Ueber die Formen der Liebe
Es gibt verschiedene Arten der Liebe.
Die Liebe des Mitgef;hls – erhaben und tief.
Die Liebe des Begehrens – leidenschaftlich und unterwerfend.
Die muetterliche Liebe – fuersorglich und verzeihend.
Die vaeterliche Liebe – anleitend und behuetend.
Die Liebe der Ahnen – wachsam und aberglaeubisch.
Die weltumspannende Liebe – frei und schoepferisch.
Die erotische Liebe – fluechtig und vulgaer.
Die egoistische Liebe – neidisch und unversoehnlich.
Die krankhafte Liebe – t;dlich und voller Schwermut.
Die Liebe der Seele – leicht und schwer.
Die poetische Liebe – ewig und lichtvoll.
Musikalische Liebe – feinfuehlig und flatterhaft.
Religioese Liebe – glaeubig und prophetisch.
Erforschende Liebe – uneigennuetzig und widerlegend.
Familiaere Liebe – dankbar und stuetzend.
Heilende Liebe – lichtbringend und lebensspendend.
Kindliche Liebe – vereinnahmend und s;ttigend.
Freundschaftliche Liebe – anziehend und fragend.
Goettliche Liebe – bewegend und beruhigend.
Schoepferische Liebe – weitsichtig und ueberreich.
Elementare Liebe – lichtbringend und wahrhaftig.
Aufbluehende Liebe – ruhig und entschlossen.
Innige Liebe – magisch und treu.
Allmaechtige Liebe – begabt und schenkend.
Platonische Liebe – jungfraeulich-gleichgueltig.
Allgemeine Liebe – eitel und treulos.
Patriotische Liebe – extrem und narzisstisch.
Kosmische Liebe – grandios und unfassbar.
Umfassende Liebe – tueckisch und heuchlerisch.
Begrenzte Liebe – gewichtig und spezifisch.
Urspruengliche Liebe – lockend und strahlend.
Liebe des Faulpelzes – unfruchtbar und einsam.
Aristokratische Liebe – scheinhaft und sphaerisch.
Konsumorientierte Liebe – armselig und niedrig.
Seelenvolle Liebe – selbstgewebt und unverfaelscht.
Verkuendete Liebe – erzaehlend und beschlossene Sache.
Mitleidige Liebe – aufdringlich und unbestreitbar.
Liebe mit dem hellen Antlitz – zart und wild.
Uneigennuetzige Liebe – direkt und unersaettlich.
Verzauberte Liebe – blind und gesetzlos.
Vergessene Liebe – kalt und ungewaschen.
Gemalte Liebe – voller Quellkraft.
Gewoehnliche Liebe – schwach und talentlos.
Unerwartete Liebe – himmlisch und stark.
Halbkluge Liebe – zerbrechlich und ausschweifend.
Gesetzlich besiegelte Liebe – fest und doch unentschieden.
Befluegelte Liebe – hungrig und obdachlos.
Halbtote Liebe – unsichtbar und widerwillig.
Verdraengte Liebe – beobachtend und dem Untergang geweiht.
Barmherzige Liebe – heilsam und offenherzig.
Friedvolle Liebe – strahlend und wohlriechend.
Wegweisende Liebe – politisch und teilnehmend.
Negative Liebe – stachelig und ungluecklich.
Demonstrative Liebe – stolz und nachgiebig.
Soziale Liebe – fortschrittlich und ruhmreich.
Hoffnungslose Liebe – kantig und unbeugsam.
Unersaettliche Liebe – konsumorientiert und doppelgesichtig.
Losgeloeste Liebe – schattig und bedingungslos.
Ueberfordernde Liebe – stumpfsinnig und harmlos.
Angemessene Liebe – gewichtig und voreingenommen.
Erleuchtete Liebe – offen und zufrieden.
Abgerundete Liebe – zeitlos und ergeben.
Verbrecherische Liebe – verschlossen und aufgewuehlt.
Farbenpraechtige Liebe – pulsierend und gefaehrlich.
Blumige Liebe – geheim und ungeschliffen.
Goldene Liebe – unzerbrechlich und gross.
Gesichtslose Liebe – in sich ruhend und ungeimpft.
Verschlingende Liebe – eins und gedankenreich.
Fremde Liebe – raetselhaft und banal.
Schmachvolle Liebe – erniedrigend und gekraenkt.
Die eingeimpfte Liebe – belesen und hypnotisiert.
Die gnadenlose Liebe – boese und blutruenstig.
Die arme Liebe – unzuverlaessig und voller Luecken.
Die koenigliche Liebe – reich und herrschsuechtig.
Die erfolgreiche Liebe – klug und amuesant.
Die feine Liebe – unsichtbar und geschickt.
Die wegweisende Liebe – nicht von dieser Welt.
Man kann nicht alle Schoepfungen aufzaehlen, denn das Unbekannte ist weitaus groesser als alles Bekannte.
Die Liebe ist der Schoepfer von absolut allem, was existiert, und sie ist in allem, jederzeit und ueberall gegenwaertig. Sie wird von Gedanke zu Gedanke weitergegeben – aehnlich dem genetischen Code im physischen Koerper –, und deshalb ist Liebe Leben. Sie besitzt eine duale Natur: Sie erscheint zunaechst unsichtbar, vervielfacht und verdichtet sich dann und wird zu sichtbarem Fleisch. Ohne Gedanken ist Liebe nicht moeglich, und ohne Liebe ist das Leben des Gedankens unmoeglich. Alles, was nicht Liebe ist, vernichtet das Leben, waehrend die Liebe die Fortsetzung des Lebens auf der geistigen wie auf der physischen Ebene darstellt.
Der Mensch ist aus dem Gedanken der Liebe zur Schoepfung hervorgegangen. Liebe ist ein Gedanke – ein Gedanke folgt auf den anderen. Die Liebe ist niemals allein; wenn sie auf andere Gedanken trifft, bringt sie ihresgleichen hervor, stroemt in alles Neue ein und begeistert sich an dem neuen Impuls, durch einen anderen Gedanken Leben zu erschaffen. Alles nimmt das jeweils Andere in sich auf, denn alles naehrt sich von dem einen, urspr;nglichen Gedanken sowie von neuen Gedanken: Ob man nun ein Wort, Musik oder ein Getoese vernimmt oder ein Kunstwerk betrachtet – all dies dient der Nahrung, ebenso wie das taegliche Brot oder die Wasser des Lebens; und so ist alles – durch die Schwingungen des Lebens – lebendig. Je staerker eines der Geschoepfe etwas liebt, desto mehr nimmt es dieses in sich auf und gibt zugleich einen Teil seiner selbst an das Geliebte ab – denn es erkennt an, dass auch das Andere im Raum seines Daseins nach demselben Prinzip lebt: dem „Prinzip 8“. Die Verbundenheit der gesamten Schoepfung existiert auf einer Ebene, die tiefer und hoeher ist, als man gemeinhin annimmt: Eine Wechselwirkung des gegenseitigen In-sich-Aufnehmens und des Wissensaustauschs manifestiert sich im Zusammenhalt von Energie, die sich zu Knaeueln verdichtet; sie spiegelt sich gegenseitig wider und erzeugt durch die Reibung der Rotation ein neues Licht des Lebens – neue Gedankenformen. Genau deshalb existiert der Begriff „Suende“: Denn was ihr zulasst, das denkt ihr auch – und aus dem Gedanken heraus erschafft ihr Neues; im Idealfall: das Gute.
Das System der Schoepfung pulsiert im Rhythmus von Gedanken der Liebe. Ich spreche von dem menschlichen Gedanken der Liebe und von jenem urspruenglichen, absoluten Gedanken der Liebe, der alles erschafft und in allem gegenwaertig ist.
Das Wesen der Liebe ist der Urspruengliche Gedanke; ihr Leben ist zweifacher Natur – geistig, das heisst: sowohl sichtbar als auch unsichtbar.
Liebe ist der Gedanke des Wunsches, etwas zu besitzen. Habt ihr jemals versucht, etwas zu erschaffen, ohne dabei Liebe fuer das Erschaffene zu empfinden Gleichgueltigkeit ist keine Liebe; sie liefert keinerlei energetische Unterstuetzung und erschafft nichts. Liebe ist Lebensenergie. Liebe ist Leben. Das Wesen der Liebe besteht in Leben, Austausch und der Vermehrung von Energie durch den jeweils passendsten Gedanken – im Sinne der Selbsterhaltung und der eigenen Fortfuehrung, in allem und fuer alles. Daraus ergibt sich auch die „Liebe der Verneinung“: Eine Liebe, die sich aus Angst vor etwas oder jemandem selbst verneint, ist eine negative Liebe – im positiven Sinne des Wortes, jedoch zum eigenen Schaden, sofern der Mensch dabei leidet. Meist handelt es sich hierbei um eine verborgene Liebe. Jemanden im Namen des Guten oder zu dessen Rettung freizugeben, ist die h;chste Form der Liebe. Doch auch Diktatoren und Sadisten kennen eine negative Seite der Liebe. Sie lieben leidenschaftlich das, was ihnen gefaellt, was ihnen Kraft verleiht und ihr Leben verlaengert. Fast alle grossen Herrscher der Welt litten am sogenannten „C;sar-Syndrom“, da sich die urspruenglich grosse und positive Liebe zu den Menschen und zur Natur allmaehlich in eine negative Selbstliebe verwandelte – eine Liebe, die im Dienste des eigenen Ueberlebens von wolluestigen Gedanken gepraegt war. Wer den goettlichen Gedanken des Lichts nicht zu nutzen weiss, macht sich zum Sklaven des Gedankens der Finsternis. Der Verlust des Gleichgewichts zwischen Licht und Schatten f;hrt zur Degeneration der Seele, zum Fall – daher der Begriff „gefallener Engel“. Die gewaltigen Energiemengen, die von einem begeisterten Publikum aufgenommen wurden, fanden in den Koerpern dieser selbstverliebten Menschen keinen Platz; ihre Seelen wuchsen und vervollkommneten sich zwar, waren jedoch der Fuelle der unterschiedlichsten Energien nicht gewachsen. Die Folge: „Caesaren“ errichteten gewaltige Bauwerke, die sich mit diesen Energien anfuellten, waehrend in den Laendern Hungersnoete herrschten und die Lebenskraft der Menschen in den Stein ueberging, wodurch eine schwere Energieform entstand – daher der Ausdruck „steinernes Herz“. Doch die „Caesaren“ liebten ihr Volk aufrichtig, und sie liebten auch das, was sie schufen. Kolossale Bauwerke setzen dann positive Energie frei, wenn sie der Welt der Menschen dienen und nicht einem einzelnen Individuum, das die gesamte Energie der Erbauer in sich aufsaugt. Hier wandelt sich die negative Liebe – im Sinne des Negativen – in eine positive Liebe um. Liebe will besitzen, was sie liebt; daher sind auch Bindung und Leidenschaft Formen der Liebe.
Jeder macht sich die g;ttliche Kraft der Liebe zunutze; ohne sie gaebe es weder Ewigkeit noch die Daseinsformen aller lebendigen Wesen. Sie ist die Grundlage allen Denkens – wenngleich auf unterschiedliche Weise, je nach dem Grad der individuellen Intelligenz und geistigen Reife. Das Licht der Liebe und seine Wandlung von der Seele in die Realitaet der Welt manifestieren sich im Masse des Wissens ueber die Welt des Lebens.
Schoepfungen erschaffen durch Liebe weitere Schoepfungen und setzen so das Leben der Ewigkeit fort – naemlich durch Gedanken, wobei jeder von ihnen einen Teil des urspruenglichen Gedankens der Liebe zur Ewigkeit selbst in sich traegt. Daher sind gute und sch;ne Gedanken besser als andere, denn wie die Gedanken beschaffen sind, so gestaltet sich auch das Leben der Ewigkeit. Es geht hierbei um den Gedanken des „Habens“ – jedoch losgeloest von dessen klassischem Verstaendnis als blosses Besitzen und Weitergeben –, indem man tiefer in den Gedanken der Weltenordnung eintaucht. Doch auch hierbei kommt dem Gedanken des „Gebens“ eine spezifische Bedeutung zu. Denn sobald etwas entsteht, geht es sogleich ins Leben ueber. Ein Gedanke wird geboren und ist augenblicklich wieder unfassbar; er ist da und zugleich nicht da. Die Unsichtbarkeit des Gedankens existiert, weil Informationen aus dem „Nichts“ abgerufen werden. Viele Menschen koennen zur gleichen Zeit ausrufen: „Ich hab’s!“ – und zwar in Bezug auf dieselbe Sache –, weil alle untrennbar miteinander verbunden sind. Der Gedanke ist frei und schwebt, indem er sich der Welt des Lebens hingibt; doch er entsteht aus dem Gedanken des „Habens“ – dem Wunsch zu sein, dem Wunsch, in die Welt hinauszugehen, dem Wunsch, von neuen Gedanken angezogen zu werden und neue zu erschaffen, sich bis zur Sichtbarkeit zu verdichten und sich bis zur Unsichtbarkeit aufzuloesen. Der geistige Gedanke wird zu einer sichtbaren physischen Form. Hierbei gibt sich der geistige Gedanke dem Fleisch hin, waehrend er seine Geistigkeit und Unsichtbarkeit in der Tiefe der neuen Schoepfung bewahrt. Jeder Gedanke, jedes Fleisch ist eine Form der Liebe, entsprungen dem Wunsch nach einem bestimmten Leben des Gedankens – sei es auf geistiger oder physischer Ebene, also sichtbar oder unsichtbar. Ein Gedanke entsteht und wird sogleich als erstrebenswert anerkannt; andernfalls waere er gar nicht erst entstanden. Sobald ein neues Gefuehl auftaucht – zusammengesetzt aus einer Vielzahl von Gedanken –, wird es augenblicklich als der Wunsch erkannt, dieses Gefuehl zu erleben; andernfalls haette die Verbindung der Gedanken zur Erschaffung dieses Gefuehls schlichtweg nicht stattgefunden. Das Verlangen, etwas zu besitzen, ist gleichbedeutend mit der Liebe zur Schoepfung – sei es zu Gefuehlen oder zu physischen Formen. Geistige Formen – die man auch als psychische bezeichnen kann – koennen auf der Ebene des Unterbewusstseins entstehen, waehrend alle anderen, sichtbaren Formen meist bewusst hervorgebracht werden.
Der urspruengliche Gedanke aus der Vergangenheit erschafft Gedanken in der Gegenwart sowie nachfolgende Gedanken in der Zukunft, wobei er sich aufspaltet und zerstreut, sich vervielfaeltigt und verdichtet. Ein Teil dieses urspruenglichen Gedankens der Liebe wohnt jedem lebendigen Geschoepf inne und erschafft wiederum Nachfolgendes, das ihm gleicht – sowohl auf geistiger als auch auf physischer Ebene. Ein Teil von ihr – eingebettet in alles Lebendige und Ewige (im globalen Sinne des Lebens aller Existenz, sei es ein Gefuehl oder ein Kristall, der waechst und die Information seines Wachstums in sich birgt) – erschafft die Ewigkeit durch immer neue Gedanken; sie bringt diese hervor und entlaesst sie sogleich in die Welt.
Um das System der Ewigkeit der Liebe, das System des Lebens, zu begreifen, muss man in sich jenen Urgedanken spueren, der zugleich persoenlich und unpersoenlich ist. So sucht der Mensch nach Wegen, ihn zu verstehen, und erschafft alles Sichtbare aus dem Unsichtbaren heraus – bisweilen auf kuenstlichem Wege. Kuenstliche Liebe gleicht kuenstlichem Licht... Es gibt Menschen, die sehend sind und sich die entsprechende Frage stellen – und die Antwort kennen, gleichsam aus dem Kosmos kommend, indem sie das Licht einschalten, ohne einen Schalter zu betaetigen. Es gibt Menschen, die materielle Hilfsmittel nutzen, um Antworten zu erhalten, die auch auf spiritueller Ebene zugaenglich waeren; sie benoetigen gewissermassen einen „Gedanken-Transformator“, da ihnen der direkte Empfang vom Schoepfer nicht moeglich ist – sie brauchen die Brechung des Lichts, weil es sonst schmerzhaft waere. Dies haengt vom Zustand und der Kraft der Seele ab sowie von ihrem Reichtum an goettlichem Licht. So verhaelt es sich auch in der Liebe: Es gibt keine zufaelligen Engel – seien es froehliche oder traurige, geniessende oder inspirierende –, sondern vielmehr solche, die unterschiedliche Formen der Liebe leben. Und alles ist wunderbar, wenn in einer Beziehung die goldene Mitte gefunden wird, die das Leben durch die Liebe der Gedanken veredelt.
Philosophische Diskussionen: Ueber die Formen der Liebe
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Kommentare:
Dogen, 18. M;rz 2014 – 15:50 Uhr, Link: Eine Liebe, die den Weg durch diese Welt weist.
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Sija Tata, 18. Maerz 2014 – 18:24 Uhr, Link: Das kann man so sehen. Liebe wirkt als Wegweiser auch im Inneren, auf das eigene „Ich“.
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BorjomiMaster, 18. Maerz 2014 – 18:44 Uhr, Link. Liebe? Ist das bloss ein weiterer infantiler Krampf eines Tumors, der auf das limbische System drueckt? Allein das Leiden ist die Substanz jeglichen Gefuehls; nur es findet sein Dasein im... Das Leiden ist die Grundlage und das Einzige, was als Gegebenheit existiert; das augenfaelligste und unwiderlegbarste Phaenomen in jedem lebenden und denkenden Wesen. Alles Uebrige sind kl;gliche Versuche, sich vom Leiden abzulenken, denn genau hierhin – und folglich von hier aus – stroemt jede lebendige Emotion; daher ist es weder gut noch schlecht: Es ist Bestaendigkeit und Gleichfoermigkeit, unsere Fessel und unsere Erloesung. Unmittelbar gegeben ist uns stets nur das Beduerfnis, das immer nach mehr strebt, als man im Augenblick begehrt oder als einem in jenem Moment erstrebenswert erscheint. Daher liegt nichts naeher, als dass das wahrste und logischste Gefuehl das Leiden ist.
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Realist, 19. M;rz 2014 – 08:38 Uhr, Link: Man kitzelt Sie an der Fusssohle: Es kitzelt und ist lustig; dann reibt man mit einer Reibe darueber, und das tut weh. Beides sind Empfindungen; Sie haben lediglich alle Empfindungen als „Leiden“ bezeichnet – mehr nicht. Doch das Leiden ist nur eine Art von Empfindung; es gibt auch neutrale, angenehme oder schlicht schwer zu beschreibende Empfindungen – etwa das Gefuehl der Freiheit. Aber das Gefuehl der Freiheit ist kein Leiden, sondern eine Befreiung vom Leiden. Empfindungen entstehen unter dem Einfluss innerer und aeusserer Faktoren. Der Mensch strebt nicht danach, sich von Empfindungen an sich zu befreien, sondern von unangenehmen – also von Leid. Doch Leid – und als dessen Sonderform der Schmerz – ist fuer das Ueberleben des Organismus notwendig. Es signalisiert, dass mit dem Menschen etwas nicht in Ordnung ist. So zeugt beispielsweise das Leid beim Verlust eines nahestehenden Menschen vom Verlust der Bindung an diesen Menschen; dies aeussert sich physisch im Absterben von Neuronen im Gehirn. Aus diesem Grund praktizieren Buddhisten das Nicht-Anhaften: Haften Sie nicht an den Objekten der Welt – nicht einmal an Ihrem eigenen Koerper, an Gefuehlen, Hoffnungen, Traeumen, Bestrebungen, Ideen, Fantasien oder anderen geistigen Konzepten. Messen Sie all dem keine uebermaessige Bedeutung bei, dann werden Sie bei Verlust oder Veraenderung weder leiden noch Kummer empfinden. Der Mensch ist sein Gehirn, das Gehirn ist der Geist, und das Leid des Menschen entspringt dem Geist. Indem man also am Geist arbeitet, kann man sich vom Kummer – das heisst vom Leiden – befreien. Wenn Sie sich vom Leiden und von quaelenden Sorgen befreien, werden Sie frei. Wer hindert Sie daran? Niemand. Sie wollen es ja schlichtweg selbst nicht. Daraus ergibt sich eine Ausdrucksform der Liebe: das Mitgefuehl – also die Hilfe fuer einen anderen, Leid zu bewaeltigen oder zu ueberwinden. Liebe ist kein blosses Gefuehl, sondern der Sinn der Existenz, die treibende Kraft hinter Evolution und Entwicklung, hinter Schoepfertum und Gestaltung. Leben, Lieben, Schaffen – das ist es, wozu der Mensch da ist. Nicht um des Leidens willen, das bei manchen Individuen so schwer auf dem Verstand lastet. Leid ist vielmehr bloss eine Peitsche fuer unvernuenftige Wesen, ein Signal und ein Ansporn, vernuenftig und frei zu werden. Denn es waere eine unglaubliche Torheit, diesen grossartigen, vielfaeltigen und schoenen Plan namens „Leben“ einzig um des Leidens willen zu entwerfen. Doch ohne die Unterwelt kennengelernt und sich aus ihr herausgekaempft zu haben, laesst sich das Paradies nicht errichten. Auch darin liegt ein Sinn fuer die Entwicklung. Und auch darin liegt Liebe.
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kto, 19. Maerz 2014 – 09:49 Uhr, Link. Sehr geehrter Realist (19.03.2014): Meiner Auffassung nach ist in Ihrer Formel – „Der Mensch ist das Gehirn, das Gehirn ist der Verstand, und das Leid des Menschen ruehrt vom Verstand her“ – alles etwas durcheinandergeraten. Mir scheint, der Mensch ist eine Einheit aus Verstand, Vernunft und Genom, waehrend das Gehirn seinen Computer darstellt; das Leid des Hungers wiederum ist dem Menschen gegeben, damit er nicht verhungert, sondern um sein Leben kaempft.
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Realist, 19. M;rz 2014 – 12:18 Uhr, Link: „Meiner Ansicht nach ist in Ihrer Formel ‚Der Mensch ist das Gehirn, das Gehirn ist der Verstand, und das Leid des Menschen ruehrt vom Verstand her‘ alles ziemlich verworren.“ Das ist keine Formel, das ist die Realitaet, und sie liegt klar auf der Hand; ich wuesste nicht, was daran verwirrend sein sollte. Natuerlich ist es ueberspitzt ausgedrueckt, denn der Mensch hat auch andere Organe, aber der Mensch beginnt beim Kopf – genauer gesagt beim Gehirn: Funktioniert das Gehirn, lebt der Mensch; funktioniert es nicht, lebt er nicht. „Mir scheint, der Mensch ist eine Einheit aus Verstand, Vernunft und Genom, wobei das Gehirn sein Computer ist; das Leiden durch Hunger ist dem Menschen gegeben, damit er nicht verhungert, sondern um sein Leben kaempft.“ Sie haben im Grunde dasselbe beschrieben wie ich, nur mit anderen Worten. Bei mir steht zum Beispiel: „Leiden – und als Sonderfall der Schmerz – ist fuer den Organismus zum Ueberleben notwendig.“ Ich spreche dabei jedoch nicht von Leiden in Form von Hunger, Durst oder Schmerz; das sind tatsaechlich physische Ueberlebensbeduerfnisse. Aber sich zum Beispiel an einen Hund zu binden und wegen ihm zu leiden – welches physische Ueberlebensbeduerfnis steckt dahinter? Das ist eine blosse Regung, eine Laune. „Verstand“ und „Vernunft“ sind im Grunde dasselbe; der Verstand wird zur Vernunft, sobald er sich von Anhaftungen, Vorstellungen und Konzepten befreit. Das Gehirn ist ein neuronaler Computer – ein neuronales Netz. Wenn einem Menschen etwas gefaellt, beginnt sich das neuronale Netzwerk in diese Richtung zu entwickeln: Es entstehen Neuronen, und die Verbindungen zwischen ihnen vervielfachen sich. Dasselbe geschieht, wenn einem etwas missfaellt. Faellt das, was man mag oder nicht mag, weg, so sterben Neuronen ab und Verbindungen loesen sich auf – es handelt sich hier nicht um einen Computer aus Metall, der einfach umprogrammiert werden kann; vielmehr veraendert das Gehirn seine physischen Strukturen. All die menschlichen Kategorien – Feinde und Freunde, Gefallen und Missfallen, Wollen und Nichtwollen, Gut und Boese usw. – bestehen aus Neuronen und den Verbindungen zwischen ihnen. All das existiert nicht im Aussen – dort gibt es lediglich die Welt, rein und schoen; all das findet im Inneren statt: Das Gehirn bzw. der Geist unterteilt die Welt in Feinde und Freunde, in Weiss und Schwarz usw. Das ist das Grundprinzip der Funktionsweise des Gehirns. Wenn Sie – das heisst Ihr Verstand – es leid sind, sich mit Belanglosigkeiten zu befassen (im wahrsten Sinne des Wortes), h;ren Sie auf, sich selbst – Ihr Gehirn und Ihren Verstand – in Kategorien wie eigene Vorstellungen, „gefaellt mir“ oder „gefaellt mir nicht“, „wir“ und „die anderen“, „gut“ und „schlecht“ usw. aufzuspalten, und sehen die Welt so, wie sie ist. Damit erreichen Sie drei Hauptziele: 1. Sie sehen die Welt objektiv. 2. Sie nehmen die Welt als Ganzes wahr (durch die Punkte 1 und 2 beginnen Sie, die Welt so wahrzunehmen, wie sie tatsaechlich ist, da Sie sich von Ihren Vorstellungen ueber sie befreit haben). 3. Sie befreien Ihren Verstand von unnoetigem Ballast: der Aufspaltung und der entsprechenden Verarbeitung auf der Grundlage dieser Trennung. Und man erlangt einen objektiven Verstand. (Infolge der Punkte 1, 2 und 3 ist der Mensch nun in der Lage, objektiv und unparteiisch zu denken und somit richtig zu handeln. Bevor die Punkte 1, 2 und 3 erfuellt sind, besitzt er diese Faehigkeit nicht; er wird immer wieder in dieselben Schwierigkeiten geraten, da sein neuronales Netzwerk, das von den Eltern und der Gesellschaft in seiner Logik falsch trainiert wurde, den Weg der Aufteilung in Verarbeitungsobjekte beschreitet, was sich im Handeln der Menschen durch Besitzgier und Spaltung, Machtstreben und Bereicherung, Versuchung und Verlustangst ausdrueckt.) ...doch sie erkennt weder das Gesamtbild noch den Sinn des Lebens; folglich ist sie nicht in der Lage, richtig zu handeln, und wirkt daher zerstoererisch – sowohl auf das Leben um sie herum als auch auf sich selbst. Zudem befreien Sie sich von Leid, da es nichts zu trennen und nichts gibt, woran man sich klammern m;sste; der Verstand hat keinen Grund, die Gehirnstruktur zu veraendern, denn alles ist im Fluss und im Wandel (Feinde von gestern koennen beispielsweise zu Freunden werden oder umgekehrt – warum sich also etwas vormachen und jemanden auf eine bestimmte Weise festlegen? Man muss lediglich auf die Handlungen dieses Objekts achten, das schlicht ein Mensch ist) – es gibt auf der Welt nichts Statisches, an das man sich binden muesste, und folglich haben Bindungen keinen Sinn. Das Genom wiederum ist die physische Reproduktion und Evolution von Koerpern – etwa menschlicher Koerper –, die als „Traeger“ des Geistes fungieren.
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kto, 19. M;rz 2014 – 18:27 Uhr, Link. Sehr geehrter Realist (19.03.2014), mir ist diese Ihre Philosophie vertraut: „Sie hoeren auf, sich selbst – Ihr Gehirn und Ihren Geist – in Vorstellungen, in ‚gefaellt mir‘ oder ‚gefaellt mir nicht‘, in ‚die Unseren‘ und ‚die Anderen‘, in ‚gut‘ und ‚schlecht‘ usw. aufzuspalten, und sehen die Welt so, wie sie ist.“ Eine solche Philosophie ist moeglich, wenn Nahrung, ein Dach ueber dem Kopf und ein warmes Bett zuverlaessig gesichert sind. In einer solchen Lage kann man voellig sorgenfrei leben, in der Gewissheit, dass fuer den n;chsten Tag gesorgt ist. Offensichtlich ist diese Situation f;r viele Menschen in Russland bereits Realitaet. Natuerlich werden viele in einer solchen Lage ziellos leben – aber eben nicht alle. Manche werden zum Mars fliegen wollen – Abenteurer –, andere werden lange Zeit von der Liebe und Sexualitaet umgetrieben, wieder andere vom Geheimnis des Genoms.
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Realist, 19. Maerz 2014 – 21:24 Uhr, Link: „Diese Philosophie von Ihnen kenne ich“ – das ist keine Philosophie, sondern die Realitaet des Lebens. „Eine solche Philosophie ist moeglich, wenn Nahrung, ein Dach ueber dem Kopf und ein warmes Bett fuer einen Menschen zuverlaessig gesichert sind.“ Die Realitaet des Lebens ist nun mal die Realitaet des Lebens – ob nun jemand im Muellcontainer wuehlt, sich betrinkt oder die Geheimnisse eines Zwergs ergruendet. „In einer solchen Situation kann ein Mensch voellig sorgenfrei leben, in der Gewissheit, dass fuer den naechsten Tag gesorgt ist.“ Wenn Sie „bis ueber beide Ohren mit Sorgen vollgestopft“ sind, dann haben Sie sich diese selbst dorthin gestopft – genau das schreibe ich ja –, und nicht etwa, weil sie objektiv existieren. Denn Sie betrachten Sorgen als Sorgen und Probleme als Probleme – und nicht einfach als unvermeidliche Begleiterscheinungen des Lebens, mit denen man sich laengst abgefunden haben sollte, anstatt sie zum Mittelpunkt der eigenen Existenz zu machen. Auch gibt es keine gute oder schlechte Stimmung an sich – der Mensch erschafft sie sich selbst. „In einer solchen Situation leben viele natuerlich ziellos, aber nicht alle“: Gerade durch sein unnoetiges Gruebeln und die eigene Unruhe lebt der Mensch ohne das wahre Ziel seiner Existenz. Der moderne Mensch lebt nicht in der Welt, er lebt in seiner eigenen Hektik.
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BorjomiMaster, 19. M;rz 2014 – 21:12 Uhr, Link. Erster Fehler: Sie verwechseln den Begriff der Empfindung mit dem des Gefuehls; denn im Grunde handelt es sich um grundverschiedene – wenngleich durch den Willen miteinander verknuepfte – Gegebenheiten des Menschen. Schmerz ist eine elementare, durch Reize ausgeloeste aeussere Empfindung; er stellt ein Willensmotiv dar. Jede starke Einwirkung auf die Sinnesorgane ist schmerzhaft – uns also grundsaetzlich zuwider – und ruft Schmerz oder Lust hervor: Affekte, die den Koerper und den inneren Mechanismus der Lebensfunktionen unmittelbar erschuettern. Zweiter Fehler: Leiden ist etwas Einzigartiges und Erregendes; ein Hebel, der von der realen Notwendigkeit zur Heuchelei und zur Angst vor der Freiheit fuehrt. Ja, wir fuerchten die Freiheit. Denn der Mensch, der in der Gesellschaft lebt, haelt die Einsamkeit niemals aus; er vermag nicht, unabhaengig und frei zu werden, und ist stets dazu verdammt, vor sich selbst zu fliehen. Ein dritter Irrtum: Freiheit ist die hoechste Bastion der abstrakten Vorstellung einer Unmittelbarkeit gegenueber dem eigenen Willen. Freiheit laesst sich nur in jenen unverzichtbaren, euphorischen Augenblicken spueren, die von relativ kurzer Dauer sind und uns stets in jenen Moment zurueckfuehren, der uns dazu bewog, Erloesung vom gegenwaertigen Zustand zu suchen. Sie ist ein Mitleid mit dem eigenen Ich, die Bitte an sich selbst, von der Wirklichkeit zu abstrahieren. Solche Menschen loesen in mir nur ein hoechst truebes, ironisches Mitleid aus – und Sorge um ihren Verstand, jene grossartige und phaenomenale menschliche Faehigkeit. Es schmerzt mich, dass jemand dieses hoechste Gut des Menschen geringachtet und es durch Gefuehle ersetzt, die eine entschieden negative Ladung in sich tragen. Der vierte Irrtum: Leiden ist ein ewiges Suchen; es ist Unzufriedenheit bei der Erkenntnis und der Antwortfindung; es ist ein unvergleichlicher innerer Antrieb, der den menschlichen Willen staehlt. Zwar muessen wir Erloesung vom Leiden suchen, doch einzig und allein im Verstand. Denn das Leben selbst zwingt einen dazu, entweder ueber es zu herrschen oder es zu verlassen. Der fuenfte Fehler: Das Leiden entspringt nicht unmittelbar und zwangslaeufig dem blossen Nichtbesitz eines Zustands, sondern allein dem unerfuellten Wunsch, ihn zu besitzen; dieser Wunsch ist somit die notwendige Bedingung dafuer, dass der Nichtbesitz ueberhaupt erst zum Mangel wird und Schmerz hervorruft. Ueberall herrscht Leid – ich sehe es an jedem Ort –, doch niemand will es wahrhaben, da man darin etwas Schreckliches erblickt, an dem man selbst gewiss keine Schuld traegt. Zum tausendsten Mal muss ich die Schwaeche und Blindheit des Menschen gegenueber seinem eigenen Verstand feststellen; denn dieser ist diesen Tieren als bestimmender Begriff gegeben – als ein Wesen, das sie selbst rechtfertigt. Der sechste Fehler: Das Gefuehl ist weder ein Begriff an sich noch ein abstrakter Begriff, sondern als eigenstaendiger Begriff des Gefuehls definiert; und bis heute ist uns schleierhaft, wie die unterschiedlichsten, von ihm hervorgebrachten Elemente – Liebe, Begehren, Wollust, Schamhaftigkeit, Angst, Mut und dergleichen – so friedlich nebeneinander bestehen koennen. Kann man einer solchen Kloake aus leidenschaftlichem Wahn und Erregung wirklich trauen? In einem inneren Widerspruch zu leben, gleicht dem Tragen einer Zeitbombe tief im eigenen Inneren. Tatsaechlich ist das Leben der meisten Menschen nichts weiter als ein staendiger Kampf ums Dasein, bei dem sie von vornherein gewiss sind, als Verlierer hervorzugehen. Und was sie in diesem harten Kampf ausharren laesst, ist weniger die Liebe zum Leben als vielmehr die Angst vor dem Tod. Spueren Sie den Unterschied zur Feigheit davor, sich selbst untreu zu werden? Die Liebe ist ein Vorwand, ein Placebo, um das Ausmass der Angst zu begrenzen. Menschen sterben f;r ein Gefuehl, richten sich selbst zugrunde und geben dem Verstand die Schuld an allem – jenem Verstand, der ihnen diese Begriffe erst geliefert hat. Wozu braucht ein Lebewesen den Verstand, wenn es ihn lediglich dazu nutzt, zwischen verschiedenen Graden der Heuchelei zu unterscheiden? Der Verstand macht den Menschen darauf aufmerksam, was Liebe ist und was spekulative Erkenntnis durch Beobachtung bedeutet. Es ist abstossend, mit dem Gedanken zu leben, dass jemand in jedem Augenblick der Leidenschaft f;r das Animalische den Vorzug gibt gegenueber der Leidenschaft fuer die Erkenntnis.
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Realist, 19. M;rz 2014 – 21:56 Uhr, Link: Anstatt die Fehler anderer zu zaehlen, richten Sie den Blick auf sich selbst, und Sie werden erkennen, dass es gar keine Fehler gibt. „Eigentlich ist das Leben der meisten Menschen nur ein staendiger Kampf ums Dasein“ – doch fuer die Mehrheit hat sich dieser Kampf laengst in einen Kampf um die eigenen „Annehmlichkeiten“ verwandelt. Man will immer mehr davon und immer wieder etwas anderes; aus diesem Begehren erwaechst die Unzufriedenheit. Haette man keine Wuensche, g;be es nichts zu befriedigen – und folglich auch keine Unzufriedenheit. Nehmen wir einen Menschen, der sich ein Auto wuenscht: Er ist unzufrieden, malt es sich in seinen Traeumen aus, geraet beim Gedanken an das Objekt seiner Begierde ins Schw;rmen und ist ganz hin und weg – er ist bereits an das Auto gebunden, noch bevor er es ueberhaupt besitzt. Doch wenn ihm dann das fuer den Wagen Ersparte gestohlen wird, ist das Geschrei gross und alles aus. Und selbst wenn er es schliesslich kauft, sich daran gewoehnt und sich sattgefahren hat, will er schon wieder ein neues Auto, eine Wohnung, eine Garage oder sonst etwas – ein ewiger Kreislauf. Was er begehrt, bildet den Sinn seiner Existenz – doch eben nur fuer ihn, denn ein anderer sehnt sich vielleicht nach einer Statue, einem Gemaelde, einem Fernsehgeraet oder Heroin... Erst auf dem Sterbebett oder wenn das Leben ihm einen harten Schlag versetzt, mag er sich fragen: „Was habe ich eigentlich mein Leben lang getan? Wonach habe ich gestrebt, was habe ich erreicht?“ Was sind die wahren Werte f;r den Menschen? Autos, Wohnungen, Garagen und dergleichen? Nach 100, 500 oder 1000 Jahren werden all diese Werte verrottet und zu Staub zerfallen sein – genau wie er selbst, der um sein „Ueberleben“ gekaempft hat, dabei aber wohl eigentlich mit sich selbst rang, weil es sonst niemanden gab, gegen den er haette kaempfen koennen.
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BorjomiMaster, 19. Maerz 2014 – 22:27 Uhr, Link: Fuer die Mehrheit hat sich dieser Kampf laengst in einen Kampf um die eigenen „Annehmlichkeiten“ verwandelt. Man will immer mehr und immer andere davon haben; aus diesem Begehren erwaechst die Unzufriedenheit – wenn man nichts begehrt, gibt es auch nichts zu befriedigen, und es entsteht keine Unzufriedenheit. Wunderbar. Es freut mich, dass Sie mich verstanden haben, denn genau das meinte ich: Der natuerliche Naehrboden fuer Leid ist das unmittelbare Verlangen, etwas zu besitzen oder etwas zu verlieren.
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Realist, 19. Maerz 2014 – 22:31 Uhr, Link: Und...? Existieren solche Leiden f;r Sie? Fuer mich nicht. Gibt es sie also tatsaechlich oder nicht?
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BorjomiMaster, 19. Maerz 2014 – 22:35 Uhr, Link. Dass Sie keinerlei Begehren verspueren, zwingt mich zu der Annahme, dass Sie womoeglich ein gelaehmter, ans Lebenserhaltungssystem angeschlossener Mensch sind. Selbst das einfachste Bakterium strebt nach der Teilung in Tochterzellen – doch wir, als hoeher entwickelte biologische Wesen, verweigern uns ploetzlich dem Allereinfachsten und Natuerlichsten. Wenn Sie noch atmen, dann wollen Sie atmen; Sie wollen leben.
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Realist, 19. Maerz 2014 – 22:55 Uhr: Bezueglich Ihrer Aussage „hoeher entwickelte biologische Wesen – und ploetzlich verzichten wir auf das Primitivste und Natuerlichste“: Erzeugt das bei Ihnen keinen Widerspruch? Sind wir Menschen oder Tiere? „Sie wollen leben.“ Eben. Das ist die richtige Schlussfolgerung. Mehr noch: Ich geniesse das Leben in vollen Zuegen – das Leben an sich –, was bedeutet, dass es einen anderen Sinn der Existenz gibt, der nicht im blossen Wollen von irgendetwas liegt, sondern in etwas Groesserem. Etwas weitaus Groesserem. Und es betruebt mich zutiefst, dass die Menschen dieses Groessere gegen so etwas Banales wie ihre eigenen Wuensche eintauschen und dabei das Leben um sie herum zerstoeren.Es ist, als waere man Arzt fuer Krebspatienten und voellig machtlos; man kann nichts tun, ausser Zeuge zu sein und zu beobachten, was um einen herum geschieht. Dabei wuerden die Menschen laengst im „Paradies“ leben, wenn sie bereit waeren, auf ihre blossen Begierden zu verzichten – das ist das Paradoxe daran.
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BorjomiMaster, 19. Maerz 2014 – 23:01 Uhr, Link: Sind wir Menschen oder Tiere? Die einzige Bruecke zwischen Mensch und Tier ist der Verstand. Biologisch gesehen ist unser Koerper ein tierischer Koerper: mit denselben Verhaltensweisen, Beduerfnissen und Instinkten, die durch die vernunftbasierte Erkenntnis des einzelnen Menschen begrenzt werden. Der Status des Menschen – *Homo sapiens* – ist nur dann gegeben, wenn das Praedikat „Homo“ nicht im hohen, schw;len Dickicht der Gefuehle verloren geht. Daher besteht vor der Ebene des Bewusstseins kein Widerspruch zwischen Tier und Mensch. Ihr Lebensdrang ist nicht zu blosser Existenz an sich verdammt, sondern dazu, inmitten von Luege und Idiotie umherzuirren; Sie sind dazu verdammt, nach der Wahrheit zu suchen, ohne es auch nur zu ahnen. Und doch koennen wir uns unserer Wuensche nicht entledigen, da sie in unserer Natur liegen. Gelangen wir ins Paradies, wollen wir dort bleiben; geraten wir in die Hoelle, wollen wir sie verlassen.
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Realist, 19. Maerz 2014 – 23:24 Uhr, Link: „Ihr Lebenswille ist nicht zu blosser Existenz an sich verdammt, sondern dazu, inmitten von Luege und Idiotie umherzuirren.“ Ich hege keinen Lebenswunsch aus egoistischer Sicht, daher gibt es auch nichts, dem ich preisgegeben waere. Folglich habe ich auch keine Angst vor dem Tod. Doch fuer mich ist es besser, gesund inmitten von Kranken zu sein, als krank inmitten von meinesgleichen. Wenn ich mich selbst geheilt habe, besteht die Hoffnung, dass auch andere geheilt werden. „Sie sind dazu verdammt, nach der Wahrheit zu suchen, ohne es auch nur zu ahnen.“ Das muss ich jedoch nicht tun, denn ich habe sie bereits gefunden. Doch wenn ich versuche, es Ihnen zu erklaeren, wird es fuer Sie – auch wenn es in sich Sinn ergibt – nur eine leere Ansammlung von Worten sein. Die Wahrheit laesst sich nicht in Worte fassen; man muss sie begreifen, man muss sie sein. „Gelangen wir in den Himmel, wollen wir dort bleiben; geraten wir in die Hoelle, wollen wir sie verlassen.“ Die Wahrheit ist jedoch, dass es weder Himmel noch Hoelle gibt. Es gibt lediglich das Leben in einem einzigen Strom, der den Menschen umgibt – mehr nicht. Himmel und Hoelle sind Zustaende, in die sich der Mensch selbst hineinbegibt, indem er sich durch seine egoistischen Wuensche und Vorstellungen aus diesem Strom herausloest.
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BorjomiMaster, 19. Maerz 2014 – 23:30 Uhr, Link: Bezeichnen Sie den Verrat am eigenen Wesen als Egoismus? Wozu leben, wenn alle Fragen bereits bekannt sind? Um anderen zu helfen? Sind Sie sich Ihrer Sache bei anderen so unsicher, dass Sie sich in deren Fragen und Antworten einmischen? Vielleicht sollte man auch Ihre Antworten daraufhin ueberpruefen, ob sie aus zweiter Hand stammen? Sie empfinden Angst, weil Sie noch am Leben sind; Sie fuerchten den Abschied aus dem Leben, weil Ihnen vieles unbekannt ist. Troesten Sie sich nicht mit Antworten auf elementare Fragen wie Freiheit, Wahrheit und sonstigen metaphysischen Unsinn, der uns ueber Jahrtausende hinweg so massiv eingetrichtert wurde.
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Realist, 20. Maerz 2014 – 00:08, Link „Bezeichnen Sie den Verrat am eigenen Wesen als Egoismus?“ Nein, als Egoismus bezeichne ich die Abgrenzung von der umgebenden Lebenswelt. Der Mensch ist zwar autonom, aber er ist nicht losgeloest von der Zivilisation und der Gesellschaft, in der er sich – oft auf Kosten eben dieser Gesellschaft – hervorzutun sucht. Sich von der Gesellschaft abzugrenzen, das ist Egoismus. Fuer sich selbst (fuer die eigenen Wuensche) zu leben, das ist Egoismus. „Wozu leben, wenn alle Fragen bekannt sind?“ Welche Fragen? Mir ist lediglich die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und der Evolution bekannt. Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Fragen; wuesste man die Antworten bereits im Voraus, waere das Leben uninteressant. Doch gerade darin – in diesem Fortschreiten auf dem Weg der Welterkenntnis – liegt unter anderem der Sinn des Lebens. „Anderen helfen?“ Meine Hilfe fuer andere aeussert sich in Mitgefuehl, aber das ist nicht der Sinn des Lebens. Wir leben nicht, um zu leiden oder Mitleid zu empfinden. „Sind Sie sich bei anderen so unsicher, dass Sie sich in deren Fragen und Antworten einmischen?“ Ich glaube niemandem und nichts; mir fehlt dieses menschliche Phaenomen, das man „Glaube“ nennt. Ich weiss einfach, worauf die Dinge im Moment hinauslaufen. Wie es im Lied heisst: „Ich habe geheime Karten gesehen, ich weiss, wohin wir steuern.“ Uebrigens ein gutes Lied ueber die Wahrheit des modernen menschlichen Lebens. Es traegt den Titel „Titanic“ (http://megalyrics.ru/lyric/nautilus-pompilius/titanik.htm). Und ich beobachte, ob ich darauf Einfluss nehmen kann.
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BorjomiMaster, 20. Maerz 2014 – 18:59 Uhr, Link: Sich von der Umwelt abzugrenzen, nennt man Eremitentum, nicht Egoismus. Und ein Leben fuer andere gilt folglich als Zeichen von Philanthropie? Heisst das etwa, dass der Verrat am eigenen Ich zugunsten des Erlebens eines anderen kein Verrat an sich selbst ist? Ich frage mich: Wuerden Sie die Spende Ihres Knochenmarks fuer einen voellig fremden Leukaemiepatienten verweigern, wenn diese ihm das Leben retten koennte? Sich selbst schaden, um einen anderen zu heilen – waeren Sie dazu bereit? Falls nein, ist Ihre These rein polemischer Natur; falls ja, hinterlassen Sie doch Ihre Nummer – falls ich mich mal mit Hepatitis anstecke, wuesste ich sofort, an wen ich mich wenden kann. Noch Fragen? Tja, und dabei haben Sie in Ihrer vorangegangenen Nachricht noch vom praktischen Ende des Philosophierens gesprochen. Oder ist die Wahrheit fuer Sie etwas Einzigartiges? Dann muss ich Sie leider enttaeuschen: Ich meinte die Wahrheit dessen, wofuer wir leben. Den Sinn? Es ist schoen, dass Sie fuer sich angeblich einen Sinn gefunden haben – ich werde das nicht kritisieren. Aber warum sprechen Sie hier von klarer Erkenntnis und dem staendigen Streben danach, waehrend die Wahrheit selbst – um auf unser Lieblingsthema zurueckzukommen – in Ihrer frueheren Aussage als bereits ausgeschoepft dargestellt wurde? Sie fuehren ein schlechtes Leben; Sie haben noch keinen Sinn gefunden. Ich kann helfen. Meine Hilfe fuer andere aeussert sich in Mitgefuehl. Oh ja, natuerlich – denn es ist ja fuer alle so wichtig, dass Sie mit ihnen jammern. Wer braucht schon Mitgefuehl? Wenn ein Kind an Krebs erkrankt – wollen Sie es dann auch mit Mitleid heilen? Denken Sie nicht bloss mit Mitleid, sondern handeln Sie danach: Erkranken Sie selbst an Krebs, und ueberlegen Sie dann – nach einem Jahr Chemotherapie und Operationen –, wie es sich anfuehlt, die Maske eines heuchlerischen Luegners zu tragen. Denn wie ist das eigentlich: Der eine leidet und Sie empfinden Mitleid, der andere freut sich – und Sie freuen sich mit? Ein kluger Mensch wuerde sofort bemerken, dass er in fremden Fesseln steckt, als wuerde eine unerklaerliche Macht ihn dazu zwingen, das zu tun, was die moralischen Kanons vorschreiben. Und Sie haben mir etwas von Freiheit erzaehlt? Ich glaube niemandem und nichts. Mmm... wie suess doch die Worte der Rechtfertigung schmecken. Eben noch hast du dich mitfuehlend gezeigt, doch nun stellt sich heraus, dass dein Handeln aus eigennuetzigen Motiven und dem Unglauben an das menschliche Wesen entspringt. Wie sonst sollte man dieses Gefuehl nennen, wenn nicht Heuchelei? Du gibst dich als Humanist, leugnest aber in Wahrheit voller Paranoia den Glauben. Damit bist du deinem eigenen Ich wieder einen kleinen Schritt naeher gekommen.
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sokrat, 19. Maerz 2014 – 22:12, Link. Erster Fehler: Sie verwechseln den Begriff der Empfindung mit dem des Gefuehls; denn im Grunde handelt es sich um voellig verschiedene, wenngleich durch den Willen miteinander verknuepfte Gegebenheiten des Menschen. Schmerz ist eine einfachste, durch Reize ausgeloeste aeussere Empfindung; er ist ein Willensmotiv. Bezeichnen „Schmerzempfindung“ und „Schmerzgefuehl“ nicht dasselbe? Ist es ein Unterschied, ob man sagt, jemand fuehle Schmerz oder empfinde Schmerz? Worin liegt hier die Verwechslung?
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BorjomiMaster, 19. Maerz 2014 – 22:24 Uhr, Link: Hier ist alles ganz einfach: Eine Empfindung ist von aussen gegeben, ein Gefuehl von innen. Schmerz kann nur als Empfindung auftreten, etwa durch einen heftigen Schlag.
Unmittelbarer Schmerz ist Schmerz, der ohne aeusseren Anlass entsteht – also eine Schmerzempfindung im Inneren, wie etwa bei einem Magengeschwuer oder einer Migraene. Von einem „Schmerzgefuehl“ zu sprechen, ergibt keinen Sinn.
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sokrat, 20. Maerz 2014 – 00:00 Uhr, Link Und wie verhaelt es sich mit Phantomschmerzen? Wenn jemand zum Beispiel Schmerzen in einer Gliedmasse verspuert, die ihm vor einigen Jahren amputiert wurde? Wie genau wird der Schmerz in dieser nicht mehr vorhandenen Gliedmasse wahrgenommen – handelt es sich um eine aeussere Empfindung oder um ein Schmerzgefuehl direkt im Inneren?
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BorjomiMaster, 20. Maerz 2014 – 18:38 Uhr, Link: Phantomschmerz steht meist im Zusammenhang mit psychoneurologischen Stoerungen, denn tatsaechlich handelt es sich dabei um eine Schmerzempfindung, die auf einem bestimmten Motiv beruht.
Dieses Motiv kann wiederum externer Natur sein – etwa bei einer Amputation – oder interner Natur, wie bei einer Parese oder Laehmung. Der erste Fall erklaert die Einwirkung eines aeusseren Motivs auf das innere Wesen des Phaenomens; der zweite Fall erklaert die unmittelbar auftretende Schmerzempfindung.
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sokrat, 20. Maerz 2014 – 20:38 Uhr, Link: Nehmen wir an, das sei so. Nun, laesst sich seelischer Schmerz ebenfalls als Empfindung betrachten? Oder als Gefuehl?
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BorjomiMaster, 20. Maerz 2014 – 20:50 Uhr, Link: Seelischer Schmerz ist gleichbedeutend mit Leid – er stellt dessen hoechste Stufe dar. Natuerlich koennen wir durch Worte an sich nichts koerperlich empfinden; all das wird von unserem Gehirn interpretiert. Es ist toericht zu glauben, dass ein Wort unmittelbar Schmerz verursacht – etwa wie ein Herzinfarkt infolge einer schrecklichen, tragischen Nachricht. In diesem Fall halten alle denjenigen, der dies ausgesprochen hat, fuer den eigentlichen Ausloeser; tatsaechlich handelt es sich jedoch entweder um eine erbliche Herzpathologie oder um eine schwach entwickelte emotionale Psyche, die dem Herzen Tachykardie und der Lunge einen Hyperventilationsanfall signalisiert. Saemtliche Gefuehle lassen sich entweder logisch oder biochemisch erklaeren; fuer alles Uebrige ist der Grad der Stoerung der Vorstellungskraft verantwortlich.
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sokrat, 20. Maerz 2014 – 22:16, Link: Sie schrieben oben, Schmerz sei eine einfachste aeussere Empfindung aufgrund von Reizen, und zudem koenne Schmerz nur empfunden werden. Habe ich Sie nun richtig verstanden, dass seelischer Schmerz keine Empfindung ist? Denn natuerlich k;nnen wir allein durch Worte nichts empfinden.
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BorjomiMaster, 20. Maerz 2014 – 22:33 Uhr, Link: Habe ich Sie nun richtig verstanden, dass seelischer Schmerz keine Empfindung ist? Ein Schmerz kann nicht an sich „seelisch“ sein. Schmerz ist eine anschauliche und negative Empfindung. Ich habe oben das Beispiel angefuehrt, dass Worte lediglich einen Informationsfluss darstellen, w;hrend die Art und Weise, wie dieser Fluss wahrgenommen wird, eine Funktion des Gehirns ist. Sie haben mich also voellig richtig verstanden: Seelischer Schmerz ist zwar einerseits der hoechste Grad an Leid, der durch eine fehlerhafte Interpretation von Informationen im Gehirn entsteht, doch existiert er andererseits nicht als eigenstaendige Schmerzart – weder als aeusserer noch als innerer Schmerz.
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kto, 21. Maerz 2014 – 05:37 Uhr, Link: Das Gehirn nimmt Informationen nicht wahr, es erschafft sie; vielmehr ist es das „Ich“, das Informationen in Form von Empfindungen wahrnimmt. „Ich“-Empfindungen, die aus der Aussenwelt stammen, sind Schmerz, waehrend „Ich“-Empfindungen, die aus dem Gehirn kommen, Leiden sind.
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 07:47 Uhr, Link: Man spricht zu Ihnen, und das Gehirn nimmt es auf. Erschaffen kann es erst dann etwas, wenn *Sie* anfangen zu sprechen. Leiden ist ein Gefaehl, keine blosse Empfindung. Es ist ein Motiv fuer den Schmerz, aber nicht der Schmerz selbst.
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kto, 21. Maerz 2014 – 13:46 Uhr, Link. Sehr geehrter BorjomiMaster (Beitrag vom 21. Maerz 2014): Wenn „zu Ihnen gesprochen wird“, wandelt das Gehirn den Nervenimpuls vom Ohr in ein Signal um, das fuer die Wahrnehmung durch Ihr „Ich“ geeignet ist, und Ihr „Ich“ nimmt es auf (empfindet es). Wenn „Sie sprechen“, empfaengt das Gehirn das Signal Ihres „Ichs“ und wandelt es in eine Muskelbewegung der Stimmbaender Ihres Organismus um. Ihr „Ich“ entspricht den apriorischen Formen der Sinnlichkeit, und Ihr „Gehirn“ entspricht den apriorischen Formen des Verstandes (Kant). Signale aus der Au;enwelt sowie Signale aus dem Gehirn (Verstand) k;nnen vom „Subjekt-Ich-apriorische-Formen-der-Sinnlichkeit“ nur in Form von Empfindungen wahrgenommen werden; ein Gefuehl setzt sich aus Empfindungen (Qualia) zusammen.
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 15:53 ; Uhr, Link. Man sagt Ihnen: Es ist ein Informationsstrom. Sie sagen: Es ist ein Informationsstrom. Bei Ihnen hat es den Anschein, als sei das „Ich“ seinem Wesen nach etwas anderes – also etwas, das nicht unser Wille ist. Das „Ich“ *ist* der Wille – das innere Wesen der Erscheinungen und Handlungen, das sich der Erkenntnis darbietet, mitsamt dem eigenen Mechanismus seiner Motive. Ihr „Gehirn“ entspricht den apriorischen Formen des Verstandes. Nicht das Gehirn ist die Form des Verstandes, sondern der Verstand ist ein Bestandteil des Gehirns; denn dieses ist selbst die Summe aus verstandesmaessiger und vernuenftiger Erkenntnis – der reinen Anschauung. Das Gefuehl setzt sich aus Empfindungen zusammen. Aeussere Empfindungen regen das Gefuehl an – dieses ist einheitlich: das Leiden –, welches seinerseits die unmittelbare Empfindung bestimmt.
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kto, 21. Maerz 2014 – 17:48 Uhr, Link: „Man sagt Ihnen, es handele sich um einen Informationsstrom“, der in der Empfindung der Information durch Ihr „Ich“ (eine apriorische Form der Sinnlichkeit) muendet. Das heisst, man muss zwischen dem „Informationsstrom“ und der „Empfindung der Information“ unterscheiden. „Sie sagen, es handele sich um einen Informationsstrom“, der mit der Empfindung der Information durch Ihr „Ich“ beginnt. Das „Ich“ ist eine hypothetische apriorische Form der Sinnlichkeit, die von Kant eingefuehrt wurde und von der Naturwissenschaft im menschlichen Organismus bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Ich stimme zu, dass das Gehirn die „Summe der verstandesmaessigen Erkenntnis“ darstellt, doch ist das Gehirn nicht die „Summe der vernunftgemaessen Erkenntnis – der reinen Anschauung“. Trotz jahrzehntelanger Bemuehungen findet die Biologie im Gehirn keine Anzeichen von Geist (Empfindung, Sinnlichkeit); dies stellt das Hauptproblem sowohl fuer die Biologie als auch fuer die Philosophie dar. Zugleich offenbart die Biologie im Gehirn Merkmale einer gefuehllosen Rechenmaschine (apriorische Formen des Verstandes). Daher bleibt die Suche nach dem „Ich“ – als apriorischer Form der Sinnlichkeit – vorerst eine Aufgabe sowohl der Philosophie als auch der Biologie.
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 19:18 Uhr, Link: „Man sagt Ihnen, es handele sich um einen Informationsstrom“, der in der Empfindung der Information durch Ihr „Ich“ (die apriorische Form der Sinnlichkeit) muendet. Man muss also zwischen dem „Informationsstrom“ und der „Empfindung von Information“ unterscheiden. Eine Empfindung von Information ist unmoeglich. Niemand empfindet Worte; das Gehirn interpretiert sie so, wie der eigene Wille sie zu hoeren wuenscht. Ein Mensch will A sagen, sagt B, und wir verstehen ihn als C. Ich stimme zu, dass das Gehirn die „Summe der verstandesmaessigen Erkenntnis“ ist, aber es ist nicht die „Summe der vernunftgemaessen Erkenntnis – der reinen Anschauung“. Nein, nein, da haben Sie mich missverstanden. Das Gehirn ist die Summe aus Verstand und Vernunft, woraus die reine Anschauung hervorgeht. Erst durch die Wahrnehmung eines Dings und dessen Anreicherung mit Inhalt erhaelt das Ding einen Begriff und eine Bedeutung – genau das ist die reine Anschauung. Weder der Verstand noch die Vernunft lassen sich dingfest machen, und doch zweifelt niemand an ihrer Existenz; dies ist ebenso natuerlich, wie es unmoeglich ist, einen Gedanken zu materialisieren. Die einfachste, ureigene Aeusserung des Verstandes ist das Erkennen der Ursache aus der Wirkung – und absolut nichts anderes. Der Verstand kennt keine andere Form als diese, abgesehen natuerlich von den Formen der Erkenntnis der Ursache selbst. Ich habe Ihnen bereits erklaert, dass dieses Ihr „Ich“ der Wille ist und kein eigenstaendiges Wesen, das Ihnen Befehle erteilt und Beweise fuer seine eigene Existenz verlangt.
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kto, 22. Maerz 2014 – 06:20 Uhr, Link. Ihre Formel „Eine Empfindung von Information ist unmoeglich“ deutet darauf hin, dass Sie von der Existenz einer Art der Wahrnehmung der eigenen Gedanken ausgehen, die sich von der Empfindung unterscheidet. Meiner Ansicht nach kann ein Subjekt etwas nur mithilfe von Empfindungen wahrnehmen, und dies ist offensichtlich einer der Hauptpunkte unserer Meinungsverschiedenheit. Gleichzeitig stimme ich der Aussage zu, dass das Gehirn Worte so interpretiert, „wie der Wille sie zu hoeren wuenscht“. Meiner Vorstellung nach ist das Gehirn ein Modell der Aussenwelt des Subjekts, und das Subjekt nimmt die Interpretation von Worten mithilfe dieses Modells vor. Gerade die Begrenztheit des Aussenweltmodells eines jeden Subjekts begruendet dessen Willen, da es nur im Rahmen seines Modells handeln kann; zugleich ist das Aussenweltmodell jedes Subjekts einzigartig, was die Ursache fuer unsere Meinungsverschiedenheiten darstellt. Ihre Behauptung, der Verstand – ebenso wie die Vernunft – lasse sich nicht auffinden, ueberzeugt mich nicht. Erstens ist der Verstand bereits lokalisiert worden: Es ist das Gehirn (jeder Computer ist Verstand); zweitens koennen solche Behauptungen die Wissenschaft nicht bei ihrer Suche nach dem materiellen Traeger des Verstandes (den apriorischen Formen der Sinnlichkeit) aufhalten. Zwar zieht sich diese Suche schon ueber Jahrtausende hin, doch stimmen mich die Fortschritte der Molekularbiologie zuversichtlich.
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BorjomiMaster, 22. Maerz 2014 – 10:37 Uhr, Link. Es ist unmoeglich, das Immaterielle unmittelbar zu empfinden; wahrgenommen wird daher nur der Impuls der Informationsverarbeitung im Gehirn, nicht die Information an sich. Man sagt zwar, dass Worte toeten koennen – jedoch nicht im woertlichen Sinne; vielmehr nimmt ein Mensch das Gesagte – abhaengig von seinem psychischen Zustand und seiner Stressresistenz – so wahr, wie er es hoeren moechte. Jemand sagt Ihnen, dass er Sie liebt, doch Ihr Gehirn interpretiert dies im Grunde als etwas Negatives. Das Gehirn ist lediglich ein Organ des Zentralnervensystems, das eine Reihe a priori festgelegter Funktionen erfuellt. Er kann nicht bloss ein aeusserer Empfaenger von Informationen sein, denn darueber hinaus setzt er sich auch mit dem eigenen Ich auseinander. Daher gibt es Halluzinationen und Trugbilder. Es gaebe keinen Verstand ohne Vernunft, ebenso wenig wie umgekehrt. Und das Wichtigste – auch wenn es fuer unser eigentliches Thema nicht im Vordergrund steht – ist hier nicht das Gehirn, sondern der eigene Koerper. Denn der Verstand faende niemals eine Anwendung, gaebe es nicht etwas anderes, von dem er ausgehen koennte. Die verstandesmaessige Aufnahmefaehigkeit im praktischen Leben setzt die Vernunft voraus. – als aussergewoehnlicher Verstand im Dienste des Willens – als eine besondere Anwendung der Kunst, die Wirklichkeit als solche insgesamt zu erkennen. Fuer unser Auge existiert jedoch nur die Realitaet; folglich ist es allein die Vernunft, die die Wirklichkeit mit Vorstellungen fuellt und in den Rang der Realitaet selbst aufsteigt. Daher entstand die Redewendung: „Die Realitaet ist fuer jeden anders.“
Ja, vielleicht habe ich mich etwas zu lange damit aufgehalten, doch ich stimme zu: Wuerde man bestimmte Bereiche des Gehirns ausschalten – etwa durch eine praefrontale Lobotomie –, so w;rde es praktisch unmoeglich, von der Wirkung auf die Ursache zu schliessen. Da jedoch das eine das andere mit sich zieht, geht mit dem Verstand auch die Vernunft zugrunde – dies sollte als Grundlage fuer das Erkennen schlechthin gelten.
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kto, 23. Maerz 2014 – 06:55 Uhr, Link – Antwort hier.
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Siiya Tata, 23. Maerz 2014 – 02:52 Uhr, Link – Die Energie des Gedankens hat Leben erschaffen und erschafft es, erhaelt es aufrecht und fuehrt es fort. Die Verwirklichung des Gedankens liegt in den Schoepfungen.
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sokrat, 21. Maerz 2014 – 13:31 Uhr, Link – Wenn also die Ursache des Leidens eine falsche Interpretation von Informationen durch das Gehirn ist und Leiden ein Gefuehl darstellt, m;sste man dann nicht auch den psychogenen (nicht-organischen) Schmerz als Gefuehl – als eine Funktion des Gehirns – anerkennen? Schliesslich ist das Psychische doch das Ergebnis der Gehirntaetigkeit? Und psychogener Schmerz ist ein Schmerz, der durch die Taetigkeit des Gehirns hervorgerufen wird. Was waere hier das aeussere Motiv, wenn man nicht die Gehirntaetigkeit selbst als ein solches Motiv anerkennt?
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 16:01 Uhr, Link. Das Leiden bedarf keines Grundes, denn es ist die Ursache von allem. Eine fehlerhafte Interpretation durch das Gehirn regt das Leiden zu Affekten und Willensakten an – zu inneren Motiven. Merken Sie sich: Schmerz ist eine Kategorie der Empfindung, nicht des Gefuehls. Und wie sehr Sie sich auch zu verwirren versuchen moegen, Schmerz bleibt stets nichts weiter als eine hoechst primitive Empfindung. Psychogener Schmerz hingegen ist ein Schmerz, der durch die Taetigkeit des Gehirns hervorgerufen wird. Was liesse sich hier als aeusseres Motiv anfuehren – es sei denn, man erkennte die Gehirnaktivitaet selbst als ein solches Motiv an? Psychogener Schmerz ist deshalb psychogen, weil er durch ein inneres Empfinden – als Folge psychischer Stoerungen – ausgeloest wird. Was genau den Anlass fuer diese Fehlleistung des Gehirns bildet – sei es die Erinnerung an einen lange zurueckliegenden Verlust (wobei der Ausloeser hierbei in einem selbst liegt) oder ein aktuelles Ereignis (also ein aeussserer Ausl;ser) –, haengt allein vom Zufallscharakter des jeweiligen Geschehens ab.
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sokrat, 21. Maerz 2014 – 18:01 Uhr, Link: Mit anderen Worten: Sie stimmen der Aussage zu, dass „psychogener Schmerz ein Schmerz ist, der durch die Aktivitaet des Gehirns verursacht wird, welches Informationen falsch interpretiert – etwa infolge psychischer Stoerungen“?
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 19:07 Uhr, Link ...zum Beispiel infolge psychischer Stoerungen? Nicht „infolge“, sondern als *Folge* psychischer Stoerungen. Aber ansonsten im Grossen und Ganzen richtig; eine ausgezeichnete Definition von psychogenem Schmerz.
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sokrat, 21. Maerz 2014 – 22:00 Uhr, Link Vergleichen wir nun: Ihre Aussage (veroeffentlicht von BorjomiMaster am 20. M;rz 2014 – 23:33 Uhr, Link): „Sie haben mich voellig richtig verstanden: Seelischer Schmerz ist nicht nur der hoechste Grad an Leid aufgrund einer fehlerhaften Informationsinterpretation durch das Gehirn, sondern er existiert auch gar nicht als eigenstaendiger Schmerz“ … Und meine Aussage: Psychogener Schmerz ist ein Schmerz, der durch die Aktivitaet des Gehirns verursacht wird, welches Informationen falsch interpretiert – zum Beispiel als Folge psychischer Stoerungen. Ist das nicht ein Widerspruch?
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BorjomiMaster, 21. Maerz 2014 – 22:11 Uhr, Link: Seelischer Schmerz ist die hoechste Stufe des Leidens, hervorgerufen durch eine fehlerhafte Interpretation von Informationen durch das Gehirn; als solcher ist er eigentlich gar kein Schmerz. Psychogener Schmerz hingegen ist tatsaechlich Schmerz, der durch eine fehlerhafte Informationsinterpretation des Gehirns infolge psychischer Stoerungen ausgeloest wird. Zwischen beiden liegt eine riesige Kluft – ganz abgesehen davon, dass das eine kein Schmerz im eigentlichen Sinne ist, waehrend das andere eine seiner unmittelbaren und offensichtlichen Formen darstellt.
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sokrat, 23. Maerz 2014 – 09:03 Uhr, Link: Das ist verstaendlich. Doch es ist offensichtlich, dass psychogener (somatoformer) Schmerz definitionsgemaess keine Empfindung ist. Dies widerspricht dem Begriff „psychogen“ an sich.
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BorjomiMaster, 23. Maerz 2014 – 11:23 Uhr, Link. Die Philosophie zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie zum unkonventionellen Denken anregt und dazu, fuer alles eine eigene Begriffsbestimmung zu suchen. Auch Ihre Vorstellungen von Schmerz und Gefuehlen sind nicht davor gefeit, mit zahlreichen konventionellen Begriffen zu kollidieren. Das Prinzip ist simpel: Wenn psychogener Schmerz eine Empfindung voraussetzt – also tatsaechlich Schmerz ist und mit diversen Affekten einhergeht –, dann handelt es sich tatsaechlich um Schmerz; die Behauptung, dies sei *kein* Schmerz, widerspricht jedoch dem grundlegenden Schmerzbegriff – womit man den Sachverhalt hier also beim Schopf packen kann.
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sokrat, 23. Maerz 2014 – 14:27 Uhr, Link. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Allerdings ging es mir nicht um den Schmerz an sich, sondern um die Frage, ob und wie man tatsaechlich zwischen Empfindung und Gefuehl unterscheiden kann, wenn man dies im Zusammenhang mit dem Begriff des Leidens betrachtet. Genau damit hatte ich begonnen: Veroeffentlicht von sokrat am 19. Maerz 2014 – 23:12 Uhr. Link. Der erste Fehler: Sie verwechseln den Begriff der Empfindung mit dem des Gefuehls; denn im Grunde handelt es sich um zwei voellig verschiedene – wenngleich durch den Willen miteinander verknuepfte – Gegebenheiten des Menschen. Schmerz ist eine einfachste, durch Reize ausgeloeste aeussere Empfindung; er stellt ein Willensmotiv dar. Bezeichnen Schmerzempfindung und Schmerzgefuehl denn nicht ein und dasselbe? Es ist ein Unterschied, ob man sagt, jemand „fuehlt“ Schmerz oder jemand „nimmt Schmerz wahr“. Leider – so habe ich es zumindest verstanden – laesst sich dieser Unterschied kaum ohne einen gewissen Widerspruch darlegen. Ich denke, wir koennen es hierbei belassen, und hoffe, dass diese Diskussion auch fuer Sie nicht nutzlos war und keine Zeitverschwendung darstellte.
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Sija Tata, 21. Maaerz 2014 – 12:49 Uhr, Link: Liebe ist universell. Sie beschr;nkt sich nicht auf die klassische Moral oder deren Gegenteil. Liebe ist – wie der Gedanke – wahrhaft allgegenwaertig und sogar neutral; doch sie ist stets auch Wille und Glaube. Damit sich ein Gedanke in der Welt materialisieren kann, bedarf es des Willens dazu und des Glaubens daran – sei es auf der Ebene des Fuehlens oder im Hinblick auf den Wunsch nach Fleischwerdung, also der physischen Manifestation des Gedankens. Das kleinste Teilchen der Lebensenergie – der Liebe – spiegelt sich in allem Folgenden wider. Selbst im Leiden liegt ihr Wesen, denn die Kraft, die nicht ignoriert, ist maechtiger als die Kraft der Gleichgueltigkeit, welche keine Liebe ist.
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Dogen, 24. Maerz 2014 – 14:16 Uhr, Link: Es gibt keine Formen der Liebe ausser der Liebe selbst – die einzige Form der Liebe ist die Liebe selbst.
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Polina, 24. Maerz 2014 – 15:12 Uhr, Link: So viele Menschen es gibt, so viele Formen (Arten) der Liebe gibt es auch.
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Dogen, 24. Maerz 2014 – 15:22 Uhr, Link: Der Mensch ist keine Form, sondern Wesenheit und Ziel; daher ist die Liebe eine.
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BorjomiMaster, 24. Maerz 2014 – 15:34 Uhr, Link: Bei mir aeussert sich die Liebe im Sammeln alter Muenzen, bei meinem Nachbarn, Onkel Wasja, im Missbrauch minderjaehriger Kinder. Natuerlich gibt es zwischen unseren Prinzipien der Liebe keinen Unterschied.
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Dogen, 24. Maerz 2014 – 17:13 Uhr, Link: Die Leidenschaft f;r Muenzen und die Leidenschaft fuer Kinder sind ein und dasselbe – der Unterschied liegt im Objekt –, aber von Liebe ist hier keine Spur.
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BorjomiMaster, 24. Maerz 2014 – 17:50 Uhr, Link: Damit reduzierst du die Leidenschaft auf eine Form der Liebe. Denn ich schrieb nicht von blosser Leidenschaft, sondern von wahrer, widerspenstiger Liebe. Ich verbringe all meine Tage und Naechte mit Muenzen, investiere all mein Geld und meine Tr;nen in sie, reise mit ihnen und widme ihnen meine kostbarste Zeit. Dasselbe tut auch mein Nachbar Wasja – nur laesst sich mit M;nzen eben kein sexueller Kontakt herstellen, wie du sicher verstehst. Und am Ende laeuft doch alles wieder auf eine Form der Liebe hinaus. Sieht man einmal von dem Unsinn ab, den ich gerade von mir gegeben habe, so ist Liebe eigentlich eine Form des Leidens. Eine Liebe an sich – also eine formlose Liebe – existiert nicht; denn jedes Gefuehl w;rde in einem solchen Fall staendig der Liebe selbst widersprechen, oder aber es gaebe weder Liebe noch andere Gefuehle.
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Dogen, 24. Maerz 2014 – 18:01 Uhr, Link: Wie sehr ihr euch auch mit Muenzen abmuehen moegt – lebendige M;nzen werdet ihr nicht erschaffen koennen. Lebendiges aus Lebendigem – das ist der Klassiker der Liebe; Lebendiges mit Lebendigem.
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BorjomiMaster, 24. Maerz 2014 – 18:35 Uhr, Link: Was hat das damit zu tun? In unserem Fall laeuft alles auf die Subjektivierung der Liebe hinaus, also auf den allgemeinen Begriff und seine Formen.
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Dogen, 24. Maerz 2014 – 20:12 Uhr, Link: Ich hingegen versuche, es auf das Wesen, die Realitaet und die Konkretheit der Liebe zurueckzufuehren.
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Sija Tata, 24. Maerz 2014 – 22:09 Uhr, Link: Das Wesen der Liebe ist der Ur-Gedanke, ihr Leben – ein zweifaches: geistig, das heisst unsichtbar, und physisch, das heisst verdichtet.
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Der Mensch entstand aus dem Gedanken der Liebe zur Schoepfung. Liebe ist ein Gedanke – ein Gedanke folgt auf den anderen. Die Liebe ist niemals allein; sie begegnet anderen Gedanken, bringt ihresgleichen hervor, fliesst in Neues ein und laesst sich von einem neuen Schoepfungsimpuls – dem Leben eines anderen Gedankens – begeistern. Ich spreche hier sowohl von dem menschlichen Gedanken der Liebe als auch von dem urspruenglichen, absoluten Gedanken. Der absolute Gedanke ist absolute Liebe; er ist es, der alles erschafft. Die menschliche Liebe traegt ein Teilchen davon in sich und ist daher niemals allein.
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Viktor, 26. Maerz 2014 – 21:04 Uhr, Link: Liebe ist ein Gedanke – aber was ist ein Gedanke (ein menschlicher, ein urspruenglicher, ein absoluter)? Bist du eigentlich noch bei Trost? Entweder du lieferst eine Definition von Liebe, oder hoer auf, hier dummes Zeug zu labern. :)))) Verdammt, diese Philosophie-Website scheint sich in eine Psychiatrie-Station verwandelt zu haben ...
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Sija Tata, 26. Maerz 2014 – 21:20 Uhr, Link: Liebe ist der urspruengliche Gedanke des Wunsches, etwas zu besitzen; sie war die Schoepferin von absolut allem, was existiert, und ist in allem, immer und ueberall, gegenwaertig. Sie pflanzt sich von Gedanke zu Gedanke fort, aehnlich dem genetischen Code im physischen Koerper; daher ist Liebe Leben. Sie ist von doppelter Natur, da sie zunaechst unsichtbar ist, sich jedoch durch Vervielfaeltigung verdichtet und sichtbar wird – als Fleisch. Ohne Gedanken ist Liebe nicht moeglich, ohne Liebe ist das Leben des Gedankens unmoeglich. Alles, was nicht Liebe ist, vernichtet das Leben, waehrend die Liebe eine Fortsetzung des Lebens darstellt – sowohl auf der geistigen als auch auf der physischen Ebene.
Weitere Uebersetzung aus dem russischen folg...
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http://proza.ru/2014/01/15/1420
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