich auch das Begegnen ohne wahre Begegnung ist,
das Verlieren ohne eigentlichen Verlust – aus diesem Glauben schoepfen wir Kraft;
hinter den Traenen der Liebe – du, der du dem Mai entwichst –
sei dem Taxi, das mich nicht erkannte, nun eine Einladung...
Weisse Wirklichkeit des Geistes, die auf fremden Raedern
und in unbekanntem Nebel meine leuchtenden Fruehlinge
und den lichten Herbst in Schwermut zurueckfuehrte –
jene Zeit, die ohne zarte Liebe im Untergrund der Anfaenge verblieb...
Und bei uns sind die Schiffe aus weisser Kreide,
und im Zentrum ein Kristall der Spiegelwelt, geformt wie ein Stiefel …
unsere Kleider aus Weiss – wie klebriger Schaum,
und kaum noch etwas Irdisches, mein Gott.
Unsere Sonne ist anders, wenngleich ebenso weiss,
und die Planeten der Galaxien sind uns laengst vertraut;
wir beduerfen auch nicht der irdischen Atmosphaere,
wir erschaffen sie selbst – gleichsam aus dem Nichts …
Uebersetzt aus dem russischen: И почти ничего от земного, мой бог. I. Цифеi
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