Vereinigung der Gefuehle, Vereinigung des Wissens

Ich durchmass die Meere und las die Geheimnisse
des menschlichen Willens und des Blutes des Lebens;
und wenn ich den Blick von den Wogen abwandte,
beruehrte ich den Nebel, der vom Himmel zur Erde sank.

Aus erhabenen Sphaeren bis in die Tiefen des Ozeans
dringen Urgedanken wie Strahlen des Lichts …
nicht fuer Sonnenmusen, nicht fuer den Chor der Engel,
sondern fuer eine andere Welt sind unsere Seelen der Liebe bestimmt.

Im Bewusstsein der Einheit verlassen wir das Ufer
und oeffnen unsere Gedanken dem Flug der Traeume;
denn wie Kinder, die dem Glueck der Antworten nachjagen,
pflanzen wir Keime, um die Fruechte zu schauen.

So viele Gedanken kreisen um den Baum fuer die suesse Frucht,
so viele Zeiten sind vergangen (Fruehlinge wichen Wintern…).
Doch die Lehre ist die Mutter – vom ersten Wort an der Wiege –,
und vaeterliche Treue schafft den Halt der Familie.

Kein Wald entsteht ohne den Drang, ins Dasein zu treten;
alles ist von oben gefuegt, auch wenn es wie ein Traum erscheint…
und es ist nicht bloss ein leichtes Vergnuegen, sich zu berauschen,
wenn man sich selbst im Sonnenlicht und im Wasser erkennt.
 
Einssein der Gefuehle – Einssein des Wissens,
die Faehigkeit, durch einen Kosmos aus Gedanken zu schreiten,
mit Mitgefuehl zu verstehen – jenseits aller Liebe –,
und die Spreu und die Fesseln von den Koernern zu trennen.


Uebersetzt aus dem russischen: Единение чувств, единение знаний
http://proza.ru/2023/01/09/1442


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