Das Steinzeitalter
Alexandr Piatkov
Ich habe einen Muehlstein geerbt – einen runden, absolut unhebbaren Steinzylinder
mit einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern, einem Loch von etwa 5 Zentimetern
in der Mitte und einer Hoehe von circa 10 Zentimetern.
Nach der „Entkulakisierung“ verschwand mein Grossvater in den Lagern. Meine
Grossmutter, die zusammen mit meinem Onkel und meiner Mutter aus ihrem Heimatdorf
vertrieben worden war, schleppte diese Last mit sich von einer staedtischen
Mietsbude zur naechsten, in denen sie damals wohnten. Als wir schliesslich im
Jahr 1974 eine eigene Wohnung bekamen, liess ich den unschaetzbaren Muehlstein im
Schuppen zurueck – was ich heute tief bereue.
Mein Grossvater hat diesen Muehlstein vielleicht benutzt, obwohl es eher
unwahrscheinlich ist, da Muehlen in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts
durchaus zugaenglich waren. Meine Mutter war dem Stein gegenueber gleichgueltig,
behielt ihn aber, um damit das Kraut beim Einsalzen zu beschweren. Ich selbst
habe ihn noch gesehen, aber nicht zu schaetzen gewusst, und mein Sohn hat ihn
schon gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.
So ist uns ueber drei Generationen hinweg kein einziges fundamentales Artefakt
aus dem vergangenen Leben geblieben. Das Steinzeitalter ist vorbei!
Uebersetzung ins Deutsche / Перевод на немецкий язык: AI-Uebersetzer
Autor des Originaltextes: Alexandr Piatkov
Originaltitel: Kamenniy vek (Das Steinzeitalter)
Publikationszertifikat des Originals: Nr. 214042001657 vom 20.04.2014
© Copyright: Alexandr Piatkov, 2014
© Uebersetzung: AI-Uebersetzer, 2026
Свидетельство о публикации №226092101261