Kaum noch etwas Irdisches, mein Gott. V. Zifei
Ich weiss nicht, was geschieht, wenn die Sonne erlischt –
jene Kraft, die mich ueber die Pfade der Erde traegt;
nicht als Ganzes, doch als Teilchen, mal Schatten, mal Lichtgestalt,
die man Liebe nennt und die keine Schwermut duldet.
Erinnerst du dich, wie gewaltige Bauwerke entstehen,
als Zuflucht vor dem Sturm, der am Himmel tobt?
Es gleicht dem Gefuege der Schneeflocken –
aus einem Zentrum entspringen alle Wege.
Warum geschieht es, dass der Brennpunkt aller Kraft
im Wesen der Gedanken Schneeflocken entfaltet?
Warum vermag ein Gedanke zwar zu sehen,
doch nicht all das zu schauen, was hinter ihm und um ihn herum liegt?
Weil die Energie im Zentrum staerker ist,
und die Schneeflocke des Regens wie eine Kerzenflamme wirkt …
pulsieren die in die Ferne ziehenden Wellenstoesse
leicht im Rhythmus jener, die wandern, um zu wandern.
Es ist das Gedaechtnis all dessen, was zueinander strebt;
bei der Begegnung findet stets ein Austausch statt –
ein kleiner Teil fliesst ein in das Neue,
um im Muster des Wissens ein neues Licht zu offenbaren.
Wie die Schneeflocke durch das Schwinden der Kraft „waechst“,
haengt ab vom Licht, das auf jeden Spross faellt,
von der Energie des Gases im fluessigen Aether,
und vom Widerstand des Rings, der dem Meer als Ufer dient.
Wir wissen wohl: Im Aether hat jedes Wesen
Grenzen des Wissens, wie der Geist der Seele;
doch Wellen schwellen an, ein Tor tut sich auf,
und dahinter – andere, wie Strahlen der Sonne.
Auch Aetherringe bergen mancherlei Pforten …
Jede Kraft des Aufbruchs bahnt sich den Weg …
Was pulsiert, das stroemt durch die Zeit dahin,
kehrt in ewigen Kreisen zu sich selbst zurueck.
Wirft man einen Kiesel auf spiegelglattes Wasser,
so beruhigen Wellen sich bis zum letzten Ring;
ebenso die Wellen dessen, was eine Ode erschafft …
wie die Schneeflocke schmilzt, die Sonne im Tropfen versinkt …
Das Geheimnis des Wassertropfens offenbart sich klar
nur als Schneeflocke – ein Kristall mit Sonne im Inneren,
als Symbiose von Energien und kosmischem Sehnen,
das durch die Pforten der Seele weit ueber Grenzen hinausstrebt.
Willst du die Weiten des Universums schauen,
so finde seine Pforten allein durch den Gedanken der Liebe;
denn wer die Gesetze der himmlischen Schoepfung bricht,
erh;lt kein Ticket in die Welten jenseits des Spiegels.
Ja, je mehr jener Staub, den der Wind in der Luft traegt, vorhanden ist,
desto anders sind Struktur und bisweilen auch Dichte
der Schneeflocken – und ihr Wandel vollzieht sich rasch,
nicht immer auf dieselbe Weise wie bei Quellwasser.
Damit im Reaktor des Lebens die Kraft des Flugs
wie Sterne in der Nacht in Blueten erblueht,
musst du deine Versuche mit reinen Gedanken fuellen –
mit Traeumen der Liebe fuer die Triebe des Fruehlings.
Du weisst doch, dass die Sonne jene Wasser in sich birgt,
dass das Feuer dem Kosmos Kraft verleihen kann? Greif zu!
Du bist ein Teil des Kosmos und weisst gewiss:
Deine Sonne erschafft, was du begehrst … erschaffe auch du.
F;r die Einfachen gilt das Gesetz: nur ein Fluegel, nicht weiter;
doch das Komplexe sucht nach verschlungenen Pfaden
und spuert nach allen Seiten hin jenes Andere auf,
das im Leben die Fluegel zu neuen Welten bildet.
Was den Himmel und all seine Fenster betrifft,
so gilt dasselbe Prinzip: Oeffne selbst, was du vermagst;
und was du nicht begriffst – Gott stehe dir bei,
oder suche dir neue Kraefte und Seelen.
Uebersetzt aus dem russischen: И почти ничего от земного, мой бог. V. Цифеi
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