Ein quadratisches Maerchen mit runden Gedanken
Eines Tages traf ein quadratischer Schmetterling – kurz vor einem quadratischen Regen – auf eine einsame quadratische Kuh. Die Kuh freute sich ueber den aussergewoehnlichen Schmetterling, wedelte mit dem Schwanz und … stiess dabei an eine winzige quadratische Schnecke. Die Schnecke flog in die Hoehe und … waere beinahe auf die Steine gestuerzt … ihr Haeuschen waere in Stuecke zerbrochen und … Der aussergewoehnliche Schmetterling erschrak und erfand blitzschnell Fluegel fuer die Schnecke! Die Schnecke schlug mit den Fluegeln, lachte vor Freude und flog davon. Als die Kuh diese Verwandlung bemerkte, war sie ueberaus entzueckt – und auch ihr wuchsen Fluegel! Ringsum begann sich alles – eines nach dem anderen und direkt vor den Augen – zu verwandeln, waehrend die Dinge ineinander verfielen und in den schillernden Farben jenes Regenbogens erstrahlten, den sich ein einziger, voellig unbekannter Schmetterling ausgedacht hatte.
Kurz vor diesem Ereignis hatte ebenjener Schmetterling, der die ganze Welt veraendern sollte, einen wunderbaren Traum. Im Traum begegnete er einem vollkommen runden, leuchtenden Schmetterling, der ebenso runde Gedanken hegte wie er selbst. Und da sich seine Traeume – wie es bei ihm auf aussergewoehnliche Weise meist der Fall war – fuer gewoehnlich erfuellten, beschloss er, sich auf die Reise zu begeben, in der Hoffnung auf eine fantastisch glueckliche Begegnung mit dem vollkommen runden Schmetterling in naher Zukunft. Nachdem er eine sehr grosse, quadratische Stadt erreicht hatte, in der quadratische Menschen lebten, liess sich der Schmetterling in einem kleinen, von verschiedenfarbigen Lichtern erhellten Park nieder, um zu rasten.
Es war Abend. Ein quadratischer Mond warf quadratische Schatten auf die Erde. Quadratische Laternen in verschiedensten Formen, die an Maerchenblueten erinnerten, zogen Schmetterlinge an, die sich im Trubel der Stadt verirrt hatten.
Ein quadratischer Schmetterlingssammler oeffnete einen quadratischen, leuchtenden Kasten voller lebendiger, duftender Blumen; da flog ein aussergewoehnlich schoener, neugieriger Schmetterling herbei und liess sich auf einer der wunderbaren Bl;ten nieder. Der quadratische Mann schlug rasch den Deckel des Kastens zu. Und da geschah ein Wunder! Der reisende Schmetterling bemerkte, was geschah, und kam den quadratischen Gedanken des quadratischen Mannes zuvor, indem er sich in einem einzigen Augenblick den quadratischen Schmetterling als rund vorstellte. Der quadratische Schmetterling verwandelte sich augenblicklich in einen vollkommen runden Schmetterling und schluepfte in die Freiheit. Er bemerkte seine Rettung und nahm – entflammt von der Liebe zu einem in schillernden Farben leuchtenden Schmetterling – blitzschnell eine aussergewoehnlich strahlende, leuchtende Gestalt an. Der reisende Schmetterling bestaunte noch einmal diesen wahrhaftigen Traum; alles um die Liebenden herum nahm regenbogenfarbene, abgerundete Formen an, und die ganze Welt erfuellte sich mit wundervollen Gedanken des Gluecks, die ihresgleichen erschufen.
Uebersetzt aus dem russischen: Квадратная сказка с круглыми мыслями
http://proza.ru/2013/11/24/455
Свидетельство о публикации №226090501463