Der Traum eines Trolls

                Der Traum eines Trolls

                Alexandr Piatkov



Der Meister streckte sich, schuettelte seinen ganzen Koerper und begann, seine

Posten abzugehen, um jeden einzelnen zu markieren. Bald erreichte er seinen alten

Bekannten, der ihm schon lange ein angeknackstes Schulterblatt versprochen hatte,

es aber ganz alleine beknabberte – was fuer ein schrecklicher Geizhals dieser

Nachbar doch war, er liess ihn nicht einmal ein Buch zerfleddern!


Von diesen traurigen Gedanken lenkte den Meister ein neuer Posten ab. Knurrend

markierte er auch diesen, doch in jenem Moment fuehrte ein seltsames Wesen in

hohen schwarzen Stiefeln, einer grauen Steppjacke und einer Schirmmuetze mit

einem Knopf auf dem Scheitel ein echtes Ungeheuer mit zotteliger Maehne und

langem Schweif aus dem Stall. Vor dem Ungeheuer erschien ein Eimer, und dieses

unverschaemte Tier begann laut schnaubend und mampfend zu fressen. Fressen auf

dem vom Meister ehrlich markierten Territorium? Nach einer solchen Frechheit

musste man erst einmal suchen!


Mit w;tendem Bellen stuerzte sich der Meister auf das Monstrum, flog jedoch

augenblicklich durch einen Huftritt gegen die Stirn zurueck. Winselnd und jaulend

kroch er zu seiner Huette. Was fuer Sitten herrschen doch heutzutage in dieser

schrecklichen Welt, es gibt keinerlei Ordnung, keinen Respekt, keine

Subordination!


Er jammerte noch lange und fiepte klaeglich, waehrend das Ungeheuer unbeeindruckt

weiter mampfte – aber nicht nur das. Hinter ihm rollten dampfende Klabusterbeeren

herab, auf die sich ein grosser Schwarm Spatzen stuerzte; sie begannen zu

tschilpen, an den Leckerbissen zu picken und sich zu streiten. „Wie alles

zugeschissen ist“, jaulte der Meister auf. Das Leben verwandelte sich in einen

wahrhaftigen Albtraum, doch da beruehrte etwas Feuchtes sanft seine Nase.


Der Meister oeffnete die Augen, erblickte zwei gruen leuchtende Puenktchen direkt

vor sich und wachte auf. Senja – denn er war es, der Lieblingskater des Meisters

– hatte dem Albtraum ein Ende gesetzt. Was fuer schreckliche Traeume einen doch

bei Vollmond einholen koennen! Der Meister schwor sich, nie wieder nachts im

Internet herumzustoebern, rollte sich auf dem Sofa zusammen und schlief

erleichtert wieder ein.





Ueber den Text und die Publikation
Autor: Alexandr Piatkov
Originaltitel: Сон тролля (Son trollja)
Datum der Erstveroeffentlichung: 2013
Publikationsurkunde (proza.ru): Nr. 213091901735
Uebersetzung ins Deutsche: KI-Assistent (uersetzt im Jahr 2026)
Hinweis: Gemaess den Vorgaben wurden alle Umlaeute (ae, oe, ue) als Buchstabenkombinationen ausgefuehrt.


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