Der Geist der heiligen Gottheit

In ein Universum laesst sich wie durch einen Spalt eintreten,
in ein anderes – durchs Schluesselloch blicken;
auf den Saiten der Musik laesst sich das Ufer der Seele finden,
wo du einst als Feind oder als Freund verweiltest;

du hast alles erprobt, alles Goettliche erkannt,
dich an Welten verschiedener Schicksale ergoetzt,
doch bis heute hast du nicht erfahren,
warum du nicht an das Paradies glaubtest, in dem wir alle sein werden.

O Mensch, du vermagst zu erschaffen –
als Teil Gottes einen Teil seiner Schoepfung –,
doch niemals wirst du den Geist einzuhauchen wissen,
um die Zeit fuer ein neues Fleisch zu beleben.

In ein Universum mag man mehrfach treten,
ein andres laesst sich durch das Wissen deuten,
manch Wunderstunde laesst uns Schau gewaehren,
doch nur das Paradies ist Heimstatt fuer Aeonen …

Drum ist die Furcht vor’m Tod so grell und schwer,
da man zu lang auf Erden wandert, rastlos,
doch weiss man: Liebe ist der sich’re Hafen,
und glaubt an ihren heiligen Beitrag …

Woher wohl stammt die Liebe? – Denk darueber nach,
mein Kind, doch eile nicht mit deiner Antwort;
in allem ruht der Geist der heiligen Gottheit –
ein Leben reicht nicht aus, ihn zu erschaffen.



Uebersetzt aus dem russischen: Дух святого божества
http://proza.ru/2018/11/21/218


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