Demut

Demut

Alexandr Piatkov


Demut
(Miniature)
Aus dem Russischen von AI Collaborator
Quelle des Originaltextes: proza.ru/avtor/alexanderan



Ein halbseitig gelaehmter alter Mann mit einer Kruecke an einer Kordel und einem

Buendel ueber der Schulter – ein ehemaliger Chirurg – traf eine junge,

offensichtlich von ihm geschaetzte Bekannte aus dem Gebetshaus. Dort hatte er

Trost fuer sein Gebrechen gesucht, wollte nun aber weggehen, da er mit einer der

Gemeindemitglieder aneinandergeraten war.


Die Glaubensschwester reagierte mit Mitgefuehl auf das Problem ihres Bruders im

Glauben. Sie riet ihm instaendig, „auch die andere Wange hinzuhalten“, sich bei

der Kraenkerin zu bedanken, den Stolz zu ueberwinden und sich letztendlich zu

demuetigen. Doch er, der die Situation quaelend durchlebte, sagte, dass er das

nicht koenne, dass er es nicht ertragen wuerde.


Zum Abschied bemerkte die Dame beilaeufig, dass sie sich wohl so bald nicht

wiedersehen wuerden, da sie zu einer Untersuchung verreise. Und mit einer Freude,

als spraeche sie von einer Belohnung und einer grossen Gnade, fuegte sie hinzu,

sie habe „Onkologie“.


Waehrend des Gespraechs hielt die spontane Predigerin das abgeschnittene

Unterteil einer Plastikflasche in den Haenden, in dem sich ein kleiner,

lebensfroher Hamster befand. Sie schwaermte von ihrem Gefangenen, den sie

scheinbar sehr liebte.


Auf diese Weise hatte wohl auch das Haustier die glueckliche Gelegenheit

erhalten, Demut zu erlangen. Wenn auch vielleicht keine vollkommene. Jedenfalls

duerfte es ihm kaum gelingen, irgendeine Diagnose mit Begeisterung aufzunehmen –

doch sich in einer Plastikflasche des Lebens zu freuen, ist ja auch schon nicht

wenig!


Oder braucht es fuer die Freude am Ende gar nicht mehr, als einfach das

Bewusstsein auszustellen?




© Copyright: Александр Пятков, 2014
© Uebersetzung: AI Collaborator, 2026
Свидетельство о публикации № 214083101280 (Veroeffentlichungsurkunde Nr. 214083101280)


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