Kaum noch etwas Irdisches, mein Gott. IX. Zifei

ZIFEI – Musikalisches Imperium.
Eine Stunde kraftvoller, fesselnder, wunderschoener und atmosphaerischer Musik von Zifei – die besten Soundtracks (23.07.2019)

Ich weiss nicht, wie es ist, wenn bisweilen
ein unsichtbarer, feiner Faden uns trennt –
und ebenjener Faden ist auch das Verbindungsband,
auf dem man weder gehen noch fliegen kann.

Du befindest dich im Zentrum der Gedankenbewegung;
um deine Gedanken kreist ein fluechtiger Gedanke,
und eine ihm gleiche Welt mit vielen Sphaeren
spricht – im Inneren wie im aeusseren – von sich selbst.

Alles um uns herum spiegelt nur unsere Bewegungen wider –
jemand entwarf das Muster, ohne den Zweck zu kennen,
doch der Schwingungsimpuls fuer unsere Energie
wirkt – fuer alle Zeiten – wie ein naehrender Balsam fuer die Adern.


Jemand legte der namenlosen Ikone den Lorbeer aufs Haupt;
ihr Bildnis lebt fort, durch Taten laengst wohlbekannt,
denn die Geburt aus den Gedanken der Zeit
bot ihr ein Schicksal, als haette man sie zum Leben erweckt.

Was bleibt noch zu tun, damit das Unheil ein Ende nimmt
und jene nicht mit Peitschenhieben trifft, die bei ihr sind, fuer sie einstehn?
Man muss die Faeden zerreissen und das Schwert der Zeit entwinden –
jenes Schwert, von dem deine Zeit nichts wissen will.

Ich fand ihr Antlitz – wenngleich verhuellt und uebermalt,
geschmueckt mit allem, was ihr das Dasein verleiht –,
und loese sie nun aus ihrem verzauberten Rang:
Ich trenne das Geflecht der gewobenen Faeden auf …


Das ist alles – nur die Musik der Erinnerung ist noch zu hoeren,
der Rest ist in eine von irgendwem geschaffene Welt entschwunden,
dorthin, wo nichts ist, wo die Verkettung der Gedanken
nur Boeses in den Aether zu senden trachtete.

Der Punkt des Gedankens blieb in der Zeit unenthuellt,
auf dem Pfad solcher Ideenrevolutionen …
und uns wurde leicht ums Herz: Der Hauch aller Winde
umging sein Wesen wie das Bluehen des Todes.


Verstehst du, was ich aus dem Hafen verkuende –
aus dem stillen Lied der Natur, das zur Musik in die Hoehe strebt?
Mancher hat wohl nicht begriffen, dass sich nicht alles Greifbare
als Glueck ausgeben laesst, auch wenn es sch;n klingt …

Bisweilen vernimmt der Komponist den Lauf der Zeit,
der sich wiederholt, w;hrend er nach einem Rettungsfaden greift –
doch jener Faden erwies sich als Falle ins Vergessen,
mit dem Antlitz einer Frau aus Blut; ein Anblick, der nicht wohlgefaellt.

Nur ein Bild blieb zur;ck, ohne Geist des Bewusstseins,
ohne die Seele, die durch das Wort ihr Werk vollbringt –
und selbst dieses Wort ist nicht das eigene, im Warten auf das Fest …
zum Glueck schwebt das Fest nur als Schatten des Unerfuellten …

Du wirst sehen, wie rasch die Augenblicke schwinden –
aus den Hoffnungen jener schwarz-weissen Last, im Nu,
wenn klar der Gedanke dieser Erleuchtung aufsteigt;
noch zwei Wochen, und das Ende – ihr Hoehepunkt – ist da.


Wie viel Gutes ist heute noch zu sehen – in Gassen,
in Haeusern, auf Feldern, in Waeldern und auf Bergen?
Ueberall wandert das Gute eher in die eigene Tasche;
mancher geizt sogar mit dem Guten, das er sich selbst goennen koennte...

Es ist eine Zeit des Drucks auf das Bewusstsein,
doch nicht jeder erkennt oder durchschaut den Haken...
Meine Finger und Haende sind bis zu den Handgelenken geschwollen –
ein Preis dafuer, meinen Glauben und meine Kraft darin wiederzufinden...

Wie sehr ich mich auch bemuehte, mich dem zu entziehen,
deinem Herzen das Gleichgewicht zurueckzugeben:
Alles mahnte mich – man kann den Bannfluch stoppen,
kann den Zeitpunkt bestimmen, damit die Wende geschieht.


Unsere Zeit ist anders, birgt ganz Neues in sich;
wir muessen oft dort sein, wo wir eigentlich nicht hingeh;ren,
doch wir wissen, wie man den Splitter des Ungluecks entfernt,
damit die Welt hell in der Liebe erstrahlt.



Uebersetzt aus dem russischen: И почти ничего от земного, мой бог. IX. Цифеi
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